BARMER-Studie sieht gute Apotheken-Erreichbarkeit

Kernergebnisse
– 94 Prozent der Bevölkerung in Rheinland-Pfalz erreichen eine Apotheke innerhalb einer Wegstrecke von maximal sechs Kilometern.
– Im Durchschnitt befinden sich in Rheinland-Pfalz für jede Einwohnerin und jeden Einwohner 11,0 Apotheken in einem Radius von sechs Kilometern.
– Die BARMER kritisiert Teile der im aktuellen rheinland-pfälzischen Koalitionsvertrag festgehaltenen apothekenpolitischen Ziele.

Die Erreichbarkeit von Apotheken ist für einen Großteil der rheinland-pfälzischen Bevölkerung gut. Das zeigt eine Auswertung des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung. Demnach erreichen 94 Prozent der Bevölkerung in Rheinland-Pfalz eine Apotheke innerhalb einer Wegstrecke von maximal sechs Kilometern. Bei 65 Prozent der Bevölkerung in dem Bundesland ist das sogar innerhalb einer Wegstrecke von maximal zwei Kilometern der Fall. „Pauschale politische Fördermaßnahmen für Apotheken sind nicht zu rechtfertigen. Die im rheinland-pfälzischen Koalitionsvertrag von CDU und SPD angekündigte Unterstützung der im Bundeskoalitionsvertrag festgehaltenen Erhöhung des Packungsfixumbetrags im Apothekenhonorar ist kritisch zu sehen“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Der von den Mainzer Koalitionären angestrebten Förderung von Investitionen im Zuge von Apothekenübernahmen in strukturschwachen Regionen müsse eine gründliche Analyse vorgeschaltet sein, die auf Basis der Apotheken-Erreichbarkeit die Notwendigkeit der Förderung prüfe.

Rheinland-Pfalz: elf Apotheken im Umkreis von sechs Kilometern
Wie aus der BARMER-Analyse weiter hervorgeht, wäre bei 61 Prozent der rheinland-pfälzischen Apotheken im Fall ihrer Schließung die Erreichbarkeit einer anderen Apotheke innerhalb einer Wegstrecke von bis sechs Kilometern gegeben. Im Durchschnitt befinden sich in Rheinland-Pfalz für jede Einwohnerin und jeden Einwohner 11,0 Apotheken in einem Radius von sechs Kilometern. Bei der rheinland-pfälzischen Bevölkerung ab 65 Jahren sind es durchschnittlich 10,3 Apotheken. Nur 6,3 Prozent der Menschen in Rheinland-Pfalz sind ohne Apotheke in einem Umkreis von sechs Kilometern. Am niedrigsten ist dieser Wert in rheinland-pfälzischen Städten wie Mainz, Ludwigshafen, Koblenz und Trier mit null Prozent, am höchsten ist er im Eifelkreis Bitburg-Prüm mit 37,3 Prozent, was auch der bundesweite Höchstwert ist. „Mögliche Unterstützungsmaßnahmen der Politik für Apotheken sollten zielgenau an der lokalen Versorgungssituation ausgerichtet sein. Eine Förderung von Apotheken nach dem Gießkannenprinzip ist falsch“, betont Kleis. Das gelte umso mehr in Zeiten angespannter Finanzhaushalte.



Fragen und Antworten

Auf welchen Daten basiert die Analyse?
Das BARMER Institut für Gesundheitssystemforschung hat anhand der Abrechnungsdaten der BARMER die Standorte der Apotheken abgeleitet und für seine Analyse die Einwohnerzahlen gemäß Zensus sowie das deutsche Fußwegenetz von OpenStreetMap einbezogen.

Gibt es regionale Unterschiede bei der Erreichbarkeit von Apotheken?
Ja. Im Durchschnitt befinden sich in Mainz für jede Einwohnerin und jeden Einwohner 48,7 Apotheken in einem Radius von sechs Kilometern. Hier ist die Dichte an Apotheken landesweit am höchsten. Am niedrigsten ist sie im Landkreis Cochem-Zell. Hier finden Einwohnerinnen und Einwohner in einem Radius von sechs Kilometern im Durchschnitt 1,4 Apotheken.

Wie gut sind Apotheken für Seniorinnen und Senioren erreichbar?
Anhand von Bevölkerungsdaten hat das BARMER Institut für Gesundheitssystemforschung analysiert, wie gut Apotheken für Einwohnerinnen und Einwohner ab 65 Jahren erreichbar sind. Auch hier gibt es regionale Unterschiede. In Mainz finden ab 65-Jährige im Umkreis von sechs Kilometern im Durchschnitt 46,3 Apotheken, was der landesweite Höchstwert ist. Den niedrigsten Wert verzeichnet bei dieser Auswertung der Landkreis Cochem-Zell mit 1,4 Apotheken.

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Quelle Text/Bild:
BARMER Landesvertretung Rheinl.-Pfalz/Saarland
Rheinallee 84
55120 Mainz

www.barmer.de

Kaiserslautern, 18.05.2026