93.500 Katzen waren im Jahr 2025 vermisst. Jede 4. wurde erst im Zuge der Vermisstenmeldung bei TASSO registriert. Eine aktuelle Auswertung der Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes kostenloses Heimtierregister betreibt, macht deutlich, wie häufig Katzen trotz vorhandenem Chip nicht registriert werden. Dabei sind die Kennzeichnung und die anschließende Registrierung in einem zentralen Register der entscheidende Faktor, damit entlaufene Katzen wieder nach Hause zurückkehren können.
Katzen entlaufen etwa dreimal häufiger als Hunde. Zudem dauert eine Rückvermittlung bei Katzen oft länger. Beides liegt in der Natur der Sache: Viele Katzen dürfen unbegleiteten Freigang genießen und geraten daher eher mal in gefährliche oder erschreckende Situationen. Die wendigen Vierbeiner sind neugierig und verstecken sich auch in kleinen Lücken, was nicht selten dazu führt, dass sie eingesperrt werden. Außerdem sind wir Menschen es gewöhnt, eine Katze ohne begleitenden Menschen zu sehen und reagieren darauf – anders als bei Hunden – nicht irritiert.
Damit eine aufgefundene Katze sicher identifiziert werden kann, ist es wichtig, dass sie mit einem Transponder (umgangssprachlich auch Chip genannt) gekennzeichnet ist. Auf diesem Chip befindet sich eine 15-stellige einmalige Nummer, die mit einem speziellen Lesegerät ausgelesen werden kann. Sie sagt jedoch nichts darüber aus, wo diese Katze zu Hause ist und wem sie gehört. Daher ist der auf die Kennzeichnung folgende Schritt, die Registrierung, so wichtig. Die Nummer des Chips wird dabei gemeinsam mit den Daten des Tieres und seiner Halter:innen in einer zentralen Datenbank registriert. Von nun an ist das Tier zweifelsfrei zu identifizieren und sein:e Halter:in kann im Fundfall umgehend kontaktiert werden.
„An dieser Stelle haben wir leider oft eine Lücke“, beobachtet Heike Wempen-Dany, Leiterin der TASSO-Notrufzentrale. Sie vermutet, dass unter anderem ein weitverbreitetes Missverständnis ein Grund dafür ist, dass zahlreiche gechippte Tiere nicht registriert werden. „Viele Menschen gehen davon aus, dass ein Tier automatisch auch registriert ist, wenn es gechippt wird. Sie wissen nicht, dass sie selbst diesen Schritt noch erledigen müssen“, sagt Wempen-Dany. Zwar bieten viele Tierarztpraxen an, im Zuge des Chippens über eine Schnittstelle mit ihrer Praxissoftware auch die Registrierung bei TASSO zu übernehmen, aber das ist nicht immer der Fall. Die Leiterin der Notrufzentrale weiß aus Erfahrung, dass viele Tierhalter:innen sich in falscher Sicherheit wiegen und daher irritiert reagieren, wenn sie ihr Tier vermisst melden und erfahren, dass es bislang gar nicht registriert war.
„Natürlich registrieren wir das entlaufene Tier dennoch und dabei fällt auf, dass die meisten Katzen durchaus gechippt sind und nur der Schritt der Registrierung nicht gemacht wurde,“ sagt Wempen-Dany. Bei dieser sogenannten „Notregistrierung“ werden die Daten genauso sicher in der Datenbank abgelegt und eine Rückvermittlung wird im Fundfall ebenfalls möglich.
Doch schneller, sicherer und vor allem für die Tierhalter:innen stressfreier ist es, die Tiere gleich kostenlos bei TASSO zu registrieren. „Eine Kennzeichnung ohne Registrierung ist vergleichbar mit einem Handy, das keinen Empfang hat. Es ist eine wichtige Basis, aber im Ernstfall wenig hilfreich“, erklärt Wempen-Dany das Motto der TASSO-Registrierungskampagne „Chippen ohne Registrieren ist wie Handy ohne Netzempfang“.
Was können Tierhalter:innen heute tun?
Wer nicht 100 Prozent sicher ist, dass das eigene Tier wirklich registriert ist, kann das mit wenigen Klicks über die Transponderabfrage der TASSO-Webseite (www.tasso.net/transponderabfrage) überprüfen und ggf. nachholen. Tierhalter:innen sollten zudem in der Tierarztpraxis immer proaktiv nachfragen, was nach dem Chippen passiert. Tierärzt:innen sollten im Idealfall immer darüber informieren, ob sie die Registrierung übernehmen oder nicht. „So kann das große Missverständnis hoffentlich langfristig aus der Welt geschafft werden, wir können Tiere noch schneller nach Hause bringen und Tier und Mensch wird Stress erspart“, hofft Wempen-Dany.
Quelle Text/Bild:
TASSO-Haustierzentralregister für die Bundesrepublik Deutschland e.V.
Otto-Volger-Str. 15
65843 Sulzbach/Ts.
Deutschland
www.tasso.net
Sulzbach/Ts., 27.05.2026
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