Im Sitzungssaal 1 des Landgerichts Kaiserslautern fand am 18. Februar 2026 ein Moot Court (= rollenspielerische Simulation einer Gerichtsverhandlung) mit der Integrierten Enkenbach-Alsenborn statt. Die Veranstaltung wurde von der Lehrerin Barbara Armbrust-Friko initiiert und organisiert. Das Landgericht wirkte gerne daran mit, den Schülerinnen und Schülern den Rechtsstaat erfahrbar zu machen.
Schülerinnen und Schüler der 13. Jahrgangsstufe verhandelten zwei literarisch fundierte Strafverfahren unter realitätsnahen Bedingungen. Grundlage des ersten Verfahrens war der Roman „To Kill a Mockingbird“ (dt. “Wer die Nachtigall stört”) von Harper Lee. Im Mittelpunkt stand der Strafprozess gegen den schwarzen Arbeiter Tom Robinson, der im Alabama der 1930er-Jahre trotz erheblicher Zweifel an seiner Schuld von einer weißen Jury verurteilt wird.
Das deutschsprachige Verfahren basierte auf dem Dramenfragment Woyzeck von Georg Büchner. Verhandelt wurde die strafrechtliche Einordnung der Tötung Maries durch Woyzeck, insbesondere die Frage, ob Mord vorliegt oder ob aufgrund einer möglichen Schuldunfähigkeit eine andere rechtliche Bewertung geboten ist.
Ein Richter des Landgerichts begleitete das Projekt vor Ort beratend, erläuterte den Ablauf eines Strafverfahrens und stand den Schülerinnen und Schülern für fachliche Fragen zur Verfügung. Durch diese authentische Unterstützung erhielten die Teilnehmenden vertiefte Einblicke in die gerichtliche Praxis und die Anforderungen juristischer Entscheidungsfindung.
„Das Landgericht Kaiserslautern begrüßt das Engagement der Schule ausdrücklich. Projekte wie der Moot Court fördern das Rechtsverständnis junger Menschen, stärken rhetorische Kompetenzen und vermitteln anschaulich die Bedeutung rechtsstaatlicher Grundsätze“, so ein Sprecher des Landgerichts.
Quelle Text/Bild:
LANDGERICHT KAISERSLAUTERN
Bahnhofstraße 24
67655 Kaiserslautern
www.lgkl.justiz.rlp.de
Kaiserslautern, 26.02.2026











