Nach einem sehr warmen Start in den Juni folgte ein Temperaturdämpfer, bevor sich im weiteren Verlauf hochsommerliche Bedingungen durchsetzten. Gegen Monatsende stellte sich über Mitteleuropa eine sogenannte Omega-Wetterlage ein, die die Großwetterlage maßgeblich prägte: Dabei wird ein stabiles Hochdruckgebiet von zwei Tiefdruckgebieten flankiert und bildet in der Höhenströmung ein Muster, das an den griechischen Buchstaben Omega (Ω) erinnert. Solche Wetterlagen führen häufig zu einer blockierten atmosphärischen Zirkulation, wodurch sich Wetterverhältnisse über mehrere Tage oder sogar Wochen kaum verändern. Dies begünstigte im Juni in Deutschland eine außergewöhnlich intensive und anhaltende Hitzewelle mit verbreitet hoher thermischer Belastung. Nach vorläufigen Messungen wurden dabei verbreitet sehr hohe Temperaturen registriert: Sogar der deutschlandweite Allzeitrekord wurde nach vorläufigen Messungen mit 41,7 Grad Celsius (°C) in Neißemünde-Coschen (Brandenburg) am 28. geknackt. Die Niederschläge waren regional sehr unterschiedlich verteilt und in der Summe unterdurchschnittlich. Die Sonne schien den vierten Monat in Folge mehr als im Klimasoll. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach vorläufigen Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.
Einer der wärmsten Junimonate mit extremer Hitze zum Monatsende
Der erste meteorologische Sommermonat war von starken Temperaturkontrasten geprägt. In der Bilanz war der Juni 2026 mit einem Temperaturmittel von 19,5 °C außergewöhnlich warm und belegt damit nach aktuellen Auswertungen Platz 2; nur 2019 war es mit 19,8 °C noch wärmer. Die Abweichung gegenüber dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 lag bei 4,1 Grad (15,4 °C). Selbst der Vergleich mit der aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (16,4 °C) offenbart einen deutlichen Überschuss von 3,1 Grad. Zur Monatsmitte war man davon jedoch weit entfernt, denn nach einem warmen Start folgte vorübergehend ein verhältnismäßig kühler Witterungsabschnitt mit dem deutschlandweiten Minimum von 1,0 °C am 15. in Meßstetten-Appental (Baden-Württemberg). Anschließend etablierte sich in der dritten Dekade vor allem in den westlichen Landesteilen eine Hitzewelle mit extrem heißer und feuchter Luft aus südlichen Gefilden. Am Oberrhein gab es beispielsweise acht bis zehn Sehr Heiße Tage (Maximum der Lufttemperatur ≥ 35 °C). Am 27. wurde deutschlandweit an 46 Stationen die 40-Grad-Marke geknackt. Der Monatshöchstwert und vorläufig gleichzeitig der deutschlandweite Allzeitrekord wurde am 28. in Neißemünde-Coschen (Brandenburg) mit 41,7 °C gemessen. In vielen Regionen purzelten die Monatsrekorde, teils auch die Allzeitrekorde für die Höchstwerte. In den Nächten war es zum Monatsende oftmals tropisch warm mit Tiefstwerten deutlich über 20 °C, örtlich über 25 °C. Auch der vorläufige Wert des höchsten jemals gemessenen Tiefstwerts stammt mit 29,4 °C in Kubschütz, Kr. Bautzen (Sachsen) aus diesem Juni.
Niederschlagssoll nicht erfüllt und sehr inhomogene Verteilung
Zum Ende des ersten meteorologischen Sommermonats wurden rund 66 Liter pro Quadratmeter (l/m²) an Niederschlag registriert. Damit war es im Juni trockener als im langjährigen Mittel; gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990 (85 l/m²) fiel etwa ein Fünftel weniger Niederschlag. Selbst im Vergleich mit der aktuelleren und trockeneren Referenzperiode 1991 bis 2020 (76 l/m²) ergibt sich ein Defizit von circa 13 Prozent (%). Die Niederschläge waren dabei sehr inhomogen verteilt. Während am Alpenrand und im äußersten Nordwesten 120 bis 180 l/m² fielen, waren es am Mittel- und Oberrhein, in Unterfranken und im Großraum Berlin nur 15 bis 30 l/m². Punktuell kam bei heftigen Gewittern, die vor allem am Monatsende auftraten, lokal der gesamte Monatsniederschlag in kurzer Zeit vom Himmel. Die höchste Tagesniederschlagssumme gab es am 27. mit 77,2 l/m² in Erfde (Schleswig-Holstein).
