Eschborn, 17. Juni 2026 – Zurzeit sind sie überall zu finden – auf Feldern, Wiesen, entlang von Waldwegen oder auch im Stadtpark. Kaum ein Spaziergang vergeht, ohne dass sie sich im Fell des Vierbeiners verfangen: Die Rede ist von Grannen. Die kleinen, borstigen Pflanzenteile wirken auf den ersten Blick harmlos, können für Hunde und Katzen jedoch schwere gesundheitliche Folgen haben. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. informiert daher über die Risiken und erklärt, wie Tierhalterinnen und Tierhalter ihre Tiere bestmöglich schützen können.
Grannen sind kleine Pflanzenteile, die sich beispielsweise an den Ähren verschiedener Getreidearten oder Wildgräser befinden. Mit Widerhaken ausgestattet, können sie sich leicht im Fell festsetzen und über die Haut oder Körperöffnungen wie Nase, Ohren oder Augen in das Tier eindringen und von dort aus weiter im Körper wandern. „Viele Tierhalterinnen und Tierhalter unterschätzen die Gefahr, die von Grannen ausgeht. Die Pflanzenteilchen können in der Haut schmerzhafte Entzündungen und eitrige Abszesse verursachen, im Ohr das Trommelfell schädigen oder im Auge zu Hornhautschäden bis hin zur Erblindung führen“, warnt Dr. Laura Witting, Tierärztin und Referentin Tierschutz bei der Tierschutzorganisation TASSO e.V.
Grannen rechtzeitig entdecken
Wenn der Hund während oder nach dem Spaziergang oder die Katze nach ihrem Freigang plötzlich eines dieser Symptome zeigt, sollten Tierhalter:innen aufmerksam werden und ihren Vierbeiner sofort nach Grannen abtasten:
- auffällig häufiges Niesen oder einseitiger Nasenausfluss
- Augenkneifen oder auffälliger Augenausfluss
- intensives Kratzen am Auge oder Ohr
- ständiges Kopfschütteln
- Pfoten schlecken
- plötzliches Humpeln
Entscheidend ist, Grannen möglichst frühzeitig zu erkennen und zu entfernen. Wenn die Granne nur leicht in der Haut oder im Fell des Hundes oder der Katze steckt, können Tierhalter:innen versuchen, sie selbst zu entfernen. „Ist die Granne jedoch bereits tiefer in den Körper eingedrungen, sollte umgehend eine Tierarztpraxis aufgesucht werden“, rät Dr. Witting.
Vorbeugung und Kontrolle
Um das Grannen-Risiko zu verringern, sollten Hunde möglichst nicht durch hohes Gras oder Getreidefelder laufen. Allerdings lösen sich Grannen häufig von den Pflanzen und werden durch Wind in der Umgebung verteilt. Deshalb ist überall Vorsicht geboten. Dr. Witting weist darauf hin, dass Hunde und Katzen während der Grannenzeit täglich auf Grannen kontrolliert werden sollten: „Vor allem die Pfoten, Achseln und der Leistenbereich sollten gründlich abgetastet werden. Bei langhaarigen Hunden kann es zudem sinnvoll sein, das Fell zwischen den Ballen etwas zu kürzen.“
Quelle Text/Bild:
TASSO-Haustierzentralregister für die Bundesrepublik Deutschland e.V.
Otto-Volger-Str. 15
65843 Sulzbach/Ts.
Deutschland
www.tasso.net
Sulzbach/Ts., 17.06.2026
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