Qualitätsverbesserung bei komplexen Operationen durch Konzentrationen

Die Einführung sowie die Anhebung von Mindestmengen für bestimmte Operationen haben zu einer wichtigen weiteren Konzentration der an der Versorgung beteiligten Krankenhaus-Standorte und zu einer signifikanten Erhöhung der durchschnittlichen Fallzahlen in den versorgenden Häusern geführt. Das zeigt das Online-Portal „Qualitätsmonitor“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), das jetzt mit Daten für das Jahr 2024 aktualisiert worden ist. Der Qualitätsmonitor macht für insgesamt sechs Indikationen teilweise große regionale Unterschiede in der stationären Versorgung transparent. In Rheinland-Pfalz und im Saarland zeigen sich deutliche Spezialisierungsprozesse. Komplexe Krebsoperationen werden zunehmend auf weniger Krankenhausstandorte konzentriert:

In Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Krankenhäuser, die komplexe (Krebs-)Operationen durchführen, zwischen 2020 und 2024 in allen vier Mindestmengen-Bereichen zurückgegangen. Bei Brustkrebs von 29 auf 21 Standorte, bei Lungenkrebs von 20 auf 14, bei Bauchspeicheldrüsen-Eingriffen von 20 auf 16 und bei Speiseröhren-Operationen von 8 auf 6. Gleichzeitig wurden insbesondere Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse (376 auf 406 Fälle) und der Speiseröhre (184 auf 242 Fälle) auf weniger Standorte konzentriert.

Im Saarland setzte sich diese Entwicklung ebenfalls fort. Die Zahl der Leistungserbringer sank bei Brustkrebs von 6 auf 5, bei Lungenkrebs von 4 auf 3 sowie bei Bauchspeicheldrüsen- und Speiseröhren-Operationen jeweils von 6 auf 3 beziehungsweise von 4 auf 2 Standorte. Zugleich stieg die Zahl der Brustkrebsoperationen von 870 auf 915 und der Lungenkrebsoperationen deutlich von 235 auf 339 Fälle. Die Entwicklung in beiden Bundesländern unterstreicht, dass Mindestmengen die Versorgung komplexer Eingriffe zunehmend auf erfahrene Krankenhäuser bündeln.

„Die Behandlung in zertifizierten Zentren zeigt eindeutige Überlebensvorteile für die Patientinnen und Patienten. Daher sollte das gemeinsame Bestreben sein, die Zentralisierung von Krebsbehandlungen in zertifizierten Kliniken weiter voranzutreiben. Neben klaren Vorgaben zur Fallzahl müssen die zertifizierten Einrichtungen zahlreiche weitere Kriterien zur Struktur- und Prozessqualität erfüllen und eine leitliniengerechte Behandlung in Sinne der Patientinnen und Patienten gewährleisten“, sagt Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse.

Qualitätsmonitor ermöglicht Auswertungen zu sechs Indikationen

Das Online-Portal „Qualitätsmonitor“ beleuchtet Struktur- und Qualitätsunterschiede in der Krankenhausversorgung. Es ermöglicht Auswertungen nach verschiedenen Qualitäts- und Strukturindikatoren zu den Indikationen Herzinfarkt, Brustkrebs, Lungenkrebs, Versorgung von Schenkelhalsbrüchen sowie zu komplexen chirurgischen Eingriffen an der Bauchspeicheldrüse und der Speiseröhre. In Zeitreihen lässt sich die Entwicklung bei verschiedenen Qualitätsthemen anzeigen. Zudem sind regionale Vergleiche zwischen den Bundesländern und Daten zu einzelnen Kliniken abrufbar. Die Nutzerinnen und Nutzer haben die Möglichkeit, die Qualitätskennzahlen in Karten oder Diagrammen zu visualisieren und herunterzuladen. Die Daten im Qualitätsmonitor werden jährlich aktualisiert, nun wurde das Datenjahr 2024 hinzugefügt.

Link: www.qualitaetsmonitor.de



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Quelle Text/Bild:
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Eisenberg, 07.08.2026