Sonne poliert ihre Bilanz in der zweiten Junihälfte ordentlich auf
Nachdem bis zur Monatsmitte lediglich knapp 90 Sonnenstunden zu Buche standen, legte sich das Zentralgestirn in der zweiten Junihälfte ordentlich ins Zeug und damit gab es insgesamt rund 248 Sonnenstunden. Das waren über 20 % mehr als in der Referenzperiode 1961 bis 1990 (203 Stunden). Auch im Vergleich mit der jüngeren Referenzperiode 1991 bis 2020 (216 Stunden) ergab sich noch eine positive Abweichung von 15 %. Der Juni war der vierte Monat in Folge, der deutlich sonniger ausfiel als im vieljährigen Mittel.
Das Wetter in den Bundesländern im Juni 2026
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961 bis 1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels.)
Rheinland-Pfalz: Der Juni brachte im Südwesten mit einem Temperaturmittel von 20,3 °C mediterranes Klima mit sich. Nie zuvor wurde im ersten meteorologischen Sommermonat in Rheinland-Pfalz ein höheres Temperaturmittel dokumentiert. Der vieljährige Mittelwert (15,3 °C) wurde um satte 5 Grad überboten. Vor allem zum Ende der dritten Dekade stiegen die Temperaturen extrem. Neben zahlreichen neuen Allzeitrekorden mit Höchstwerten über 40 °C, gab es auch gebietsweise fünf bis acht, örtlich (z. B. Mainz-Lerchenberg) über zehn Tropennächte in Folge. Niederschlag war mit rund 52 l/m² (76 l/m²) Mangelware und nur in Berlin und in Sachsen-Anhalt fiel noch weniger Niederschlag. Die Sonne überbot den langjährigen Klimawert (192 Stunden) um etwa 66 Stunden, sodass am Ende 258 Sonnenstunden erfasst wurden.
Baden-Württemberg: Der Südwesten gehörte im vergangenen Juni zu den wärmsten Regionen Deutschlands und das, obwohl am 15. mit 1,0 °C in Meßstetten-Appental der bundesweite Monatstiefstwert gemessen wurde. Das Temperaturmittel betrug mediterrane 20,5 °C. Nur im Jahr 2003 war es in einem Juni in Baden-Württemberg noch wärmer. Besonders die dritte Dekade, mit insbesondere am Oberrhein reihenweise Sehr Heißen Tagen, trug maßgeblich dazu bei, dass die Abweichung gegenüber dem Klimamittel (15,1 °C) mit 5,4 Grad ausgesprochen deutlich ausfiel. Die extreme Hitze zum Monatsende war gepaart mit viel Sonnenschein und Baden-Württemberg dürfte den Monat mit etwa 269 Sonnenstunden (202 Stunden) als Spitzenreiter im Länderranking abschließen. Die Niederschlagsmenge betrug rund 57 l/m² (107 l/m²) und damit nur etwas mehr als die Hälfte dessen, was normalerweise zu dieser Jahreszeit fällt. Dabei waren die Niederschläge sehr inhomogen verteilt, 20 bis 30 l/m² in den Niederungen stehen 50 bis 80 l/m² im Umfeld der Bergländer gegenüber.
Bayern: Im Freistaat Bayern war es in einem Juni bisher nur einmal im Jahr 2003 wärmer als in diesem Jahr. Die Mitteltemperatur lag bei 19,7 °C und damit fast fünf Grad über dem vieljährigen Mittel (14,9 °C). Nach einem warmen Start erfolgte zum Ende der ersten und zum Beginn der zweiten Dekade ein jäher Absturz mit Maxima im Bereich der 15-Gradmarke, bevor ab Monatsmitte mit zwölf bis 15 Tagen Heißen Tagen (Maximum der Lufttemperatur ≥ 30 °C) am Stück eine außergewöhnliche Hitzewelle einsetzte. Der Monatsniederschlag fiel deutlich unterdurchschnittlich aus, denn rund 73 l/m² entsprachen nur zu zwei Dritteln dem Klimasoll (112 l/m²). Allerdings gab es in der räumlichen Verteilung erhebliche Unterschiede und als besonders trocken erwiesen sich mit 15 bis 30 l/m² Monatsniederschlag Teile Unterfrankens. Die Sonne schien mit rund 255 Stunden um 55 Stunden länger als im vieljährigen Mittel (200 Stunden).
