Kaiserslautern. Was passiert, wenn innerhalb kürzester Zeit viele verletzte Menschen medizinisch versorgt werden müssen? Darauf muss ein Krankenhaus vorbereitet sein. Deshalb hat das Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern am vergangenen Samstag, 5. September 2026, bei einer groß angelegten internen Katastrophenschutz-Übung einen Massenanfall von Verletzten (MANV) simuliert. Im Mittelpunkt der Übung stand ein mögliches externes Schadensereignis im Stadtgebiet Kaiserslautern. Das Szenario: Nach einer Schlägerei zwischen mehreren Personengruppen kommt es zu einer Massenpanik. Eine größere Zahl von Menschen wird verletzt und muss innerhalb kurzer Zeit medizinisch versorgt werden.
Viele Verletzte – schnelle Entscheidungen
Im Fokus der Übung standen insbesondere die Triagierung und die Versorgung der Verletzten in der Zentralen Notaufnahme, die Zusammenarbeit der verschiedenen beteiligten Bereiche sowie die Kommunikation und Koordination durch die Krankenhauseinsatzleitung und den Krisenstab.
Eine besondere Herausforderung des Szenarios war die gleichzeitige Ankunft unterschiedlich schwer verletzter Menschen im Klinikum. Neben Patienten, die mit dem Rettungsdienst eingeliefert wurden, gab es auch zahlreiche gehfähige Betroffene, die sich selbstständig in die Notaufnahme begaben.
„Bei einem Massenanfall von Verletzten zählt jede Minute. Dann müssen viele Menschen gleichzeitig wissen, was zu tun ist, und sich darauf verlassen können, dass die Abläufe funktionieren. Genau deshalb sind solche Übungen so wichtig. Sie bringen uns an unsere Grenzen, schaffen wichtige Erfahrungen und geben uns die Sicherheit, im Ernstfall richtig zu reagieren“, sagt Matthias Moritz, Leiter der Krankenhaus-Einsatzleitung.
Aus Übung wird Realität
Wie schnell ein solches Szenario Realität werden kann, zeigte sich am Samstag während der Übung: Kurzzeitig musste die Übung unterbrochen werden, weil tatsächlich Verletzte eines Wohnungsbrandes im Westpfalz-Klinikum versorgt werden mussten. Aus dem simulierten Notfall wurde damit für einen Moment eine reale Lage. Nach der Versorgung der tatsächlichen Patienten konnte die Übung fortgesetzt werden.
„Dieser Moment hat uns allen vor Augen geführt, wie nah Übung und Realität beieinanderliegen. Wir trainieren solche Szenarien, damit wir vorbereitet sind – und plötzlich müssen wir das Erlernte tatsächlich anwenden. Gerade dann zeigt sich, wie wichtig eingespielte Abläufe, klare Zuständigkeiten und ein vertrauensvolles Miteinander sind“, sagt Prof. Dr. med. Alexander Hofmann, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie am Westpfalz-Klinikum.
Regelmäßiges Training schafft Sicherheit
„Damit die notwendigen medizinischen Abläufe auch unter großem Zeitdruck sicher funktionieren, ist regelmäßiges Training entscheidend. Übungen helfen, Erfahrungen zu sammeln, Schnittstellen zu überprüfen und mögliche Schwachstellen zu erkennen. Gleichzeitig stärken sie die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Berufsgruppen und beteiligten Organisationen“, sagt Prof. Dr. med. Stefan Hofer, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensiv-, Notfallmedizin und Schmerztherapie in Kaiserslautern.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Übung war die Frage, wie die besonderen Anforderungen einer solchen Lage bewältigt werden können, ohne die reguläre Versorgung der Patienten zu beeinträchtigen. Denn Untersuchungen, Behandlungen und die Betreuung auf den Stationen sollen auch im Krisenfall soweit wie möglich aufrechterhalten werden.
„Bei einer solchen Lage geht es nicht nur darum, möglichst viele zusätzliche Patienten aufzunehmen. Wir müssen gleichzeitig dafür sorgen, dass die Menschen, die bereits bei uns sind, weiterhin gut und sicher versorgt werden. Das erfordert ein hohes Maß an Organisation und Kommunikation“, so Moritz.
Gemeinsam auf den Ernstfall vorbereitet
An der Übung waren zahlreiche Mitarbeitende unterschiedlicher Berufsgruppen und Bereiche des Westpfalz-Klinikums beteiligt. Unterstützt wurde die Übung außerdem durch externe Partner sowie die beteiligten Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund und Malteser Hilfsdienst, die als Ressourcen durch die Berufsfeuerwehr zur Verfügung gestellt wurden. Darüber hinaus wirkten professionelle Übungsbeobachter von Polizei, Rettungsdienstbehörde, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr und Berufsfeuerwehr sowie weitere externe Experten aus dem MANV-Netzwerk dabei mit.
„Ich möchte mich bei allen Mitarbeitenden, beim Organisationsteam und bei unseren Partnern ganz herzlich für ihren Einsatz bedanken. Eine solche Übung kostet Zeit und Kraft und bedeutet zusätzliche Arbeit neben dem täglichen Klinikbetrieb. Umso mehr beeindruckt mich die Bereitschaft aller Beteiligten, Verantwortung zu übernehmen und sich für die Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten einzusetzen“, sagt Thorsten Hemmer, Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums.
Nach Abschluss der Übung werden die Erfahrungen und Beobachtungen nun gemeinsam ausgewertet. Ziel ist es, die bestehenden Strukturen und Abläufe kontinuierlich weiterzuentwickeln.



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Quelle Text/Bild:
Westpfalz-Klinikum GmbH
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Kaiserslautern, 07.09.2026
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