Es hatte Symbolcharakter: Pünktlich zum Beginn der Einweihungsfeier hob der Rettungshubschrauber „Christoph 66“ am Montagnachmittag, 10. August, von der neuen ADAC-Luftrettungsstation in Rockenhausen-Dörnbach zu einem Rettungseinsatz ab. Während zahlreiche Gäste in der neuen Halle zusammengekommen waren, um den modernen Holzneubau zu feiern, lag die bisherige provisorische Ersatzhalle auf dem gegenüberliegenden kleinen Flugplatz noch in Sichtweite.
Aus Mainz war Dirk Herber, Staatssekretär im Ministerium des Innern, für Integration und Verkehr Rheinland-Pfalz, zur Einweihung angereist. Zu den weiteren Gästen gehörten die Landräte Rainer Guth (Donnersbergkreis), Ralf Leßmeister (Landkreis Kaiserslautern), Johannes Huber (Landkreis Kusel) sowie der ehemalige Landrat und heutige Landtagsabgeordnete Otto Rubly (Landkreis Kusel). Die drei Kommunalpolitiker Guth, Leßmeister und Rubly hatten mit ihrer konsequenten Haltung im Jahr 2018 maßgeblichen Anteil daran, dass ein Rettungshubschrauber in der Westpfalz stationiert werden konnte. Wie Landrat Guth in seiner Ansprache erläuterte, waren die anfänglichen Widerstände gegen das Projekt seitens der Landesregierung und den Krankenkassen erheblich. Letztlich konnte über das Konstrukt der innerklinischen Verlegungsflüge über einen Interimszeitraum der Bedarf und die Notwendigkeit eines Rettungshubschraubers mehr als nachgewiesen werden.
Ebenfalls an der Feier teilnahmen Michael Vettermann, Stadtbürgermeister von Rockenhausen, Dr. med. Michael Kinn, Leitender Oberarzt am Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern, Prof. Dr. med. Thomas Volk, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum des Saarlandes, sowie Frédéric Bruder, Vorsitzender der Geschäftsführung der ADAC Luftrettung. Dipl.-Ing. Helmut Wedig, Geschäftsführer der Planungsgesellschaft Jörg Kühn mbH, stellte die wesentlichen Fakten zur neuen Luftrettungsstation vor. Die Moderation übernahm Benjamin Heese, Bereichsleiter Partnermanagement der ADAC Luftrettung. In ihren Reden waren sich die Beteiligten einig, dass der Rettungshubschrauber für die schnelle notfallmedizinische Versorgung in der weitläufigen und zum Teil schwer zugänglichen Region der Westpfalz von großer Bedeutung ist.
Der Landkreis Kaiserslautern ist für die Stadt Kaiserslautern und die umliegenden Landkreise die federführende Rettungsdienstbehörde. „Wir freuen uns über diesen großartigen Schritt einer dauerhaften und nicht mehr weg zu denkenden Etablierung eines Rettungshubschraubers für unsere Bevölkerung – und das nicht nur für die Westpfalz, sondern weit darüber hinaus“, betonte Landrat Ralf Leßmeister. „Unsere Beharrlichkeit und unsere Bemühungen finden mit dieser Rettungsstation einen großartigen Abschluss. Mein Dank gilt meinen Kollegen Rainer Guth und Otto Rubly, für deren großartige Unterstützung.“
Wichtiger Bestandteil der Notfallversorgung
Die Geschichte und Odyssee des Rettungshubschraubers begann 2018 im Interimsstandort in Sembach (Landkreis Kaiserslautern), damals noch mit der Johanniter-Luftrettung und der so genannten „Rednose“, über Eßweiler im Landkreis Kusel bis zur offiziellen Indienststellung des „Christoph 66“ durch die gemeinnützige ADAC Luftrettung im Jahr 2019 am Interimsstandort in Imsweiler (Donnersbergkreis). Seither hat sich der Standort zu einem unverzichtbaren Bestandteil der notfallmedizinischen Versorgung in der Region entwickelt. Die Einführung der Rettungswinde im Jahr 2022 und die langfristige Sicherung des Standorts bis 2048 waren weitere wichtige Meilensteine.
Mit der neuen Luftrettungsstation in Rockenhausen-Dörnbach wird nach Angaben der ADAC Luftrettung die erste nachhaltige Luftrettungsstation Deutschlands in Betrieb genommen. Nach einer intensiven Planungs- und Bauphase bietet der Neubau „Christoph 66“ eine dauerhafte Heimat. Die Station schafft optimale Bedingungen für die Einsatzcrews, verfügt über eine moderne Infrastruktur für den Flugbetrieb und sichert damit langfristig die notfallmedizinische Versorgung der Bevölkerung bis zum Jahr 2048.
Einsatzgebiet und Besetzung
Am Standort in Dörnbach sind drei Piloten der ADAC Luftrettung sowie drei Notfallsanitäter mit der Zusatzqualifikation „Technical Crew HEMS Hoist Operations“ (TC HHO) beschäftigt. 15 Notärztinnen und Notärzte des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg und des Westpfalz-Klinikums Kaiserslautern vervollständigen das Team.
Das Einsatzgebiet von „Christoph 66“ umfasst die Stadt Kaiserslautern, den Landkreis Kaiserslautern, den Landkreis Kusel, den Landkreis Birkenfeld sowie den Donnersbergkreis. Für Patientenverlegungen wird der Rettungshubschrauber in ganz Rheinland-Pfalz eingesetzt. Darüber hinaus ist „Christoph 66“ offizieller Intensivtransporthubschrauber des Saarlandes.
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Bild: Reiner Voß, © Landkreis Kaiserslautern
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Kaiserslautern, 12.08.2026
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