Schwarz-Weiß und unergründlich – Künstlerstammtisch und auf dem Punkt gebracht im mpk

Am Dienstag, den 20. August 2019 findet um 18 Uhr im Foyer des Museums Pfalzgalerie erneut ein Künstlerstammtisch statt. Das Museum bietet damit einen Treffpunkt für Künstler und alle anderen Kunstinteressierten in einer zwanglosen, geselligen Runde. Das offene Treffen dient der Diskussion und dem inhaltlichen Austausch.

Die Gesprächsführung übernimmt wieder Dr. Heinz Höfchen, der an diesem Abend einen bekannten Pfälzer Fotografen und Freund des Hauses in Erinnerung rufen möchte: Hans Günther Hausen, geboren 1927 in Kaiserslautern, verstorben 2004 in Kusel. Mit seinen klassischen Schwarz-Weiß Aufnahmen hat Hausen während der 1950er Jahre internationale Beachtung gefunden. Bereits 1952 wurden seine Arbeiten mit der Goldmedaille des internationalen fotografischen Salons in Mailand ausgezeichnet. Hausens Vater war Konservator des Pfälzischen Gewerbemuseums sowie, während der deutschen Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg, Direktor der Museen der Stadt Metz. Deshalb wuchs Hausen in Kaiserslautern und Metz auf und erhielt erste fotografische Unterweisung durch die Fotografin der Metzer Museen. Hausen reflektierte das Lebensgefühl der Nachkriegszeit und den italienischen Neorealismus, wobei in der Arbeit Fahrraddieb sogar inhaltlich ein Meisterwerk dieser Stilrichtung, Vittorio de Sicas Ladri di biciclette (1948) zitiert wird. Atmosphärisch sehr dicht wirkt diese mit Überblendungen hergestellte Fotografie durch das eingefügte Kunstwerk, einen Pferdekopf (Han-Dynastie) aus der ostasiatischen Sammlung des Museums Pfalzgalerie.

In der Reihe „Auf den Punkt gebracht“ lädt Jacqueline Rhein am Mittwoch, 21. August, um 12.30 Uhr im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk), Museumsplatz 1, zu einem 15-minütigen Kurzgespräch über „Das Kleine Mädchen, 1924/25“ von Hermann Scherer ein. (Eintritt frei).

Mit starrem Blick begegnet das kleine Mädchen aus Holz dem Betrachter. Ebenso interessant wie der unergründliche Gesichtsausdruck der Figur, ist der Künstler, der dieses Werk geschaffen hat. Hermann Scherer (1893 – 1927) beschritt seinen beruflichen Weg vom Steinmetz zum expressionistischen Künstler. Aber wie ist ausgerechnet ein Steinmetz auf das Material Holz gekommen? Und welche Rolle spielt dabei Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938)? Diese und weitere Fragen werden in der 15-minütigen Kunstpause auf den Punkt gebracht.

Bu: International anerkannt: Foto von Hans Günther Hausen, Fahrraddieb, 1952 (Foto: mpk, Graphische Sammlung © mpk)

Bu: Unergründlich: Hermann Scherer, Das kleine Mädchen, 1924/25,(Foto: www.lumenphoto.de © mpk)

Quelle Text/Bild:
Bezirksverband Pfalz
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Bismarckstraße 17
67655 Kaiserslautern

www.bv-pfalz.de

Kaiserslautern, 16.08.2019