Nosferatuspinnen von Freiburg bis Rendsburg – auch in Kaiserslautern

Zehntausende Nosferatuspinnen von Freiburg bis Rendsburg gemeldet - NABU-Aufruf zeigt: Eingewanderte Spinnenart ist stärker verbreitet als bisher bekannt

Innerhalb weniger Jahre hat sich die aus dem Mittelmeergebiet stammende Nosferatuspinne in fast ganz Deutschland ausgebreitet. Das zeigen erste Ergebnisse eines Meldeaufrufs des NABU und des Beobachtungsportals NABU-naturgucker.de.

Die Nosferatuspinne kommt bei uns fast ausschließlich in Gebäuden vor. In Deutschland wurde die Art erstmals 2005 in Freiburg im Breisgau entdeckt. Bis Sommer 2022 waren bei NABU-naturgucker.de bereits 500 Beobachtungen registriert – zwei Wochen nach Start des NABU-Aufrufs sind es nun rund 16.000. Vom großen Echo zeigt sich NABU-Experte Dr. Roland Mühlethaler überrascht: “Das Thema hat bei den Medien ebenso gezündet wie beim Publikum. Ein Grund ist sicher die Nähe der Art zum Menschen und ihre imposante Größe. Dazu kommt noch ein gewisser Gruselfaktor, die Benennung nach einem Stummfilm-Vampir regt zusätzlich die Fantasie an.”



Auch wenn es inzwischen Meldungen aus allen Winkeln der Republik gibt, liegen die Verbreitungsschwerpunkte unverändert im Süden und Westen. Vor allem entlang von Rhein, Neckar und Ruhr kommt die Nosferatuspinne nahezu flächendeckend vor. Nach Norden und Osten dünnen die Nachweise merklich aus. “Unser Meldeaufruf gilt daher weiter”, betont Mühlethaler. “Wir freuen uns über jede zusätzliche Beobachtung über www.NABU.de/Nosferatu. Besonders wertvoll sind dabei Belegfotos, denn so lässt sich die Art sicher nachweisen. Das gilt für alle Regionen, besonders aber für den Osten der Republik. So liegt aus Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern erst je ein Fotobeleg vor.”

Sie wird zwar gelegentlich auch im Freiland gefunden, spätestens im Herbst zieht es die wärmebedürftige Nosferatuspinne, wie viele andere Spinnenarten auch, aber nach drinnen. Mit einer Körperlänge von bis zu zwei Zentimetern und einer Beinspannweite von etwa fünf Zentimetern gehört sie zusammen mit der Hauswinkelspinne zu den größten Gebäudebewohnerinnen. Die Nosferatuspinne kann spürbar zubeißen, tut das aber nur sehr selten bei direkter Bedrohung. Der Biss ist vergleichbar mit einem leichten Insektenstich. Als nächtliche Jägerin hält die Nosferatu im Haus den Bestand an Fliegen und anderen Insekten klein.

HintergrundinformationenBis zum 15. September wurden aufgrund des Aufrufs fast 16.000 Beobachtungen der Nosferatuspinne unter www.NABU.de/Nosferatu eingetragen. Die Überprüfung von 7900 Bildern zeigte, dass 84 Prozent der Bestimmungen korrekt waren. Etwas mehr als die Hälfte der Fehlbestimmungen entfiel auf die Große Hauswinkelspinne und weitere Winkelspinnen; diese Arten sehen der Nosferatuspinne am ähnlichsten.

Mehr Infos und Nosferatuspinne melden: www.NABU.de/Nosferatu

Kostenloses Pressebild: www.NABU.de/pressebilder_nosferatu

Zusatzinformationen für Regionalmedien: Gesicherte Bildnachweise der Nosferatuspinne in den Bundesländern

