ACC: Runder Tisch zur Zukunft des Standorts Kaiserslautern

Ministerpräsident Alexander Schweitzer bringt zentrale Akteure zusammen

„Wir sehen in der aktuellen geopolitischen Lage, wie wichtig es ist, dass Deutschland und Europa bei Schlüsseltechnologien nicht von China oder anderen Ländern abhängig sind. Das Thema reicht weit über Rheinland-Pfalz hinaus. Alle Akteure des Runden Tisches sind sich einig, dass die Bundesregierung das Thema als strategische Frage aufnimmt und zeitnah selbst zu einem Runden Tisch einlädt, um gemeinsam den Rückenwind zu organisieren, den die Batteriezellproduktion in Deutschland jetzt braucht. Hierbei handelt es sich gleichermaßen um eine industriepolitische wie auch um eine sicherheitspolitische Aufgabe. Wir können diese wichtigen Fragen nicht von einer unternehmerischen Entscheidung abhängig machen. Es geht um die Sicherheit und den Wirtschaftsstandort unseres Landes“, erklärte Ministerpräsident Alexander Schweitzer nach einem Runden Tisch zur Zukunft des ACC Standortes Kaiserslautern.

Auf Einladung des Ministerpräsidenten kamen alle zentralen Akteure zusammen, um über die strategische Weiterentwicklung des Standorts Kaiserslautern zu beraten. Hintergrund war die Mitteilung der Automotive Cells Company (ACC), die Planungen zur Errichtung einer Gigafactory zur Batteriezellfertigung in Kaiserslautern voraussichtlich nicht weiterzuverfolgen. Nach Bekanntwerden einer möglichen Aufgabe des Vorhabens zur Errichtung einer Gigafactory von ACC Anfang Februar 2026, hat die Landesregierung angekündigt, die Gewerbefläche in Kaiserslautern als „Turbofläche” weiterzuentwickeln. Hierfür wurde eine Task Force eingesetzt, die am 20. Februar 2026 erstmals getagt hat.

„Wir sind in Rheinland-Pfalz mit dem Standort Kaiserslautern hervorragend aufgestellt: Wir haben großes Know-how, gut ausgebildete und erfahrene Fachkräfte, ein starkes wissenschaftliches Netzwerk und die passenden Industriepartner. Mir war heute wichtig, dass wir alle zentralen Akteure zu einem Runden Tisch zusammenbringen, um über strategische Zukunftsfragen zu diskutieren. Dazu gehört auch die Bundesregierung, denn die Batteriezellfertigung in Deutschland ist von europäischer und bundesweiter Bedeutung. Es geht dabei auch um die technologische Unabhängigkeit Deutschlands von anderen Regionen der Welt“, so der Ministerpräsident.

An dem Gespräch nahmen unter anderem Innenminister Michael Ebling, Wirtschaftsstaatssekretärin Petra Dick-Walther, die Oberbürgermeisterin von Kaiserslautern, Beate Kimmel, Vertreterinnen und Vertreter der Unternehmensverbände, der Handwerkskammern, der Industrie- und Handelskammern sowie der IG Metall teil. Von Seiten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie nahm Dr. Beate Baron, Abteilungsleiterin Industriepolitik, teil.

Die geplante Gigafactory der Automotive Cells Company (ACC) ist ein großes grenzüberschreitendes Förderprojekt im Rahmen der „Important Project of Common European Interest (IPCEI)“. In diesem Rahmen haben Bund und Land ACC im Jahr 2021 eine Förderzusage in Höhe von bis zu 437 Millionen Euro erteilt. Der Hauptanteil wird vom Bund getragen. Das Land Rheinland-Pfalz hätte sich mit bis zu 51 Millionen Euro beteiligt. ACC ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Automobilhersteller Mercedes-Benz, Stellantis und des Energiekonzerns TotalEnergies.

„Kaiserslautern bietet die einmalige und zugleich voraussichtlich letzte Chance, in Deutschland eine nationale Batteriezellfertigung aufzubauen. Anders als bei vergleichbaren Projekten ist die industrielle Ausgangsbasis in Kaiserslautern nahezu optimal: Infrastruktur, Genehmigungen und Know-how sind vorhanden. Wenn die bisherigen Gesellschafter nicht weiter investieren wollen, müssen neue Partner gewonnen werden. Das Projekt darf nicht an einzelnen Investitionsentscheidungen scheitern. Die Batteriezelle bleibt eine zentrale Technologie für die kommenden Jahrzehnte – nicht nur für Pkw, sondern für eine Vielzahl weiterer Anwendungen – vom Schwerlastverkehr über Verteidigung bis zur Energiespeicherung. Jetzt liegt es an allen Beteiligten, diese Voraussetzungen in ein tragfähiges industrielles Modell zu überführen. Es nicht zu versuchen, wäre ein industriepolitischer Fehler. Der Runde Tisch ist daher der richtige Impuls, diesen Weg gemeinsam zu gehen“, erklärte Karsten Tacke, Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU) Rheinland-Pfalz.

„Resiliente Lieferketten sind zentral für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der inländischen und europäischen Automobilhersteller sowie den Industriestandort insgesamt. Es ist hochgradig fahrlässig, dass die Anteilseigner von ACC sich zurückziehen und die Gigafactory in Kaiserslautern nicht gebaut werden soll. Stellantis, Mercedes-Benz und Total sägen am Ast, auf dem sie sitzen und gefährden zudem Arbeitsplätze. Das werden wir nicht widerspruchslos hinnehmen! Wir prüfen derzeit, ob die europäischen Förderkriterien eingehalten wurden, und werden gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten. Die IG Metall hat tarifliche Regelungen getroffen, mit denen wir ACC weit entgegengekommen sind. Es ist Zeit, dass sich ACC mit Mut, Ideen und Entschlossenheit dem Wettbewerb stellt und die Gigafactory in Kaiserslautern baut und in Betrieb nimmt“; erklärte Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall Mitte.

„Der runde Tisch heute war ein Auftakt für einen engen Austausch aller Akteure für die Weiterentwicklung des Standorts Kaiserslautern. Wir werden die enge Zusammenarbeit nun fortsetzen und zu einem geeigneten Zeitpunkt auch wieder zu Austauschformaten wie dem runden Tisch einladen“, so Ministerpräsident Alexander Schweitzer abschließend.



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Mainz, 02.03.2026