Zeitgeschichte freigelegt – die Volkshochschule begrüßt als Mieter der Friedenskapelle den Beginn der Bauarbeiten

Dass eine Inschrift, die an die gefallenen Kaiserslauterer Soldaten im Ersten Weltkrieg erinnert, zu finden sein würde, war bekannt. Denn es gibt historische Innenaufnahmen aus der Zeit der Nutzung als sogenannte „nationalsozialistische Ehrenhalle“, die eine Standartennumrankte Inschrift zeigt. Nur war die Auflösung der Fotografien zu schlecht, um die in Vergessenheit geratene Inschrift entziffern zu können. Bei den laufenden Entkernungsarbeiten wurde die markige nationalistische Inschrift wieder lesbar. Sie lautet: „Dies eine sei mit Feuerzeichen in alle Herzen eingebrannt. War auch das Opfer ohnegleichen. Wir brachten es für das Vaterland. 1914 – 1918 Die alten Soldaten der Stadt Kaiserslautern Ihren im Weltkrieg gefallenen Kameraden.“



Seit 2016 betreibt die Volkshochschule Kaiserslautern in der Friedenskapelle sehr erfolgreich eine soziokulturelle Begegnungsstätte. Von 1832-1835 erbaut, war die Friedenskapelle zunächst als Leichenhalle des Alten Friedhofes in Betrieb. Bauhistorisch herausragend wird die Friedenskapelle u.a. durch die Beteiligung des berühmten Münchner Architekten, Leo von Klenze (1784-1864) , an der Ausgestaltung dieses Bauwerkes als erste Leichenhalle im Bayerischen Rheinkreis.

Im letzten Jahr des regulären Betriebes 2018, hat die Volkshochschule 37 Veranstaltungen mit über 1000 Besucherinnen und Besuchern durchgeführt. Hinzu kamen Deutschkurse mit Hunderten an Unterrichtsstunden und Belegungszahlen und die Beteiligungen an der Langen Nacht der Kultur und an den jährlichen Denkmalschutztagen. Auch in der Zeit, der von dem Verein für Baukultur und der Stadt Kaiserslautern finanzierten Umbaus, hat die Volkshochschule bislang die monatliche Miete weiter entrichtet, obwohl sie ihre Außenstelle seit Sommer 2019 nicht mehr nutzen konnte im Vertrauen auf einen ursprünglich schon für Herbst 2019 anvisierten Baubeginn. „Wir haben das als einen weiteren Beitrag der VHS zur Unterstützung der Baumaßnahmen gerne mitgetragen“, so Michael Staudt, der Direktor der Volkshochschule Kaiserslautern.

Die Volkshochschule hat in den letzten Jahren eine hauptamtliche Stelle für den Betrieb der Außenstelle eingerichtet und in die technische Ausstattung der Friedenskapelle einen höheren fünftstelligen Betrag investiert. Auch die Spenden von Lautrer Bürgerinnen und Bürgern, die der VHS Kaiserslautern zugedacht worden sind, wurden zweckgebunden in die Ausstattung und Unterhaltung der Friedenskapelle investiert. Die Volkshochschule fiebert der Wiederinbetriebnahme der Friedenskapelle entgegen. Sie plant für das nächste Jahr wieder besondere und herausragende Veranstaltungen in den Bereichen Literatur, Konzerte, Poltische Bildung, Jugend- und Kinderkultur sowie Bildung. Heute hat die Bauverwaltung der VHS angekündigt, das sie für den Zeitraum der Bauarbeiten keine Miete und Nebenkosten zahlen muss. Dafür bedankt sich die Volkshochschule herzlich.

 

Quelle Text/Bild:
VHS Kaiserslautern – Weiterbildungszentrum
Kanalstr. 3
67655 Kaiserslautern
http://www.vhs-kaiserslautern.de

Kaiserslautern, 06.07.2020

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