Hiobsbotschaft für Beschäftigte und Region- GKN will Werk in Kaiserslautern mit rund 320 Mitarbeiter schließen!

Die Geschäftsführung des GKN Gelenkwellenwerks Kaiserlautern hat am 30.08. den Betriebsrat darüber informiert, dass das Werk in Kaiserslautern mit rund 320 Mitarbeiter zum Ende des ersten Quartals 2020 komplett geschlossen werden soll.

GKN befindet sich auf dem Werksgelände von OPEL und gehört dem britischen Finanzdienstleister Melrose. Melrose hatte GKN im Frühjahr 2018 übernommen, was in Branchenkreisen einer „feindlichen Übernahme“ gleichkam. Das Geschäftsmodell dieser Heuschrecke war und ist kein langfristiges Engagement in der Automobilzulieferindustrie, sondern die schnelle gewinnbringende Weiterveräusserung lukrativer Geschäftsfelder. Offensichtlich passt das Werk in Kaiserslautern nicht in diese Strategie.

Dazu der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Kaiserlautern, Alexander Ulrich: „Die Entscheidung ist eine existentielle Katastrophe für die 320 Mitarbeiter*innen und ihre Familien. Und nicht zuletzt für den Wirtschaftsstandort Kaiserslautern. Ohne jegliche soziale Verantwortung und ohne vorherigen Hinweis wird entschieden, das Werk komplett zu schließen. Die Heuschrecke Melrose hat die schlimmsten Befürchtungen bei der feindlichen Übernahme bestätigt. Für die IG Metall ist die Art und Weise und die Konsequenz dieser Entscheidung nicht zu akzeptieren. Weder Betriebsrat, noch die IG Metall hatten die Chance, über Alternativen zu verhandeln.
Wir werden mit allen vorhanden Mitteln versuchen, diese Entscheidung zu korrigieren. Produkte die im Werk Kaiserlautern jetzt gefertigt werden, sollten hier solange weitergefertigt werden, wie der Produktzyklus läuft. Wir fordern auch die Landesregierung auf mitzuhelfen, diese Katastrophe abzumildern und den Kontakt mit Melrose zu suchen, um gemeinsam mit Betriebsrat und IG Metall über Alternativen verhandeln zu können. Der Wegfall von 320 Mitarbeiter*innen sind in unserer strukturschwachen Region eine Katastrophe.“

Betriebsratsvorsitzender Markus Becker:

„ Wir wussten, dass es um die Zukunft des Werkes nicht gut steht. Deshalb haben wir bereits vor Monaten auf die schwierige Situation auch öffentlich hingewiesen. Wir haben Gespräche mit dem Management von GKN geführt. Immer wieder wurden unsere Bedenken zurückgewiesen und man hat verneint, dass es in Kaiserslautern zu einer scheibchenweise Abwicklung des Werkes kommen soll. Und jetzt das!
Am Montag beginnen 8 junge Menschen hier ihre Ausbildung. Und noch vor dem ersten Arbeitstag kommt die Information, dass das Werk in wenigen Monaten schließen wird. Für die Beschäftigten ist diese Informationen ein tiefer, existentieller Schlag. Sehr viele arbeiten hier seit Jahrzehnten und die Alternativen auf dem Arbeitsmarkt sind nicht rosig. Die Mitarbeiter*innen und der Betriebsrat sind tief geschockt und fassungslos. Die Arbeitskolleginnen- und Kollegen und ihre Familien werden durch dieses asoziale Verhalten von Finanzjongleuren in ihrer Existenz bedroht. Diese Information muss jetzt erstmal verarbeitet werden. Wir werden zeitnah mit der IG Metall den Kontakt zur Landesregierung suchen, um die nächsten Schritte zu planen.“

Quelle Text/Bild:
IG Metall Kaiserslautern
Richard-Wagner-Str. 1
67655 Kaiserslautern

www.igmetall-kaiserslautern.de

Kaiserslautern, 22.08.2019