Niedrigste Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger seit zwölf Jahren

Studienanfänger*/innen: Hochschule Kaiserslautern -135 TU Kaiserslautern -62

Im Wintersemester 2020/21 schrieben sich rund 15.600 junge Menschen erstmalig an einer der 22 rheinland-pfälzischen Hochschulen ein. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems anhand vorläufiger Berechnungen mitteilt, war das seit dem Wintersemester 2008/09 die niedrigste Zahl der Neueinschreibungen in das erste Hochschulsemester. Gegenüber dem Vorjahr sank die Studienanfängerzahl um 3,9 Prozent.

Insbesondere die großen Landesuniversitäten verzeichneten einen Rückgang der Studienanfängerinnen und -anfänger gegenüber dem Vorjahr. So reduzierte sich die Zahl der Einschreibungen in das erste Hochschulsemester an den Universitäten in Mainz (minus 260), Trier (minus 170), aber auch an der Hochschule in Kaiserslautern (minus 140). Demgegenüber stiegen die Studienanfängerzahlen unter anderem an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft in Ludwigshafen (plus 100) und der Hochschule Trier (plus 80).



Die negative Entwicklung der Studienanfängerzahlen begründet sich unter anderem in der demografischen Entwicklung und der Abwanderung von Studienberechtigten in andere Bundesländer. Daneben sind Effekte auf die Studierenden- und Studienanfängerzahlen durch die Corona-Krise zu erwarten.

Coronabedingter Rückgang der ausländischen Studierenden

Unter den 15.600 Studienanfängerinnen und -anfängern im Wintersemester 2020/21 besaßen rund 2.800 eine ausländische Staatsangehörigkeit. Gegenüber dem Vorjahr sank der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer unter den Neueingeschriebenen von 21 auf 18 Prozent. Es ist davon auszugehen, dass durch die Corona-Pandemie die Aufnahme eines Studiums in Deutschland für im Ausland lebende Personen deutlich erschwert wurde.

Geschlechterunterschiede bei der Studienfachwahl

Durch die unterschiedliche familiäre, schulische und mediale Sozialisation und die damit einhergehende Entwicklung unterschiedlicher Werte, Interessen und Motive zeigen sich nach wie vor deutliche Geschlechterunterschiede in der Studienfachwahl: Während sich junge Frauen am häufigsten in Studiengänge einer wirtschafts-, sozial- oder rechtswissenschaftlichen Fächergruppe neu einschrieben (46 Prozent der Frauen), wählten die meisten jungen Männer ein ingenieurwissenschaftliches, naturwissenschaftliches oder mathematisches Studium (50 Prozent der Männer).

Insgesamt zählen die rheinland-pfälzischen Hochschulen im laufenden Semester rund 123.800 Studierende, 600 mehr als im Wintersemester 2019/20.

Die Hochschuldaten stammen aus den Schnellmeldungen zur Studierendenstatistik. Im Rahmen dieser Meldungen werden Eckdaten von den Hochschulen vorab als vorläufige Zahlen an das Statistische Landesamt geliefert. Als Studienanfänger/-innen wurden Studierende im ersten Hochschulsemester gezählt.

Autor: Dr. Marco Schröder (Referat Bildung)

Quelle Text/Bild:
Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Mainzer Straße 14-16
56130 Bad Ems

www.statistik.rlp.de

Kaiserslautern, 02.12.2020