Berlin: In der Bundeshauptstadt war es im Juni mit einer Mitteltemperatur von 20,3 °C außergewöhnlich warm. Einzig im Saarland und in Baden-Württemberg erreichte das Monatsmittel noch höhere Werte. Besonders das Monatsende, an dem die 40-Grad-Marke in Berlin nur um 0,1 Grad verfehlt wurde, aber dennoch neue Allzeitrekorde aufgestellt wurden, trug zu einem Temperaturüberschuss von 3,2 Grad (17,1 °C) maßgeblich bei. Niederschlag war in der bevölkerungsreichsten Stadt Deutschlands eher Mangelware und rund 49 l/m² dürften das den letzten Platz im Ländervergleich bedeuten. In puncto Sonnenschein hingegen gehörte Berlin mit rund 258 Sonnenstunden (226 Stunden) zu den sonnigsten Bundesländern.
Brandenburg: In Brandenburg war es im Juni außergewöhnlich warm. Das Temperaturmittel lag bei 19,7 °C (16,5 °C). Zum Monatsende hin purzelten die Monats- und Allzeitrekorde. Erstmals in der Messhistorie wurden an einigen Stationen mehr als 40 °C gemessen und es wurde, vorbehaltlich der endgültigen Qualitätsprüfung, ein neuer deutscher Allzeitrekord aufgestellt. Am 28. kletterte die Quecksilbersäule in Neißemünde-Coschen auf noch nie zuvor gemessene 41,7 °C. Die Monatsniederschlagsmenge lag mit rund 54 l/m² etwa 16 % unter dem Referenzwert (64 l/m²). Mit der besonders in der dritten Dekade lang anhaltenden trockenen Phase einhergehend, erreichte der Waldbrandgefahrenindex zeitweise die höchste Stufe fünf und vereinzelt kam es zu größeren Waldbränden. Rund 247 Sonnenstunden (225 Stunden) taten ihr Übriges, um den Juni als sehr warmen, trockenen und überdurchschnittlich sonnenscheinreichen Monat in der Erinnerung zu verankern.
Bremen: Die Hansestadt Bremen war mit rund 83 l/m² Monatsniederschlag das zweitnasseste Bundesland im Juni. Der Klimareferenzwert (73 l/m²) wurde um etwa ein Siebtel überboten. Der Löwenanteil fiel bei stets wechselhafter Witterung in der ersten Monatshälfte. Die Mitteltemperatur lag bei außergewöhnlichen 18,7 °C, was einem Plus von 3,2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel (15,5 °C) entsprach. Besonders warm war es am Monatsende, als an der Station Bremen mit 37,3 °C auch der bisherige Junihöchstwert geknackt wurde. Die Sonnenscheindauer belief sich auf etwa 235 Stunden (204 Stunden).
Hamburg: In Hamburg lag die Mitteltemperatur im ersten meteorologischen Sommermonat bei außergewöhnlichen 19,2 °C. Der Klimareferenzwert (15,7 °C) wurde um 3,5 Grad überschritten. Sechs Heiße Tage waren es am Monatsende. Ähnliche Werte wurden nur in den Jahren 1917 und 1947 erreicht. Die Niederschlagsmenge belief sich auf rund 69 l/m² (70 l/m²), wobei das Gros in der ersten Junihälfte fiel. Während sich die Sonne bis zur Monatsmitte schwertat, lief sie ab dann zur Höchstform auf, sodass am Ende etwa 237 Sonnenstunden (216 Stunden) gemessen wurden.
Hessen: Noch nie in der Messreihe war es in Hessen so warm, wie im vergangenen Juni. Die Mitteltemperatur lag bei 19,8 °C (15,2 °C) und damit wurde selbst der bisherige Rekordjuni 2003 um 0,3 Grad überboten. Bemerkenswert war die Hitzewelle in der dritten Dekade, als es beispielsweise am 27. in Frankfurt am Main-Westend ein hessenweit nie zuvor gemessenen Tagesmittelwert von 33,1 °C gab. Als körperlich besonders anstrengend dürften viele Menschen insbesondere im Rhein-Main-Gebiet die hohe Anzahl (acht bis zehn) tropischer Nächte empfunden haben, gepaart mit Allzeitrekordwerten über 40 °C. Der Niederschlag war auch in der Landesmitte unterrepräsentiert und bis Monatsende landeten mit rund 56 l/m² nur 70 % des Klimasolls (80 l/m²) in den Messbechern. Die Sonne lachte rund 242 Stunden (192 Stunden) am Himmel und damit war es der vierte überdurchschnittlich sonnige Monat in Folge.
