Wo steht die Stadt in Sachen Glasfaserausbau?
Seit 2025 herrscht rege Bautätigkeit im Stadtgebiet. Allein acht Bautrupps der OXG (u.a. Vodafone) sind in den mittleren und westlichen Teilen der Kernstadt aktiv, die zum Teil 100 Meter Strecke pro Tag machen. Insgesamt 120 Streckenkilometer will das Unternehmen verlegen, wovon derzeit etwa 30 Streckenkilometer geschafft sind. Rund 12.000 von den insgesamt rund 23.000 Lautrer Adressen wären damit versorgt. Parallel dazu baut die Telekom im Lautrer Osten aus, wo sie bis Jahresende 7.500 Anschlüsse gelegt haben will.
Die Zahl der Glasfaseranschlüsse, die Anfang 2025 noch etwa nur 15 Prozent der Internetanschlüsse ausmachten, wächst also stetig.
Wie sieht es in den Ortsbezirken aus?
Morlautern, Hohenecken, der Einsiedlerhof und Dansenberg verfügen bereits weitestgehend über gigabitfähige und verhältnismäßig kostengünstige Anschlüsse über das inzwischen von Vodafone betriebene Kabelfernsehnetz. Das führt dazu, dass viele Menschen nicht bereit sind, die von den Telekommunikationsunternehmen meist gewünschten Vorabverträge abzuschließen. Liegen diese jedoch nicht in ausreichender Zahl vor, entscheidet sich das Unternehmen – im Falle der vier Ortsbezirke war das die Deutsche Glasfaser – gegen einen Ausbau.
In Siegelbach und Erfenbach kam es zu einer positiven Vorabfrage durch die Deutsche Glasfaser. Allerdings hat das Unternehmen bislang nicht mit dem Ausbau begonnen, weswegen inzwischen die Mawacon – ein Anbieter aus Eisenberg – auf den Plan getreten ist.
Völlig offen ist derzeit die Situation in Erzhütten/Wiesenthalerhof, Mölschbach und Erlenbach. Dort wollten die SWK ausbauen, haben sich dann aber zurückgezogen. Hierzu führt die Stadt derzeit Gespräche.
Im Übrigen dienen nicht alle derzeitigen Glasfaserbaustellen den Hausanschlüssen. So laufen aktuell etwa Bauarbeiten von Vodafone in Hohenecken, Siegelbach und Erfenbach. Diese dienen aber der schnelleren Versorgung der Mobilfunkantennen.
Kann die Stadt den Ausbau forcieren oder selbst in die Hand nehmen?
Grundsätzlich hat der eigenwirtschaftliche Ausbau durch Telekommunikationsanbieter immer Vorrang vor der öffentlichen Hand. Das bedeutet, die Stadt kann nur selbst tätig werden, wenn keinerlei Interesse seitens der Privatwirtschaft besteht.
Gibt es dafür Fördermittel?
Die gibt es, allerdings nur dort, wo noch keine gigabitfähigen Anschlüsse vorhanden sind. An Orten also, wo durch das Fernsehkabelnetz solche Anschlüsse bereits liegen, wie etwa in Hohenecken, bekäme die Stadt folglich keine Förderung, was für eine klamme Kommune wie Kaiserslautern eine riesige Hürde darstellt.
Müssen sich die Anbieter mit ihren Baumaßnahmen untereinander abstimmen?
Nein. Auch wenn das gewünscht wäre und von der Stadt gefördert wird, können alle Unternehmen eigene Baustellen errichten und eigene Leitungen legen – völlig unabhängig davon, ob in der Straße bereits eine Glasfaserleitung der Konkurrenz liegt und wann die letzte Baumaßnahme war. Bei Stromleitungen gibt es eine sogenannte Durchlasspflicht, d.h. die Leitungsbetreiber wie etwa die SWK oder die Pfalzwerke müssen ihre Leitungen auch anderen Anbietern zur Verfügung stellen. Bei Internetleitungen ist das nicht so.
Und mit der Stadt?
Auch wenn es für den Bürger schwer begreiflich ist: Die Stadt hat keine rechtliche Möglichkeit, eine solche Baumaßnahme zu verhindern. Ein Unternehmen, das in einer Straße ausbauen will, bekommt dafür immer die Zustimmung. Da spielt es auch keine Rolle, ob in der Straße bereits kürzlich eine Baumaßnahme war oder bereits eine Leitung eines anderen Anbieters liegt.
Die Stadt versucht dennoch, dies soweit wie möglich zu koordinieren, indem sie mit den Unternehmen im permanenten Austausch steht und diese bei ihren monatlichen Baustellen-Koordinierungsrunden an den Tisch holt. Auch berücksichtigt die Stadt bei der Planung eigener Baumaßnahmen die Ausbaupläne der Internetanbieter. So kann zumindest meistens verhindert werden, dass in einer Straße, die von der Stadt gerade saniert wurde, kurz danach Internetanschlüsse gelegt werden.
Werden die Baustellen von der Stadt überwacht?
Ja. Die Kontrolle der Bauarbeiten ist die einzige Einflussmöglichkeit, die die Stadt hat. Sie gewährt den Unternehmen eine sogenannte Aufbruchgenehmigung. Darin ist festgehalten, wie tief gegraben werden darf und wie die Straße bzw. der Gehweg hinterher wiederherzustellen ist. Dies zu kontrollieren ist angesichts der Ausbaugeschwindigkeit der Unternehmen jedoch eine große Herausforderung, weswegen inzwischen ein eigener Mitarbeiter abgestellt wurde, der ausschließlich Glasfaserbaustellen überwacht. Dass dies nötig ist, zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre. Immer wieder muss die Stadt Nachbesserungen verlangen. Auch Baustopps mussten schon verhängt werden. Dann darf erst weitergebaut werden, bis die Fehler behoben sind. Diese Kontrolle ist umso wichtiger, denn die Gewährleistungszeit endet nach fünf Jahren. Danach kann kein Unternehmen für etwaigen Pfusch haftend gemacht werden und die Ausbesserung tragen die Stadt und somit der Steuerzahler.
Wohin kann ich mich bei Fragen wenden?
Für alle Fragen rund ums Thema Glasfaserausbau steht der Gigabitkoordinator im städtischen Tiefbaureferat, Daniel Schleicher, zur Verfügung:
daniel.schleicher@kaiserslautern.de
0631 3652399
Bei rechtlichen Fragen, etwa in Vertragsangelegenheiten, wird empfohlen, sich an die Verbraucherzentrale zu wenden:
Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
Fackelstr. 22
Telefon: 0631 92881
Mail: info@vz-rlp.de
URL: www.vz-rlp.de
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Quelle Text/Bild:
Pressestelle der Stadtverwaltung Kaiserslautern
Willy-Brandt-Platz 1, 67657 Kaiserslautern
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Kaiserslautern, 24.04.2026
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