Warnstreik bei Stationierungsstreitkräften in Rheinland-Pfalz weitet sich aus

ver.di weitet die Warnstreiks der ortsansässigen Beschäftigten bei den Stationierungsstreitkräften in Rheinland-Pfalz aus. Ab Mittwoch, dem 18.03. sind alle Beschäftigten der Stationierungsstreitkräfte in Rheinland-Pfalz zum Warnstreik aufgerufen. Bereits heute wird in Baumholder gestreikt. Betroffen sind auch Beschäftigte aus Kühlhaus, Metzgerei, Hotelbereich und Truppenküchen in Kaiserslautern und Ramstein. Morgen am 17.03. folgen Germersheim sowie die 405th.

Anlass ist das unzureichende Arbeitgeberangebot in der zweiten Verhandlungsrunde am 4. und 5. März 2026. Die Arbeitgeber boten zunächst 1,5 Prozent für 12 Monate, später 2 Prozent bei mindestens 65 Euro sowie 5 Euro Zulage pro Schicht für Feuerwehrbeschäftigte. Im Durchschnitt entspreche das rund 2,09 Prozent mehr. Völlig unzureichend, da war sich die Tarifkommission vor dem Hintergrund steigender Preise und einer neuer Inflationswelle einig. Die Verhandlungen werden am 24. März 2026 fortgesetzt.

ver.di fordert 2 Euro mehr pro Stunde bei einer Laufzeit von 12 Monaten. In Rheinland-Pfalz arbeiten rund 6.500 Beschäftigte im Geltungsbereich. Einzelne Lohngruppen verdienen dabei nur knapp über dem Mindestlohn. „Die Stationierungsstreitkräfte zählen hier zu den größten Arbeitgebern. Wer Verantwortung beansprucht, muss auch Verantwortung für faire, existenzsichernde Löhne übernehmen“, so Susanne Schäfer.

Am Donnerstag findet ab 10 Uhr eine Kundgebung auf der Zufahrtsstraße in Ramstein statt. Die Zufahrt zum Westgate über die Privatstraße des Bundes (Anfahrt über die L 363 und die sogenannte Rampe) wird vorübergehend gesperrt, sowohl aus Richtung Landstuhl als auch aus Richtung Ramstein-Miesenbach. In dieser Zeit sind über diese Zufahrt keine Ein- und Ausfahrten möglich. Ausgenommen sind ausschließlich Teilnehmende der Kundgebung, die den Versammlungsort nur über diesen Weg erreichen können.

Es kann zu Stau auf der Straße nach Ramstein kommen. Im Betrieb ist mit Verzögerungen auf Baustellen, Ausfällen im Hotelbetrieb und bei den betrieblich organisierten Schulbussen sowie Verzögerungen bei der Verladung von Gütern und Fahrzeugen zu rechnen. Eine Gefährdung von Leib und Leben ist nicht zu erwarten. Notdienstvereinbarungen sichern den Notdienst der Feuerwehr, den Notruf sowie das Wasserwerk ab.

Zum Hintergrund:

Dass unter US-Präsident Donald Trump Haushaltskonflikte und Shutdown-Drohungen wiederholt als politisches Druckmittel eingesetzt werden, verschärft die Unsicherheit. Gerade deshalb braucht es klare Regeln und gerechte Bezahlung für die Beschäftigten hier vor Ort. Haushaltspolitisches Taktieren in Washington darf nicht zur Ausrede werden, Tarifverhandlungen auf die lange Bank zu schieben oder Reallohnverluste zu zementieren.
In Deutschland arbeiten derzeit rund 12.500 ortsansässige Beschäftigte bei den Stationierungsstreitkräften der Amerikaner, Briten, Franzosen und Kanadier sowie bei der NATO, davon etwa 11.200 bei den US-Streitkräften. In Rheinland-Pfalz sind es aktuell etwas über 6.500 Beschäftigte auf US-Liegenschaften, unter anderem in Spangdahlem, Baumholder, Miesau, Ramstein, Landstuhl, Kaiserslautern, Sembach, Grünstadt und Germersheim.



#kaiserslautern #kaiserslauterngermany #Lautern #nachrichtenkl #Stadtverwaltungkl #StadtverwaltungKaiserslautern #pfalz #westpfalz #verdi

Quelle Text/Bild:
ver.di Rheinland-Pfalz-Saarland
Münsterplatz 2-6
55116 Mainz

www.verdi.de

Mainz, 16.03.2026