Mecklenburg-Vorpommern: Mecklenburg-Vorpommern war im Juni mit einer Mitteltemperatur von 18,0 °C außergewöhnlich warm. Dennoch gehörte der Nordosten Deutschlands zu den kühlsten Regionen. Das vieljährige Mittel (15,4 °C) wurde um 2,6 Grad überboten. Am letzten Juniwochenende wurde an zahlreichen Stationen der bisherige Junirekord geknackt, teilweise standen mit fast 40 °C sogar neue Allzeitrekorde in den Büchern. Die Niederschlagsmenge war mit rund 73 l/m² (63 l/m²) überdurchschnittlich, wobei es in der dritten Dekade lange trocken war und die Waldbrandgefahr infolgedessen gebietsweise die höchste Stufe erreichte. Viel Sonnenschein – es gab insgesamt etwa 253 Sonnenstunden (236 Stunden) –, die hohen Temperaturen und die starke Verdunstung trugen maßgeblich dazu bei. Besonders die zweite Monatshälfte war sehr sonnenscheinreich, denn zwei Drittel entfielen auf diesen Zeitraum.
Niedersachsen: Der Juni war in Niedersachsen mit einem Temperaturmittel von 18,7 °C außergewöhnlich warm. In der zweiten Monatshälfte kannte die Temperaturkurve für das Tagesmittel nur eine Richtung; nämlich nach oben. Die Abweichung gegenüber dem Klimareferenzwert (15,4 °C) war mit 3,3 Grad sehr ausgeprägt. Zum ersten Mal in der Messreihe des Bundeslandes wurde am 28. die 40-Grad-Marke überschritten. Die Monatsniederschlagsmenge belief sich auf rund 82 l/m², womit der Nordwesten zu den nassesten Regionen Deutschlands zählte. Gegenüber dem langjährigen Mittelwert (76 l/m²) ergab sich ein Plus von 7 %. Die Sonne behauptete sich rund 239 Stunden (200 Stunden) lang am Himmel, wodurch der vierte zu sonnige Monat in Folge dokumentiert wurde.
Nordrhein-Westfalen: In Nordrhein-Westfalen lag die Mitteltemperatur im ersten meteorologischen Sommermonat bei außergewöhnlichen 19,4 °C (15,4 °C). Der Junirekord aus dem Jahr 2019 wurde somit nur um 0,1 Grad verfehlt. Entlang des Rheins wurden zehn Heiße Tage und fünf Sehr Heiße Tage registriert. Außerdem wurden in der dritten Dekade bis zu sechs Tropennächte am Stück verzeichnet. Der Niederschlag erfüllte mit rund 67 l/m² sein klimatologisches Soll (84 l/m²) lediglich zu 80 %, wobei der Großteil bereits in der ersten Junihälfte fiel. Die Sonne schien 232 Stunden (184 Stunden), was im Länderranking den vorletzten Platz bedeuten dürfte.
Saarland: Wie im letztjährigen Juni war das Saarland auch dieses Jahr das wärmste Bundesland. Am Monatsende stand ein außergewöhnliches und rekordverdächtiges Temperaturmittel von mediterran anmutenden 20,9 °C (15,6 °C) in den Büchern. Nie zuvor war es im ersten meteorologischen Sommermonat wärmer. Zwischenzeitlich hatte Saarbrücken-Burbach am 26. mit 41,3 °C den deutschlandweiten Allzeitrekord inne. Am Folgetag wurden sogar 41,4 °C gemessen, doch im Osten Deutschlands war es am 27. und 28. noch heißer. Die Monatsniederschlagssumme belief sich auf rund 61 l/m², womit nur drei Viertel des vieljährigen Mittels (80 l/m²) erreicht wurden. Es war damit der vierte zu trockene Monat in Folge. Genau umgekehrt verhielt es sich mit der Sonnenscheindauer. Da wurde mit rund 263 Sonnenstunden (204 Stunden) der vierte zu sonnige Monat in Folge registriert. Dieser Wert war gleichbedeutend mit der Vizemeisterschaft im Deutschlandranking.
