Pro-Kopf-Verschuldung von Land und Kommunen steigt Ende 2025 auf 9.600 Euro

Zum Jahresende 2025 waren das Land Rheinland-Pfalz und seine Kommunen – einschließlich ihrer Extrahaushalte – mit insgesamt 39,4 Milliarden Euro beim nicht-öffentlichen Bereich verschuldet. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, waren das rund 480 Millionen Euro bzw. 1,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die rechnerische Pro-Kopf-Verschuldung erhöhte sich entsprechend auf rund 9.600 Euro. Im Vergleich der Flächenländer, deren Durchschnittswert knapp 9.000 Euro beträgt, reiht sich das Land im Mittelfeld ein.

Während die Verschuldung des Landes gegenüber dem Vorjahr um 660 Millionen Euro (-2,3 Prozent) auf 28,4 Milliarden Euro oder knapp 6.900 Euro pro Kopf sank, war in der Gesamtbetrachtung der kommunalen Ebene ein Anstieg der Schulden um 11,7 Prozent auf fast 11 Milliarden Euro zu beobachten. Die rechnerische Pro-Kopf-Verschuldung der Kommunen erhöhte sich auf durchschnittlich knapp 2.700 Euro. Damit steht Rheinland-Pfalz auf dem fünften Rang der Flächenländer mit den am höchsten verschuldeten Kommunen.

Liquiditätskredite stiegen um rund 600 Millionen Euro

Nachdem im Jahr 2024 die Umsetzung der Partnerschaft zur Entlastung der Kommunen (PEK-RP) erfolgte, in deren Rahmen das Land von besonders belasteten Kommunen Liquiditätskredite übernommen hatte, kam es 2025 zu einem erneuten Anstieg der Liquiditätskredite der Kommunen von 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 2,9 Milliarden Euro (plus 25,6 Prozent) im Jahr 2025  Mit Liquiditätskrediten von fast 700 Euro pro Kopf liegt Rheinland-Pfalz auf dem zweithöchsten Rang der Flächenländer.

Kreisfreie Städte höher verschuldet als Landkreisbereiche

Auf der kommunalen Ebene sind deutliche Unterschiede bei den Schuldenständen zu beobachten. Während die kreisfreien Städte mit durchschnittlich gut 4.300 Euro pro Einwohnerin bzw. Einwohner verschuldet sind, liegt der Wert für die Landkreisbereiche knapp unter 2.000 Euro; die Landkreisbereiche bestehen aus den Haushalten von Landkreisen, verbandsfreien Gemeinden, Verbandsgemeinden und Ortsgemeinden.

Unter den kreisfreien Städten wies Ludwigshafen am Rhein Ende 2025 mit rund 6.500 Euro die höchste, Landau in der Pfalz mit knapp 2.200 Euro die geringste Pro-Kopf-Verschuldung auf. Die Landkreisbereiche bewegten sich innerhalb einer Spanne von rund 4.200 Euro im Landkreis Kusel bis gut 300 Euro im Westerwaldkreis.

Land und Kommunen unterscheiden sich bei Schuldenstruktur

Das Land deckt seinen Kreditbedarf größtenteils durch Wertpapierschulden. Ende 2025 lag der Anteil der ausstehenden Liquiditätskredite an der Gesamtverschuldung bei lediglich rund einem Prozent.

Rund 26 Prozent der Schulden der Kommunen sind Liquiditätskredite

Die Kommunen finanzieren sich hingegen überwiegend durch Investitions- sowie Liquiditätskredite. Der Anteil der Liquiditätskredite, die der Überbrückung vorübergehender Liquiditätsengpässe dienen, machten bei den Kommunen Ende 2025 im Durchschnitt rund 26 Prozent der Gesamtverschuldung aus, im Vorjahr lag der Anteil, nach der teilweisen Übernahme der Liquiditätskredite durch das Land, bei rund 23 Prozent.

Unter den kreisfreien Städten war der Anteil der Liquiditätskredite an der Gesamtverschuldung in der Stadt Frankenthal (Pfalz) mit mehr als 60 Prozent am höchsten, während die Stadt Koblenz einen Anteil der Liquiditätskredite von weniger als 2 Prozent meldete. Im Landkreisbereich Birkenfeld haten die Liquiditätskredite einen Anteil von gut 60 Prozent, die Landkreisbereiche Mainz-Bingen und Westerwaldkreis verzeichneten dagegen keine Liquiditätskredite.

Betrachtet man die Pro-Kopf-Belastung durch diese Kredite, stand Frankenthal mit rund 3.400 Euro je Einwohner ebenfalls an der Spitze der kreisfreien Städte. Koblenz verzeichnete hierbei mit 88 Euro den niedrigsten Wert. Unter den Landkreisbereichen wies Kusel mit knapp 1.400 Euro den höchsten rechnerischen Pro-Kopf-Wert auf.

Wie wurden diese Ergebnisse ermittelt?

Die Daten stammen aus der jährlichen Schuldenstatistik des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz sowie für den Vergleich der Bundesländer aus der Schuldenstatistik des Statistischen Bundesamtes und der Statistischen Ämter der Länder.

Die Schulden umfassen Liquiditätskredite (Kassenkredite), Investitionskredite und Wertpapierkredite des öffentlichen Gesamthaushaltes (Kernhaushalte und Extrahaushalte) des Landes bzw. der kommunalen Gebietskörperschaften.

Es werden nur die Schulden gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich ausgewiesen, beispielsweise bei Kreditinstituten oder privaten Unternehmen. Schulden innerhalb des öffentlichen Bereichs, zum Beispiel zwischen einer Ortsgemeinde und einer Verbandsgemeinde, bleiben demnach unberücksichtigt.

Die Pro-Kopf-Verschuldung bezeichnet die rein rechnerische Verschuldung der jeweiligen Gebietskörperschaft in Relation zur Einwohnerzahl. Für die Berechnung wurden die Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung zum 30. Juni 2025 auf Grundlage des Zensus 2022 herangezogen.

Autor: Clemens Jahn (Abteilung Staat, Private Haushalte)

 

 

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Quelle Text/Bild:
Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Mainzer Straße 14-16
56130 Bad Ems

www.statistik.rlp.de

Kaiserslautern, 05.08.2026