Das Hofgut Neumühle des Bezirksverbands Pfalz war am Montag, 26. Oktober, Schauplatz der feierlichen Zertifikatsübergabe für den Lehrgang Bauernhofpädagogik. Die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Christine Schneider überreichte 13 Absolventinnen und Absolventen ihre Zertifikate. Die Weiterbildung qualifiziert dazu, landwirtschaftliches Wissen praxisnah zu vermitteln und Bauernhöfe als außerschulische Lernorte zu gestalten.
„Landwirtschaft und Natur sind wichtige Bestandteile unserer Lebensgrundlagen. Diese Werte und das Wissen darüber an junge Menschen weiterzugeben, ist eine Investition in die Zukunft“, betonte Hans-Ulrich Ihlenfeld, Bezirkstagsvorsitzender. Der Bezirksverband Pfalz engagiere sich sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Bildung. „Umso mehr freut es mich, wenn sich diese beiden Bereiche auf unserem Hofgut Neumühle miteinander verbinden. Mit unseren starken kommunalen Partnern schaffen wir gemeinsam wertvolle Bildungsangebote für die nächste Generation.“
Auch Landwirtschaftsministerin Christine Schneider unterstrich die Bedeutung des Bauernhofs als außerschulischen Lernort. „Wenn es den Lernort Bauernhof nicht gäbe, müsste man ihn erfinden“, sagte sie. Kinder könnten hier Landwirtschaft hautnah erleben, selbst ausprobieren und nachvollziehen, wie hochwertige Lebensmittel entstehen. Dabei lernten sie nicht nur die Natur und die Bedürfnisse von Tieren kennen, sondern auch die wirtschaftlichen Zusammenhänge eines landwirtschaftlichen Betriebs. „Hinter jedem Produkt, das wir ganz selbstverständlich im Laden kaufen, stecken viele Arbeitsschritte, Wissen und Verantwortung.“ Gerade in einem landwirtschaftlich geprägten Bundesland wie Rheinland-Pfalz sei es wichtig, diese Zusammenhänge frühzeitig zu vermitteln. Schneider bekräftigte die weitere Unterstützung des Landes und appellierte an die Absolventinnen und Absolventen: „Geben Sie Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen weiter!“
Der Zertifikatslehrgang verbindet landwirtschaftliches Fachwissen mit pädagogischen Grundlagen und Bildung für nachhaltige Entwicklung. In vier dreitägigen Modulen lernen die Teilnehmenden, wie sie Kindern und Jugendlichen landwirtschaftliche Zusammenhänge altersgerecht und praxisnah vermitteln können. Neben pädagogischen Methoden stehen auch organisatorische, wirtschaftliche und rechtliche Fragen auf dem Programm. Zum Abschluss entwickeln und erproben die Teilnehmenden ein eigenes Bildungsangebot. Drei der vier Module finden auf dem Hofgut Neumühle statt, ein weiteres auf Gut Hohenberg in Annweiler-Queichhambach.
Unter den 13 Absolventinnen und Absolventen befinden sich drei Mitarbeitende des Hofguts Neumühle und zwei der Bauernhofkita Hummelwiese. Mit den neuen Abschlüssen verfügt das Hofgut nun über insgesamt neun ausgebildete Bauernhofpädagoginnen und Bauernhofpädagogen. Ihre Kompetenzen kommen unter anderem bei der wöchentlichen Zusammenarbeit mit einer Förderschule sowie bei den täglichen Stallbesuchen der Kinder der Bauernhofkita zum Einsatz. Hier erleben die Kinder unmittelbar, woher Lebensmittel kommen, wie Tiere gehalten werden und welche Arbeit hinter der landwirtschaftlichen Erzeugung steckt.
Wie gefragt diese Bildungsangebote sind, verdeutlichte Dr. Markus Heil, Direktor der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz. Allein im vergangenen Jahr hätten rund 11.500 Schülerinnen und Schüler landwirtschaftliche Betriebe im Rahmen des Lernorts Bauernhof besucht – mit steigender Tendenz. Heil dankte den Beteiligten für die langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit. Er zeigte sich stolz und dankbar für das Vertrauen des Landes, das der Landwirtschaftskammer die Umsetzung des Projekts übertragen habe.
In ihren Ansprachen gratulierten Schneider, Ihlenfeld und Heil den Absolventinnen und Absolventen zu ihrer erfolgreichen Qualifizierung und würdigten deren Engagement für die Vermittlung landwirtschaftlichen Wissens. Auch der Leiter des Hofguts Neumühle, Dr. Jason Hayer, und seine Stellvertreterin, Dr. Johanna Ahmann, nahmen an der Feierstunde teil. Den Abschluss der Veranstaltung bildete die feierliche Übergabe der Zertifikate durch Landwirtschaftsministerin Schneider.
Der Lehrgang wird vom Land Rheinland-Pfalz und aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert. Mit der Umsetzung ist die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz beauftragt.
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Quelle Text/Bild:
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Kaiserslautern, 29.10.2026
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