  • Schleswig-Holstein: Vereinzelte Meldungen aus allen Landesteilen, bisher aber nur ein einziger Bildnachweis aus Rendsburg.
  • Hamburg: Ein neuer Nachweis aus Rahlstedt, bereits 2021 einer aus Wandsbek.
  • Bremen: Bildnachweise aus Grolland, Fesenfeld und Steintor.
  • Niedersachsen: Nachweise aus Oldenburg (mehrfach), Nordenham, Leer (mehrfach), Moormerland, bei Aurich, Osnabrück (mehrfach), Nienburg (mehrfach), Lahn bei Werlte. Raum Hannover: Bissendorf, Isernhagen, Ilten, Gehrden, Laatzen, Seelze. Im Süden und Osten Braunschweig (vielfach), Salzgitter, bei Wolfsburg, Einbeck, bei Nörten-Hardenbeck, Göttingen (mehrfach), Holzminden.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Mehrere Meldungen, aber noch kein Bildnachweis.
  • Brandenburg: Mehrere Meldungen, aber noch kein Bildnachweis.
  • Berlin: Zahlreiche Meldungen, darunter sechs Bildnachweise: Steglitz, Zehlendorf, mehrfach in Britz, (unter anderem in der Hufeisensiedlung), am Rand des Tempelhofers Feldes. Noch keine Nachweise nördlich der Spree.
  • Sachsen-Anhalt: Mehrere Meldungen, Bildnachweise nur aus der Harzregion: Südharz bei Sangershausen und bei Nordhausen sowie bei Thale am Nordrand.
  • Thüringen: Rund ein Dutzend Bildnachweise, unter anderem aus Hörselberg am Hainich, bei Gotha, bei Buttelstedt, aus dem Eichsfeld (mehrfach), aus Ilmenau, bei Hildburghausen sowie bei Jena.
  • Sachsen: Mehrere Meldungen, aber nur ein einziger Bildnachweis aus Leipzig.
  • NRW: Im Rheinland und im Ruhrgebiet nahezu flächendeckend Nachweise. Zum Münsterland hin ausgedünnt, nördlich bis Lengerich. Sauerland und angrenzende Mittelgebirge ohne Bildnachweise. Nachweise östliches Ruhrgebiet/Ostwestfalen/Lippe: Bünde, Hamm, Bielefeld, Lage, Minden, Rheda-Wiedenbrück.
  • Hessen: Im Süden in der Ebene nahezu flächendeckend, vereinzelt bis in den Odenwald hinein. Im Taunus nur sehr vereinzelt. Mittleres Hessen u.a. Neu-Anspach, Bad Nauheim, Biebertal, Friedberg, Gedern, Limburg, Wächtersbach, Weilburg, Wölfersheim. Nord- und Osthessen: Baunatal, Frielendorf, Gudensberg, mehrfach Kassel.
  • Rheinland-Pfalz: Entlang des Rheins und in der Vorderpfalz nahezu flächendeckend. Pfälzerwald und Westpfalz sehr rar, Nachweise aus Kaiserslautern, Weilerbach, Winnweiler. Moselregion: Trier, Valwig und Zell. Hunsrück: Kastellaun.
  • Saarland: Bildnachweise aus Dillingen, Elversberg, mehrfach Saarbrücken (Mitte, West, Rotenbühl, Bübingen), Völklingen.
  • Baden-Württemberg: Entlang des Rheins und im Neckarland praktisch flächendeckend. Nachweise in den höheren Lagen und nach Osten hin ausdünnend, östlich Stuttgarts bis Göppingen und Schwäbisch-Gmünd. Außerhalb des Kerngebiets u.a. Ravensburg, Biberach, Ulm, auch Waldenburg und Schwäbisch Hall (mehrfach), im Nordosten Bad Mergentheim.
  • Bayern: Schwerpunkte in den Großstadtregionen München und Nürnberg. Nachweise aus Unterfranken: Schweinfurt (vielfach), Karlstadt, Prichsenstadt (Lkr. Kitzingen). Mittel- und Oberfranken: an der thüringischen Grenze bei Bad Rodach, Nürnberg (mehrfach), Fürth, bei Erlangen, Eckental, Forchheim, Röttenbach. Niederbayern: Landshut, Bayerischer Wald: bei Freyung, Oberbayern: Ingolstadt, Geretsried, Penzberg, Raubling, Rosenheim. München: Altstadt, Aubing, Hart, Laim, Milbertshofen, Neuhausen, Nymphenburg, Perlach, Steinhausen; Raum München: Dachau, Erding, Germering, Puchheim, Gauting. Schwaben: Augsburg und Umgebung (vielfach), Illertissen, bei Donauwörth, Neu-Ulm.

Mit mehr als 875.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der älteste und mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Der NABU begeistert für die Natur und fördert naturkundliche Kenntnisse für ein aktives Naturerleben. Mehr Infos: www.nabu.de/wir-ueber-uns

Quelle Text/Bild:
NABU (Naturschutzbund Deutschland) e. V.
Charitéstraße 3
10117 Berlin

www.NABU.de

Berlin, 20.09.2022