Westpfalz-Klinikum und Semmelweis-Universität besiegeln zehnjährige Kooperation für Medical School Kaiserslautern

Delegation reist zur Vertragsunterzeichnung nach Budapest

Die Zusammenarbeit zwischen der Medical School Kaiserslautern und der renommierten Semmelweis-Universität Budapest erreicht einen historischen Meilenstein: Eine deutsche Delegation ist nach Budapest gereist, um den Vertrag für eine langfristige, zehnjährige Kooperation offiziell zu unterzeichnen. Das innovative Studienmodell sieht vor, dass Studierende ihre vorklinische Ausbildung in Budapest absolvieren und anschließend für den klinischen Teil nach Kaiserslautern wechseln.

Der Delegation gehörten neben der Geschäftsführung und Chefärzten des Westpfalz-Klinikums auch Verantwortliche der Medical School sowie weitere Vertreter aus Politik und Gesundheitswesen an. Im Rahmen des Besuchs standen neben der Teilnahme an der Absolventenfeier der Semmelweis Universität vertiefende Gespräche mit der Universitätsleitung sowie ein fachlicher Austausch zur konkreten Umsetzung des Studienmodells auf dem Programm.

Thorsten Hemmer, Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums, unterstreicht die Tragweite des Abkommens: „Mit der Unterzeichnung dieses Vertrags schaffen wir eine verlässliche und dauerhafte Grundlage für die kommenden zehn Jahre. Die enge Zusammenarbeit mit der Semmelweis-Universität garantiert ein exzellentes Niveau in der Ausbildung unserer Nachwuchsmedizinerinnen und Nachwuchsmediziner. Davon wird künftig die Patientenversorgung in der gesamten Westpfalz, aber auch darüber hinaus spürbar profitieren.“

„Die Medical School ist weit mehr als ein zusätzliches Studienangebot. Sie ist ein zentraler Baustein für die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitsstandortes und ein entscheidender Impuls zur Gewinnung ärztlicher Fachkräfte im Südwesten“, ergänzt der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Karlheinz Seidl.

Von Seiten der Semmelweis-Universität hebt Rektor Prof. Dr. Béla Merkely die gemeinsame Vision hervor: „Die Kooperation mit der Medical School Kaiserslautern ist für uns ein bedeutender Schritt, um den internationalen akademischen Austausch weiter auszubauen. Gemeinsam werden wir innovative Impulse für die medizinische Ausbildung setzen. Für uns ist es zudem ein besonderer Moment, die langjährige Verbindung der Semmelweis-Universität mit Rheinland-Pfalz durch diese Partnerschaft weiter zu vertiefen.“

Die Beigeordnete der Stadt Kaiserslautern und Aufsichtsratsvorsitzende des Westpfalz-Klinikums, Anja Pfeiffer, hebt die strategische Bedeutung hervor: „Diese langfristige Partnerschaft ist auch ein starkes Signal für den Gesundheits- und Wissenschaftsstandort Kaiserslautern. Die Medical School fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Klinik, Forschung und Wirtschaft, wofür in Kaiserslautern mit der RPTU, der Hochschule und den wissenschaftlichen Instituten ideale Voraussetzungen bestehen. Indem der integrierte Gesundheitscampus, der auf dem ehemaligen Pfaff-Gelände entsteht, auch die Medical School sowie Bildungseinrichtungen des Westpfalz-Klinikums beherbergen wird, werden Forschung, Ausbildung, Lehre und klinische Praxis interprofessionell eng miteinander verzahnt.“

Landrat Johannes Huber (Landkreis Kusel) betont die regionale Verantwortung der Träger: „Als einer der kommunalen Träger des Westpfalz-Klinikums sehen wir es als unsere Kernaufgabe, die medizinische Versorgung der Menschen in unserer Heimat langfristig und auf höchstem Niveau zu sichern. Die finanzielle Absicherung dieses zukunftsweisenden Projekts ist eine Investition direkt in die Lebensqualität der gesamten Region.“

Rainer Guth, Landrat im Donnersbergkreis, erklärt den internationalen Ansatz: „Da Studienplätze für Medizin in Deutschland limitiert sind, gehen wir mit dieser Kooperation neue Wege. Budapest bietet unseren Studierenden die exzellente universitäre Theorie-Ausbildung – und wir holen diese Talente für den praktischen, klinischen Teil gezielt zu uns in die Westpfalz. Die Partnerschaft ist der Schlüssel, weil sie jungen Menschen, auch ohne Numerus Clausus, ein Medizinstudium ermöglicht, die später als fertige Ärztinnen und Ärzte unsere ländliche Region stärken.“

Das Großprojekt gilt als Leuchtturmvorhaben für den gesamten Südwesten Deutschlands. Die Kooperation ist das Herzstück des entstehenden Gesundheitscampus Kaiserslautern auf dem ehemaligen Pfaff-Gelände, wo internationale Spitzenmedizin mit praxisnaher Ausbildung vor Ort verknüpft wird.

Das Interesse ist bereits groß bei den angehenden Medizinerinnen und Medizinern. Die ersten 42 Studierenden sind bereits erfolgreich zum Wintersemester 2025/26 in Budapest gestartet. Zum kommenden Wintersemester 2026/27 kommen über 80 weitere Studierende hinzu – und dass bei weit mehr als 150 hochkarätigen Bewerbungen auf diese Plätze. Das zeigt, wie attraktiv dieses innovative Modell ist.

Semmelweis-Absolventen sind auf dem globalen Arbeitsmarkt hoch angesehen. Die ungarischen Abschlüsse in Medizin und Gesundheitswissenschaften sind in der gesamten Europäischen Union anerkannt, so dass die Absolventen in allen Mitgliedsländern ohne weitere Prüfungen praktizieren können. Nach unseren bisherigen Erfahrungen erzielen die Absolventen der Semmelweis Universität auch in Ländern wie den USA, Japan und Israel, in denen Zulassungsprüfungen erforderlich sind, hervorragende Ergebnisse. Deutsche und englische Studiengänge gibt es seit vier Jahrzehnten. Deutschsprachige Programme werden an der Semmelweis Universität seit 1983 angeboten, während das englischsprachige Programm 1989 eingeführt wurde.

Um den Übergang von der Vorklinik in den klinischen Alltag für die Studierenden optimal zu gestalten, nutzten die Chefärzte des Westpfalz-Klinikums Dr. Janina Geib, Prof. Dr. Gerhard Held, und Priv.-Doz. Dr. Dr. Christian Mönch, die Reise nach Budapest für intensive Arbeitsgespräche mit den ungarischen Dozenten. Im Fokus des fachlichen Austauschs stand die Feinabstimmung des gemeinsamen Lehrplans.

Perspektivisch sollen auf dem neuen Gesundheitscampus neben der Medical School auch weitere Ausbildungs- und Weiterbildungseinrichtungen des Westpfalz-Klinikums zusammengeführt werden, sodass dort künftig mehr als 600 junge Menschen lernen und studieren. Ein besonderer Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit Budapest liegt dabei auf der gemeinsamen Weiterentwicklung praxisnaher Ausbildungsformate, modernen Skills-Labs sowie dem Ausbau digitaler Lehre und gemeinsamer Forschungsaktivitäten in einem global vernetzten Umfeld.

 

 



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Kaiserslautern, 06.07.2026

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