Auch 2023 trotz deutlich abgeschwächter Zuwanderung Bevölkerungszuwachs

Bevölkerung am 31. Dezember 2023 (1) Stadt Kaiserslautern: 101.295 Landkreis Kaiserslautern: 108.241

Am Jahresende 2023 lebten in Rheinland-Pfalz nach einer vorläufigen Schätzung des Statistischen Landesamtes in Bad Ems gut 4.170.000 Personen. Das sind mehr Menschen als jemals zuvor in der über 75-jährigen Landesgeschichte. Die Einwohnerzahl ist damit zum zwölften Mal in Folge gestiegen. Der Bevölkerungszuwachs fiel mit über 14.000 Personen deutlich geringer aus als im Vorjahr, in dem insbesondere durch die Zuwanderung aus der Ukraine ein annähernd viermal so hoher Zuwachs zu verzeichnen war.

Der Zuwanderungsstrom unmittelbar aus der Ukraine fiel deutlich geringer aus als 2022. Wanderten in den ersten zehn Monaten des Jahres 2022 noch 48.000 Personen vom ukrainischen Staatsgebiet nach Rheinland-Pfalz zu und 6.600 nach dort fort, waren es im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres lediglich 8.800 Zuzüge und 6.100 Fortzüge.

In der Summe gesehen zogen aber auch 2023 deutlich mehr Menschen nach Rheinland-Pfalz zu als das Land verließen. Die Zahl der Zuzüge dürfte bei annähernd 158.700 Personen, die Zahl der Fortzüge über die Landesgrenzen bei mehr als 127.400 Personen liegen. Der Wanderungsüberschuss beläuft sich auf schätzungsweise rund 31.300 Personen. Die natürliche Bevölkerungsbewegung weist dagegen erneut ein deutliches Defizit aus. Die Zahl der im gesamten Jahresverlauf Gestorbenen dürfte mit schätzungsweise 51.700 um annähernd 17.200 über der Zahl der Geborenen von rund 34.500 gelegen haben.

Die Schätzung des Bevölkerungsstands zum Jahresende 2023 basiert auf den Ergebnissen der Bevölkerungsfortschreibung sowie Bestandsdaten der rheinland-pfälzischen Meldebehörden, die Angaben zum Geschlecht, zum Alter sowie zur Staatsangehörigkeit der Einwohnerinnen und Einwohner beinhalten. Genauere und differenziertere Angaben zu den Zu- und Fortzügen sowie zu den Geburten und Sterbefällen, mit denen der Bevölkerungsstand amtlich fortgeschrieben wird, liegen in einigen Monaten vor.



Fast jeder Siebte hat keine deutsche Staatsangehörigkeit

Nach vorläufigen Ergebnissen ist die Zahl der in Rheinland-Pfalz lebenden Ausländerinnen und Ausländer gegenüber dem 31. Dezember 2022 um mehr als 24.100 und gegenüber der Volkszählung von 2011 um fast 318.200 auf etwa 590.200 gestiegen. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von mehr als 14 Prozent. Annähernd jeder siebte Rheinland-Pfälzer verfügt somit nicht über die deutsche Staatsangehörigkeit. Der Ausländeranteil stieg im Vergleich zu Ende 2022 um 0,5 Prozentpunkte und gegenüber der Volkszählung vom 9. Mai 2011 um 7,3 Prozentpunkte.

Gesellschaftliche Alterung schreitet weiter voran

Die steigende Lebenserwartung und die vergleichsweise niedrigen Geburtenzahlen der vergangenen Jahrzehnte tragen dazu bei, dass sich die Altersstruktur trotz Zuwanderung kontinuierlich wandelt. So leben heute rund 781.000 Personen in Rheinland-Pfalz, die das zwanzigste Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Das sind ziemlich genau 24.000 bzw. 3,2 Prozent mehr als zum Stichtag des Zensus im Mai 2011. Rund 2.104.300 Personen waren zum zurückliegenden Jahreswechsel 20 bis 59 Jahre alt. Diese Bevölkerungsgruppe der potenziell Erwerbstätigen hat sich trotz Zuwanderung aus dem Ausland demnach seit dem Zensus 2011 deutlich um annähernd 77.500 Personen bzw. 3,6 Prozent verringert. Stark gestiegen ist demgegenüber die Zahl der 60-Jährigen und Älteren auf nunmehr etwa 1.287.900. Am 9. Mai 2011 zählten noch rund 236.900 Personen weniger zu dieser Altersgruppe. Insgesamt hat sich die Zahl der 60-Jährigen und Älteren seitdem um fast 23 Prozent erhöht. Allein im vergangenen Jahr stieg ihre Zahl um etwa 23.400 bzw. 1,9 Prozent.

