Heute hat die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ihren Jahresbericht 2025 präsentiert. Schwerpunkt waren die hohen Zahlen an Beschwerden und Hinweisen von Verbraucherinnen und Verbrauchern.
Fast 130.000-mal wendeten sich Verbraucher:innen 2025 hilfesuchend an die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Neben Beratungen wurden Web-Seminare und Veranstaltungen genutzt, um sich insbesondere in den Bereichen Glasfaserausbau, digitaler Nachlass, Künstliche Intelligenz und Jugendmedienschutz sowie zu zahlreichen weiteren Themen zu informieren.
Die Zahl der Menschen, die sich mit ihren Problemen an die Verbraucherzentrale wenden, ist so hoch wie nie. Mehr als 5.000 Beschwerdehinweise (von insgesamt 25.500 Beschwerden) wurden allein in Rheinland-Pfalz gemeldet. So erreichte diese Zahl einen neuen Höchststand. Themen rund um Online-Käufe und digitale Services machen dabei mehr als die Hälfte aller Verbraucherbeschwerden aus. Häufige Probleme sind untergeschobene Verträge, irreführende Angebote, Schwierigkeiten beim Widerruf sowie intransparente Preisänderungen.
Immer öfter beschweren sich Verbraucher:innen, dass die KI-generierten Antworten der Unternehmen auf die Anliegen nicht eingehen. Viele wünschen sich da fast die Zeit zurück, in der man einfach nur sehr lange in einer Anbieterhotline warten musste, um dann mit einem Menschen das Problem besprechen zu können. „Das sind Beschwerden, die wir sehr ernst nehmen“, erklärt Heike Troue, Vorständin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Anbieter sind gesetzlich verpflichtet vorab klarzumachen, wenn am Service nur die KI die Menschen empfängt. Wir fordern, dass Anbieter für den Kundenkontakt immer auch einen Kanal zu einem menschlichen Ansprechpartner garantieren sollen, um hier die Anliegen zu bearbeiten, die mit KI nicht lösbar waren.“
Gleichzeitig gewinnt die kollektive Rechtsdurchsetzung durch Sammelklagen weiter an Bedeutung: Um gegen systematische Rechtsverstöße vorzugehen, sprach die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz allein im Jahr 2025 insgesamt 29 Abmahnungen und drei Anbieterschreiben aus. Seit 2021 konnten zudem in 19 von 20 gerichtlichen Verfahren wegen Unterlassungsansprüchen Erfolge für Verbraucher:innen erzielt werden. Mit der Abhilfeklage steht inzwischen auch ein Instrument zur Verfügung, um Ansprüche vieler Betroffener gemeinsam durchzusetzen.
Außerdem bietet die Verbraucherzentrale hilfreiche Tools zum Schutz vor Betrug im digitalen Bereich. So finden Verbraucher:innen auf verbraucherzentrale-rlp.de/musterbriefe/digitale-welt digitale Musterbriefe, um sich etwa gegen untergeschobene Verträge oder nicht akzeptierte Kündigungen zu wehren. Außerdem finden sich dort Legal Tech Tools wie etwa der Fakeshopfinder, der hilft, Abzockseiten von Internetkriminellen schnell zu enttarnen.
Hier geht es zu unserem Jahresbericht.
Quelle Text/Bild:
Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V.
Seppel-Glückert-Passage 10
55116 Mainz
www.verbraucherzentrale-rlp.de
Mainz, 30.06.2026
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