Genervt von Haustürvertretern: Aggressive Verkaufsmaschen beim Glasfaserausbau

Verbraucherzentrale bietet Musterbrief und Web-Seminar am 20. August an ­

Der Glasfaserausbau in Deutschland schreitet voran. Doch viele Verbraucherinnen und Verbraucher in den betroffenen Regionen beschweren sich, dass Vertriebsmitarbeitende von Glasfaserfirmen an der Haustür mit teilweise unseriösen Methoden versuchen, zu einem schnellen Vertragsabschluss zu drängen.
Oft ist die Rede davon, dass bald das herkömmliche Internet über die Telefonleitung (VDSL) abgeschaltet wird und dann die Verbraucher:innen ohne Internetanschluss wären. „Hier wird ganz bewusst mit der Angst der Verbraucherinnen und Verbraucher gespielt“, erklärt Michael Gundall, Telekommunikationsexperte der Verbraucherzentrale. „Eine flächendeckende Abschaltung der VDSL-Netze steht nicht unmittelbar bevor. Die Umstellung von Kupfer- auf Glasfasernetze erfolgt schrittweise und mit entsprechenden Vorlaufzeiten. Ein bundesweit einheitliches Abschaltdatum für VDSL gibt es derzeit nicht.“
Dennoch empfiehlt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, sich nach Möglichkeit bereits beim Erstausbau an das Glasfasernetz anschließen zu lassen, da schnelle Internetverbindungen immer bedeutender werden. Allerdings sollte man die Konditionen sorgfältig vergleichen und im Internet überprüfen und eher da abschließen: „Bei Haustürverträgen kann für Vertriebsmitarbeitende ein finanzieller Anreiz bestehen, höherpreisige Tarife oder zusätzliche Optionen zu verkaufen und nicht nach dem tatsächlichen Bedarf der Verbraucher:innen zu gehen“, informiert Telekommunikationsexperte Michael Gundall.
Der Verbraucherzentrale liegen zudem Beschwerden über wiederholte und teilweise sehr hartnäckige Kontaktversuche vor. Verbraucherinnen und Verbraucher berichten, dass ein einmal ausgesprochenes ‚Nein‘ teilweise nicht akzeptiert worden sei.
Um Betroffenen die Gegenwehr zu erleichtern, stellt die Verbraucherzentrale einen kostenlosen Musterbrief zur Verfügung, mit dem Verbraucherinnen und Verbraucher der weiteren Kontaktaufnahme zu Werbezwecken widersprechen können.
Zudem bietet die Verbraucherzentrale einen kostenlosen Aufkleber „Ich kaufe nichts an der Haustür“ für die Haustür bzw. Wohnungstür an, der in den sechs Beratungsstellen der Verbraucherzentrale erhältlich ist.



Hintergrund Glasfaserausbau
Eine schnelle Internetverbindung wird immer wichtiger. In zahlreichen Regionen in Rheinland-Pfalz werden derzeit Glasfaseranschlüsse geplant, verlegt und zum Teil massiv beworben. Viele Haushalte fragen daher in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale nach, ob ein Glasfaseranschluss für sie Sinn macht und worauf beim Vertragsabschluss und beim Ausbau zu achten ist.

Im Web-Seminar „Warum ein Glasfaseranschluss sinnvoll ist“ beantwortet Michael Gundall Fragen zum Ausbau und zum Anschluss. Dabei geht er unter anderem darauf ein, ob der eigene Router weiterverwendet werden kann oder ob man einen neuen Glasfaserrouter anschaffen sollte.

Das Web-Seminar findet am Donnerstag, den 20. August, um 15:00 Uhr statt und dauert ca. 90 Minuten. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist hier möglich.

Quelle Text/Bild:
Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V.
Seppel-Glückert-Passage 10
55116 Mainz
www.verbraucherzentrale-rlp.de

Mainz, 14.08.2026

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