Bevölkerungszuwachs in den kreisfreien Städten stärker als in den Landkreisen

Bei regionaler Betrachtung der Bevölkerungsentwicklung zeigt sich, dass die Einwohnerzahl seit dem Zensus 2011 in den kreisfreien Städten deutlich stärker gestiegen ist als in den Landkreisen. Während sich der Bevölkerungsstand bis Ende 2023 in den kreisfreien Städten schätzungsweise um 7,8 Prozent bzw. um 78.600 Personen erhöht hat, dürfte der Bevölkerungszuwachs in den Landkreisen lediglich bei 3,5 Prozent bzw. 104.800 Personen gelegen haben.

Ludwigshafen (plus 11,9 Prozent), dicht gefolgt von Landau in der Pfalz (plus 11,4 Prozent) und der Landeshauptstadt Mainz (plus 11,2 Prozent), verbuchten die höchsten Zugewinne. Dagegen blieb die Bevölkerung in der kreisfreien Stadt Pirmasens gegenüber dem Zensusstichtag 2011 annähernd konstant (plus 0,0 Prozent) und in der kreisfreien Stadt Zweibrücken stieg sie leicht um rund ein Prozent. Von den 24 Landkreisen verzeichneten 20 Zugewinne; vier mussten hingegen Einwohnerverluste hinnehmen. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm, den Landkreisen Trier-Saarburg, Mainz-Bingen und Alzey-Worms, im Rhein-Pfalz-Kreis sowie im Landkreis Germersheim nahm die Einwohnerzahl im Vergleich der Landkreise prozentual mit jeweils mehr als sechs Prozent am stärksten zu. In den Kreisen Südwestpfalz und Kusel hingegen verringerten sich die Bevölkerungszahlen im Vergleich zu 2011 deutlich (minus 3,6 bzw. minus 2,1 Prozent). Auch in den Landkreisen Birkenfeld und Cochem-Zell reduzierten sich die Bevölkerungszahlen.

Im Landkreis Ahrweiler hat sich die Lage gegenüber dem Vorjahr offensichtlich zumindest etwas entspannt. Angesichts der folgenschweren Flutkatastrophe vom 14. Juli 2021 waren dort im zweiten Halbjahr 2021 in den unmittelbar von den Zerstörungen betroffenen Gemeinden zum Teil deutliche Bevölkerungsrückgänge zu verzeichnen gewesen, die sich auch in den Kreisergebnissen niederschlugen. Im Laufe des vergangenen Jahres ist im Kreis Ahrweiler die Bevölkerungszahl demgegenüber wieder leicht um rund 500 Personen (0,4 Prozent) angestiegen.

Die vorläufigen Ergebnisse zum Bevölkerungsstand am 31. Dezember 2023 wurden auf der Grundlage einer Schätzung ermittelt. Die Grundlage dieser Berechnungen bilden die Ergebnisse der laufenden Bevölkerungsfortschreibung zum 31. Dezember 2022. Diese Ausgangsbasis wurde mit den Bestandsveränderungen aus der kommunalen Melderegisterstatistik für das Jahr 2023 nach Geschlecht, Altersgruppen und Staatsangehörigkeit fortgeschrieben. Regionalergebnisse der Schätzung nach Alter und Geschlecht liegen bis auf Gemeindeebene, Regionalergebnisse in Differenzierung nach Staatsangehörigkeit bis auf Kreisebene vor.
Endgültige Jahresergebnisse der laufenden Bevölkerungsstatistiken für das Jahr 2023 werden in den kommenden Monaten unmittelbar nach Abschluss der noch laufenden Aufbereitungsarbeiten veröffentlicht. Fachlich und regional tief gegliederte Jahresergebnisse zu Zu- und Fortzügen, zu Geburten, Sterbefällen und Eheschließungen in 2023 sowie den auf Basis des Zensus 2011 ermittelten Bevölkerungsständen und -strukturen zum 31.12.2023 liegen voraussichtlich Mitte 2024 vor.

Autor: Gerd Reh (Abteilung Bevölkerung, Zensus, Gesellschaft, Bildung)



Quelle Text/Bild:
Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Mainzer Straße 14-16
56130 Bad Ems

www.statistik.rlp.de

Kaiserslautern, 30.01.2024