Die Brücke stadteinwärts über die Eisenbahn in der Pariser Straße an der Kreuzung Rauschenweg wurde in den vergangenen Monaten einer intensiven Prüfung unterzogen. Die Maßnahme diente der Überprüfung des Bauwerks, das 1954 errichtet wurde. 2024 wurden Schäden an den Brückenlagern festgestellt, woraufhin ein Tempolimit von 30 km/h eingerichtet wurde. Dieses konnte nach dem Einbau von provisorischen Stahlplattenlagern nun wieder zurückgenommen werden.
„Wir haben die Brücke ingenieurstechnisch auf Herz und Nieren geprüft“, berichtet Alexander Mock, Abteilungsleiter für Ingenieurbauwerke im städtischen Tiefbaureferat. Dabei wurde der Unterbau der Brücke mit den Pendelstützen und den Widerlagern ebenso untersucht wie der Oberbau. Zur Untersuchung der Oberseite des Spannbetonüberbaus wurde die Fahrbahndecke in beiden Fahrtrichtungen an jeweils drei Stellen um rund einen Quadratmeter geöffnet und Spannbetonbewehrung örtlich freigelegt, um deren Zustand zu überprüfen. Zusätzlich wurde der Zustand der Abdichtung begutachtet und das Betongefüge untersucht, unter anderem hinsichtlich Tausalzeinwirkung und Rissbildungen.
Die Ergebnisse fielen in vielerlei Hinsicht durchaus positiv aus, weswegen auch das Tempolimit wieder zurückgenommen werden konnte. „Der Spannstahl ist nicht spannungsrisskorrosionsgefährdet, das Betongefüge verfügt noch über eine hohe Festigkeit. Der Tausalzeintrag ist lokal begrenzt, Risse sind keine feststellbar“, erklärt Mock. Allerdings seien die Pendellager auf der Seite Vogelweh stark beschädigt, die Abdichtung der Brücke zumindest bereichsweise geschädigt. Teil der Untersuchung war auch eine statische Nachberechnung, die zum Ergebnis hatte, dass das Bauwerk zwar konstruktionsbedingt statische Mängel aufweist – nicht alle Stützen bekommen, wie in der 50er Jahren angenommen, die gleiche Last –, aber gleichzeitig wurde der Nachweis der sogenannten Ermüdungsfestigkeit erfüllt. Das heißt: Von statischer Seite gibt es keinerlei Einschränkungen der Restnutzungsdauer, die noch ungefähr 20 Jahre beträgt.
Aktuell laufen nun weitere Untersuchungen, wie man mit der 72 Jahre alten Brücke und ihren Wehwehchen umgeht. Eine Verkehrszählung soll Aufschluss geben über die konkreten Belastungen. Zwei Sensoren an den Lagern sollen zusätzlich für Sicherheit sorgen. Ungewöhnliche Bewegungen der Brücke würden sofort erfasst und sofort gemeldet werden – etwa wenn sich das Bauwerk infolge Lagerversagen leicht absenkt. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung soll Aufschluss darüber geben, ob ein Neubau schon jetzt wirtschaftlicher wäre als kontinuierliche Instandsetzungsmaßnahmen, durch die man die Brücke bis ans Ende ihrer Restnutzungsdauer verkehrstüchtig halten könnte.
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Quelle Text/Bild:
Pressestelle der Stadtverwaltung Kaiserslautern
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Kaiserslautern, 18.03.2026
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