Überblick
Neue Medizinberufe wie Physician Assistant und Advanced Practice Nurse eröffnen die Chance, die Patientenversorgung effizienter zu gestalten.
Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland, sagt: „Neue Medizinberufe können Aufgaben von Ärztinnen und Ärzten übernehmen und sie so entlasten.“
Martin Till, Landesgeschäftsführer der BARMER in Hessen, sagt: „Aufgrund des wachsenden Fachkräftebedarfs in Arztpraxen und Krankenhäusern werden Physician Assistants in Zukunft unverzichtbarer Teil unserer Gesundheitsversorgung.“
Neue Medizinberufe wie Physician Assistant und Advanced Practice Nurse eröffnen die Chance, die Patientenversorgung effizienter zu gestalten. Das hat das BARMER-Länderforum gezeigt, zu dem die Krankenkasse in den Eltzer Hof in Mainz eingeladen hatten. „Schon heute delegieren Ärztinnen und Ärzte Leistungen an medizinische Fachangestellte sowie nichtärztliche Praxisassistentinnen und Praxisassistenten. Neue Medizinberufe können weitere Aufgaben von Ärztinnen und Ärzten übernehmen und sie so entlasten“, sagte Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland bei der Veranstaltung. Physician Assistants solle es ermöglicht werden, Zweigpraxen eigenverantwortlich zu betreuen und damit besonders in Regionen mit Ärztemangel die medizinische Versorgung zu stärken.
Gesundheitsversorgung: Physician Assistants in Zukunft unverzichtbar
Auch Martin Till, Landesgeschäftsführer der BARMER in Hessen, riet: „Aufgrund des wachsenden Fachkräftebedarfs in Arztpraxen und Krankenhäusern werden Physician Assistants in Zukunft unverzichtbarer Teil unserer Gesundheitsversorgung. Ihre Position und Verantwortung sollte früh mit weiterem Ausbau von Kompetenzen und Verantwortung in den Bereichen Prävention, Patientenkommunikation, Telemedizin und Koordination von Gesundheitsdienstleistern bestätigt werden.“
Joos plädiert für hausärztlich verankertes Primärversorgungsteam
Professor Stefanie Joos, Ärztliche Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung an der Uniklinik Tübingen, sagte: „Unsere Gesellschaft wird älter, immer mehr Menschen leben mit mehreren Erkrankungen und zugleich ist medizinisch immer mehr möglich. Deshalb brauchen wir einen Ort, der für alle gut zugänglich ist und verbindlich Versorgungsverantwortung übernimmt, nämlich ein hausärztlich verankertes, interprofessionelles Primärversorgungsteam, das akute wie chronische Erkrankungen behandelt, Informationen zusammenführt und den Versorgungsprozess steuert mit mehr Raum für Beratung und Prävention als heute. Über qualifizierte Überweisungen und verbindliche Rückmeldungen können fachärztliche Expertise und andere Gesundheitsberufe gezielt nach Bedarf und Dringlichkeit einbezogen werden. Das nimmt Druck aus dem System und ermöglicht eine bedarfsgerechtere Versorgung. Dafür brauchen wir eine verbindliche Einschreibung, klare Versorgungsaufträge, passende Vergütungs- und Haftungsregeln und eine funktionierende IT.“
Grau: Kommunen stärker in die Gesundheitsversorgung einbeziehen
Armin Grau, Mitglied des Deutschen Bundestags (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) für den Wahlkreis Ludwigshafen-Frankenthal, sagte: „Deutschland braucht rasch ein gutes interprofessionelles und digital unterstütztes Primärversorgungssystem mit einer Einschreibung in die Praxen, unbürokratischer Qualitätssicherung und einem Fokus auf Prävention und Gesundheitsförderung. In Gesundheitsregionen müssen wir für eine bessere Zusammenarbeit aller ambulanten und stationären Leistungserbringer sorgen und Anreize für Prävention und Gesundheitsförderung schaffen. Die Kommunen müssen stärker in die Gesundheitsversorgung einbezogen und gefördert werden, etwa bei einer Gründung kommunaler Medizinischer Versorgungszentren.“
Hefel: „Arbeit im Praxisteam neu organisieren“
Daniel Hefel, Founder und CEO des Gesundheitsunternehmens Lillian Care, sagte: „Wenn wir die hausärztliche Versorgung langfristig sichern wollen, müssen wir die Arbeit im Praxisteam neu organisieren und vorhandene Kompetenzen besser nutzen. Physician Assistants können qualifikationsgerecht mehr Aufgaben übernehmen und Ärztinnen und Ärzte damit gezielt entlasten. Verantwortung zu teilen bedeutet dabei nicht, ärztliche Verantwortung abzugeben, sondern Versorgung im Team sinnvoller zu organisieren. So können wir mehr Patientinnen und Patienten zuverlässig versorgen und gleichzeitig die medizinische Qualität sichern.“
Sydow: „Weichen für gute Patientenversorgung werden heute gestellt“
Stefan Sydow, Leiter der Abteilung Gesundheit im Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, sagte: „Die Weichen für eine weiterhin gute Patientenversorgung von morgen werden heute gestellt. Ob Krankenhaus-, Rettungsdienst-, Notfall- oder Apothekenreform, die Einführung eines Primärversorgungssystems oder die Stärkung der Resilienz bis hin zur zivil-militärischen Gesundheitsvorsorge – für alle Bereiche muss der Grundsatz gelten: Die richtige Ressource, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit. Dafür müssen wir Verantwortung neu verteilen und Versorgung konsequent als Kette denken. Eine gezielte Patientensteuerung wird dabei ebenso entscheidend sein wie die intelligente Nutzung von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz.“
Physician Assistants bereits in vielen Praxen und Kliniken fest etabliert
Mona Kleine von der Deutschen Gesellschaft für Physician Assistants (DGPA) sagte: „Physician Assistants sind bereits in vielen Praxen und Kliniken fest etabliert und leisten einen wichtigen Beitrag zur Versorgung. Gleichzeitig fehlt es vielerorts an strukturierten Implementierungskonzepten, um ihr Potenzial optimal in die bestehenden Versorgungsstrukturen einzubinden. Zudem sind bundeseinheitliche Standards für die Ausbildung von Physician Assistants erforderlich. Die DGPA engagiert sich vor diesem Hintergrund bundesweit für die Anerkennung, Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Berufsbildes sowie für die nachhaltige Etablierung des Physician Assistants.“
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Quelle Text/Bild:
BARMER Landesvertretung Rheinl.-Pfalz/Saarland
Rheinallee 84
55120 Mainz
www.barmer.de
Kaiserslautern, 18.08.2026











