Am Pfalztheater bringen Regisseur Ekat Cordes und Ausstatterin Anike Sedello mit Philipp Löhles Schauspiel „Die Verwandlung“ eine schwarzhumorige Horrorkomödie auf die Bühne. In größeren Rollen sind Jan Henning Kraus als Vater, Hannelore Bähr als Mutter und Josephine Raschke als Schwester zu erleben. Die Premiere dieses schaurig-lustigen Stücks ist am Freitag, 25. September 2026, um 20 Uhr auf der Werkstattbühne.
„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.“ Mit diesem Satz beginnt Franz Kafkas weltberühmte Erzählung – und ein Albtraum, der nicht nur Gregor, sondern seine ganze Familie erfasst. Eben noch ein gewöhnlicher Handelsvertreter und alleiniger Ernährer seiner Familie, ist er plötzlich gefangen in einem fremden Körper: mit gepanzertem Rücken, zappelnden Beinen und einer piepsigen Stimme. An Arbeit und ein normales Sozialleben ist nicht mehr zu denken!
Der Dramatiker Philipp Löhle dreht in seiner 2023 uraufgeführten Theateradaption von „Die Verwandlung“ die Perspektive radikal um. Hier steht die heillos überforderte Familie im Zentrum, während auf der anderen Seite der verschlossenen Tür das Rieseninsekt rumort. Vater, Mutter und Schwester sehen sich mit einer grotesken Situation konfrontiert, die sie weder begreifen noch bewältigen können. Zwischen Scham, Überforderung und wachsender Härte ringen sie um einen Umgang mit dem Unfassbaren – und mit sich selbst. Akzeptieren sie die Situation anfänglich noch so, wie sie ist, und versuchen, eine neue Beziehung zu ihrem Sohn und Bruder aufzubauen, so lassen sie ihn bald schon links liegen. Sie sind sich einig, dass sie nicht länger mit einem Ungeziefer zusammenleben wollen, und werfen alle Moralvorstellungen über Bord.
Ekat Cordes, der am Pfalztheater bereits bei „Arsen und Spitzenhäubchen“ sein Gespür für Komik, Timing und Absurditäten unter Beweis stellte, gefällt an Löhles Text besonders, dass er Kafkas Vorlage nicht nur nacherzählt, sondern etwas freilegt: den unglaublich schwarzen Humor. Cordes: „Das Grauen und das Komische liegen permanent sehr nah beieinander. Ein Mensch verwandelt sich in ein merkwürdiges Tier – und sehr schnell geht es darum, wer jetzt Geld verdient, wer zur Arbeit geht, wer sich kümmert und wie der Alltag irgendwie weiterlaufen kann. Diese fast erschreckende Normalität im Umgang mit einer vollkommen unmöglichen Situation interessiert mich sehr. Die Familie versucht, sich an das Ungeheuerliche anzupassen, bis selbst die groteske Verwandlung irgendwann Teil ihres Alltags geworden ist.“
Ausstatterin Anike Sedello hat für Cordes’ Inszenierung keine realistische Wohnung entworfen und auch Gregors Verwandlung wollte sie nicht naturalistisch abbilden. Die Familie befindet sich hier in einem abgeschlossenen Raum, der so etwas wie ein Versuchslabor sein könnte. Gregor selbst bleibt weitgehend unsichtbar. Cordes: „Mich interessiert viel mehr, was im Kopf entsteht, wenn man den Käfer nicht gezeigt bekommt. Das, was hinter der Wand sein könnte, ist für mich unheimlicher als jedes konkrete Käferkostüm.“
Franz Kafkas 1915 veröffentlichte Parabel verhandelt zeitlose Fragen: Was ist Menschlichkeit? Wie funktioniert Entfremdung in einem sozialen Umfeld? Wie geht eine Gesellschaft mit Menschen um, die nicht mehr den Erwartungen entsprechen?
Premiere: 25. September 2026, 20 Uhr, Pfalztheater Kaiserslautern, Werkstattbühne
Karten und Termine unter www.pfalztheater.de
———————-
Quelle Text/Bild:
Pfalztheater Kaiserslautern
Willy-Brandt-Platz 4 + 5
67657 Kaiserslautern
www.pfalztheater.de
Kaiserslautern, 16.09.2026
#kaiserslautern #kaiserslauterngermany #Lautern #nachrichtenkl #ktown #klnews #pfalz #westpfalz #pfalztheater