Sachsen: Mit einer Monatsmitteltemperatur von 19,3 °C war auch im Osten der Juni außergewöhnlich warm. Der Klimareferenzwert (15,6 °C) wurde um 3,7 Grad überboten und das, nachdem zur Monatsmitte nur ein minimaler Überschuss von 0,4 Grad verzeichnet wurde. Auch ein, unter Vorbehalt eines Qualitätschecks, neues deutschlandweites höchstes nächtliches Minimum wurde in der Nacht vom 27. auf den 28. mit 29,4 °C in Kubschütz, Kr. Bautzen registriert. Der Niederschlag fiel mit rund 64 l/m² um etwa 16 % geringer aus als im langjährigen Durchschnitt (76 l/m²). Die Sonne hingegen leistete insbesondere in der zweiten Monatshälfte Überstunden und schien etwa 241 Stunden (201 Stunden).
Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt war es im ersten meteorologischen Sommermonat mit einem Temperaturmittel von 19,6 °C außergewöhnlich warm. Vor allem die extreme Hitzewelle am Monatsende, als an einigen Stationen erstmals in der Geschichte des Bundeslandes Maxima über 40 °C gemessen wurden, trug zum Temperaturüberschuss von 3,5 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert (16,1 °C) bei. Kurzzeitig hatte Möckern-Drewitz am 28. mit 41,5 °C den Deutschlandrekord inne, aber am Folgetag wurde dieser Wert in Brandenburg getoppt. Mit rund 51 l/m² fielen 19 % weniger Niederschlag im Vergleich mit dem Klimareferenzwert (63 l/m²) und damit gehörte die östliche Mitte zu den trockensten Regionen des Landes. Rund 247 Sonnenstunden waren 42 Stunden mehr als im langjährigen Vergleich (205 Stunden).
Schleswig-Holstein: Der äußerste Norden wartete mit einem Temperaturmittel von 17,7 °C (15,0 °C) auf. Obwohl Schleswig-Holstein mit diesem Wert abgeschlagen wohl den letzten Platz im Bundesländervergleich einnimmt, war es auch dort im Juni ungewöhnlich warm. Selbst auf Helgoland wurde am 27. mit 30,4 °C ein Heißer Tag verzeichnet, was dort einen neuen Allzeitrekord bedeutete. Auch sonst gab es am Monatsende einige Allzeit-Temperaturrekorde. Die Monatsniederschlagsmenge betrug deutlich überdurchschnittliche rund 87 l/m² (69 l/m²) und in keinem Bundesland fiel im Juni mehr Niederschlag. In Erfde fiel am 27. in Verbindung mit einem heftigen Gewitter mit 77,2 l/m² an einem Tag annähernd diese Monatssumme. Der Wert war gleichbedeutend mit dem deutschlandweiten Tagesniederschlagsmaximum für Juni. Die Sonne schien mit etwa 239 Stunden (225 Stunden) knapp überdurchschnittlich lange.
Thüringen: Im Freistaat Thüringen lag die Mitteltemperatur im Juni bei außergewöhnlichen 19,1 °C. Wärmer war es bisher nur 2019 (19,7 °C). Der langjährige Mittelwert (14,9 °C) wurde um 4,2 Grad überboten. In der dritten Dekade gab es an einigen Stationen zehn Heiße bzw. fünf Sehr Heiße Tage am Stück. Selbst die 40-Grad-Schwelle wurde am 27. in Artern durchbrochen. Bis Monatsende landeten deutlich unterdurchschnittliche rund 54 l/m² (78 l/m²) Niederschlag in den Messbechern. Ohne die gewittrigen Regenfälle am Monatsende wäre der Monat noch erheblich trockener ausgefallen. Mit rund 227 Sonnenstunden wurde der Klimareferenzwert (194 Stunden) zwar übertroffen, aber deutschlandweit gab es keine Region mit weniger Sonnenschein.
Alle in dieser Pressemitteilung genannten Werte sind vorläufige Werte. Die Sonnenscheindauer wird seit 08/2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet. Die für die letzten zwei Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung. Insbesondere die angegebenen Flächenmittel für Niederschlag und Sonnenscheindauer sind gerundet und können sich durch Nachlieferungen oder Qualitätsprüfungen noch ändern.
Hinweis: Die bundesweiten Spitzenreiter bei Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer finden Sie jeweils am zweiten Tag des Folgemonats als „Thema des Tages“ unter www.dwd.de/tagesthema. Einen umfassenden klimatologischen Rückblick und eine Vorschau finden Sie ab dem 10. des Folgemonats unter www.dwd.de/klimastatus.
Quelle Text:
Deutscher Wetterdienst
Frankfurter Straße 135
63067 Offenbach
https://www.dwd.de
29.06.2026
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