Hohe Stabilität bei den 25 größten Städten und Gemeinden

Kaiserslautern mit 430 Prozentpunkten

Die aktuelle BdSt-Umfrage unter den 25 größten Städten und Gemeinden in Rheinland-Pfalz zu ihren Gewerbesteuer-Hebesätzen zeigt eine hohe Stabilität zum Vorjahr auf. Nur die Stadt Alzey erhöhte ihren Hebesatz, alle anderen Kommunen verzichteten auf das Drehen an der Steuerschraube.

Die wichtigste Einnahmequelle für deutsche Städte und Gemeinden ist die Gewerbesteuer. Diese besteuert Gewerbebetriebe nach deren Ertrag und ist somit ein wichtiger Standortfaktor für die Ansiedlung von Unternehmen. Im Jahr 2025 brachte sie netto rund 69 Mrd. Euro deutschlandweit ein, fast die Hälfte der gesamten kommunalen Steuereinnahmen.

Unter den größten 25 Städten und Gemeinden in Rheinland-Pfalz liegt im Jahr 2026 der höchste Gewerbesteuer-Hebesatz bei 460 Prozentpunkten und der niedrigste Wert bei 332 Prozentpunkten – bei einem Durchschnitt von 413 Punkten. Ganz vorne liegt die Landeshauptstadt Mainz mit 460 Punkten, dicht gefolgt von Koblenz mit 440 Punkten. Den dritten Platz teilen sich Trier, Kaiserslautern und Mayen mit je 430 Prozentpunkten. Den niedrigsten Gewerbesteuer-Hebesatz im Vergleich weist Ingelheim am Rhein mit 332 Punkten auf. Mit einigem Abstand folgen Bad Neuenahr-Ahrweiler und Haßloch auf dem zweiten Platz der Kommunen mit dem günstigsten Hebesatz mit jeweils 380 Punkten. Danach folgt Bingen am Rhein dicht mit 390 Prozentpunkten.

Von den betrachteten 25 Kommunen hat nur die Stadt Alzey von 2025 zu 2026 ihren Gewerbesteuer-Hebesatz erhöht – von 385 auf 420 Punkte. Senkungen gab es dagegen nicht. Stattdessen hielten alle anderen 24 Kommunen ihre Gewerbesteuer-Hebesätze verglichen zum Vorjahr stabil. Wie lange diese Stabilität vor dem Hintergrund der verbreiteten Finanznot vieler Kommunen anhalten wird, ist jedoch fraglich.

„Dass sich die allermeisten der großen Städte und Gemeinden in Rheinland-Pfalz bislang gegen höhere Gewerbesteuer-Hebesätze entschieden haben, ist sehr begrüßenswert. Denn hohe Hebesätze mögen kurzfristig die Haushaltslöcher stopfen, aber langfristig drohen sie die wirtschaftliche Basis zu unterminieren. Denn je höher die Gewerbesteuer, desto unattraktiver wird der Standort – erst im innerdeutschen Wettbewerb, dann im internationalen Vergleich“, erklärt René Quante, Geschäftsführer des BdSt Rheinland-Pfalz. „Zudem ist die Gewerbesteuer höchst konjunkturanfällig. Eine wirkliche stabile Finanzierungsbasis für die Städte stellt die Gewerbesteuer nicht dar. Besser wäre es, die Gewerbesteuer abzuschaffen und kompensatorisch durch einen erhöhten kommunalen Umsatzsteueranteil sowie durch kommunale Zuschlagsrechte auf die Einkommen- sowie Körperschaftsteuer zu ersetzen.“

Die vollständige Hebesatz-Aufstellung:
PM 8-2026 Gewerbesteuer-Vergleich für Rheinland-Pfalz (Tabellenanhang)

 

Quelle Text/Bild:
Bund der Steuerzahler Rheinland-Pfalz e.V.
Löwenhofstr. 5
55116 Mainz

www.steuerzahler-rheinland-pfalz.de

Mainz, 06.10.2026

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