Nationale Forschungsdateninfrastruktur – Wolf: „Starke Beteiligung ist Ausdruck der Forschungsstärke von Rheinland-Pfalz“

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat heute den Weg frei gemacht für die Einrichtung von neun Konsortien zum Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Dies gaben heute die GWK-Vorsitzende Bundesministerin Anja Karliczek und der stellvertretende GWK-Vorsitzende und rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Konrad Wolf in Berlin bekannt. Aus Rheinland-Pfalz partizipieren die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), die Technische Universität Kaiserslautern und das Trierer Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation an vier von insgesamt neun auf den Weg gebrachten Konsortien. Die Mainzer Akademie übernimmt hierbei die Konsortialführerschaft für das ca. 18,5 Mio. Euro starke Konsortium „NFDI4Culture“.



„Bund und Länder bauen eine Nationale Forschungsdateninfrastruktur auf. Das ist ein Meilenstein in der Wissenschaftspolitik. Digitalisierte Forschungsdaten sollen bundesweit vernetzt und systematisch für Wissenschaft und Innovation bereitgestellt werden. Rheinland-Pfalz ist an vier von neun Konsortien zentral beteiligt und übernimmt mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur die Federführung im kulturwissenschaftlichen NFDI. Diese starke Beteiligung ist ein Ausdruck der Forschungsstärke der rheinland-pfälzischen Einrichtungen. Es freut mich sehr, dass Rheinland-Pfalz sich hier so zentral positionieren konnte“, so Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf.

Die Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur übernimmt unter der Leitung von Prof. Torsten Schrade die Konsortialführung im NFDI „NFDI4Culture – Konsortium für Forschungsdaten zu materiellen und immateriellen Kulturgütern“. Neben der Akademie sind hier auch die JGU, die Hochschule Mainz und das Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geisteswissenschaften (Mainzed) als Projektpartner beteiligt. Mitantragssteller im Konsortium „DataPLANT – Daten in Pflanzen-Grundlagenforschung“ ist die TU Kaiserslautern. Hier übernimmt Jun.-Prof. Dr. Timo Mühlhaus die Funktion des Co-Sprechers. Das Gesamtfördervolumen beträgt ca. 13,5 Mio. Euro. Die Johannes Gutenberg-Universität ist mitantragstellende Institution im „NFDI4Chem – Fachkonsortium Chemie in der NFDI“. Co-Sprecher wird Dr. Johannes Liermann (Gesamtfördervolumen: ca. 23,5 Mio. Euro). 23,3 Mio. Euro stehen dem NFDI-Konsortium „KonsortSWD – Konsortium für die Sozial-, Bildungs- und Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften“ zur Verfügung. Hier ist das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation mit Sitz in Trier Mitantragsteller.

Die NFDI soll ein digitales Netzwerk an Forschungsdaten mit vereinheitlichten Standards schaffen, um eine wissenschaftliche Nutzung zu ermöglichen. Sie soll Grundlage für Forschung und Innovation werden. Zentrale Ziele der Forschungsdateninfrastruktur sind die systematische und nachhaltige Verbesserung des Zugangs zu Forschungsdaten, die dezentrale, projektförmige Erschließung von Datenbeständen, die Schaffung einer untereinander verknüpften Gesamtstruktur, das Zusammenbringen von Anbietern und Nutzern, die Entwicklung von Standards für ein interoperables Forschungsdatenmanagement, die Schaffung einer gemeinsamen Basis für Datenschutz, Souveränität, Integrität und Qualität von Daten, der Aufbau von Service und die Sicherstellung der internationalen Anschlussfähigkeit.

Für die Förderung der NFDI stellen Bund und Länder im Zeitraum von 2019 bis 2028 bis zu 90 Mio. Euro jährlich zur Verfügung. Der Großteil des Geldes soll dabei bis zu 30 Konsortien in drei zeitlich versetzten Ausschreibungsrunden zugutekommen. Mit der heutigen GWK-Entscheidung können die ersten Konsortien ihre Gründung starten.

Quelle Text/Bild:
Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz
vertreten durch den Minister
Mittlere Bleiche 61
55116 Mainz

www.mwwk.rlp.de

Mainz, 26.06.2020