Lesetipps von der Buchhandlung „blaue Blume“ 01.10.

Roman
Lutz Seiler – Das tickende Herz
Zu Beginn des neuen Jahrtausends kehrt Carl Bischoff aus der brandenburgischen Provinz nach Berlin zurück, doch nur, um bald wieder aufzubrechen. Seine Pilgerschaft folgt jener wie aus dem Nichts aufgetauchten Tochter eines kasachischen Schamanen, die fast alles über ihn zu wissen scheint. Amsterdam, Rotterdam, die Kurische Nehrung und die winterkalte Steppe Kasachstans sind die Stationen ihrer märchenhaft-magischen wie zweifelhaften Liebe. Einen surrealen Ausgang findet Ayshas und Carls Geschichte mitten im alten Atombombentestgelände, in dem sich Ayshas Sippe verschanzt hat, um ein Opfer zur Rettung der Erde vorzubereiten – während Carl der Welt abhandenkommt. Nach „Kruso“ und „Stern 111“ erzählt Lutz Seiler das Leben seines Helden weiter, in dem sich Weltgeschichte und persönliches Schicksal überschneiden

Literaturmagazin
PalatinArt 6 – Farben
Die neue Ausgabe der Zeitschrift „PalatinArt“ beschäftigt sich mit dem Thema „Farben“. Isaac Newton im 17. Jh., Goethe 1808/1810, Johannes Itten und später Harald Küppers haben über Farben wesentliches veröffentlicht – und sie waren keineswegs einer Meinung. Farben sortieren das politische Spektrum und prägen unsere Vorstellungswelt ganz entscheidend. Im Heft stehen literarische neben kulturhistorischen Beiträgen. Bilder und Fotographien illustrieren das Thema und Rezensionen und Ausstellungshinweise ergänzen das Spektrum.

Biographie
Andrea Wulf – Der Reisende
Georg Forster war seiner Zeit weit voraus: Bereits als junger Mann bereiste er die entlegensten Winkel der damals bekannten Welt und stellte mit seinen Ideen zu Menschlichkeit und Freiheit die europäischen Weltanschauungen des 18. Jahrhunderts radikal infrage. Von seiner Weltumsegelung mit James Cook brachte er den unerschütterlichen Glauben an die Gleichheit aller Menschen zurück. Seine Einsichten und seinen Ruhm nutzte Forster, um gegen Imperialismus, Rassismus und Sklaverei zu kämpfen. Immer wieder geriet er dadurch mit den Vorstellungen seiner Zeit in Konflikt. Angesteckt von den Ideen der Französischen Revolution, wurde Foster schließlich Anführer der kurzlebigen Mainzer Republik. Andrea Wulf zeichnet in ihrem Buch das lebendige Porträt eines leidenschaftlichen, freien Geistes, der sein Leben lang danach strebte, das zu finden, was uns alle verbindet.

Roman
Andreas Eschbach – Novembersommer
Es ist bei Lippenbekenntnissen geblieben. Keine Maßnahme hat den Ausstoß von Kohlendioxid wirklich reduziert, die Temperaturen steigen weltweit immer weiter an. In Deutschland wird es im November mitunter so heiß wie früher im Sommer. Eine Umweltbewegung, angeführt von dem charismatischen Klimawissenschaftler Dr. Frederick Rookwerper, propagiert, dass nur Geo-Engineering den Hitzekollaps der Erde noch verhindern kann. In der Absicht, ein Umdenken zu bewirken, starten sie einen Modellversuch. Sie ahnen nicht, worauf sie sich eingelassen haben … Eschbachs spannender Roman führt den Gedanken fort, dass nur noch Aktivismus etwas ändern kann.

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Quelle Text/Bild:
buchhandlung blaue blume
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Kaiserslautern, 01.10.2026