Sie geben jungen Menschen eine Stimme, treten für Demokratie und Menschenwürde ein, greifen ein, wenn andere Hilfe brauchen, halten jüdische Geschichte lebendig und kämpfen seit Jahrzehnten für Gleichberechtigung: Fünf ganz unterschiedliche Beispiele dafür, was es heißt, Verantwortung für andere und für unsere Gesellschaft zu übernehmen, standen am Sonntag im Mittelpunkt im Pfalztheater Kaiserslautern. Der Bezirksverband Pfalz verlieh dort den Ludwig-Wagner-Preis für Toleranz und Zivilcourage 2026 an die JugendKulturWerkstatt Pirmasens. Vier weitere Auszeichnungen gingen an das Bündnis für Demokratie und Toleranz Schifferstadt, Patrizia und Stefan Bertram, das Frauenforum Südwestpfalz und Otmar Weber.
„Gerade in schwierigen Zeiten braucht es Achtsamkeit gegenüber unseren Mitmenschen, Toleranz und den Mut, für die eigenen Überzeugungen einzustehen“, so Hans-Ulrich Ihlenfeld, Vorsitzender des Bezirkstags Pfalz, in seiner Ansprache bei der Preisverleihung im Pfalztheater. „Die Menschen, die wir heute auszeichnen, zeigen, wie wertvoll dieses Engagement für unsere Gesellschaft ist.“
Mit dem Ludwig-Wagner-Preis für Toleranz und Zivilcourage will der Bezirksverband Pfalz Toleranz, Nächstenliebe sowie Friedensstiftung fördern und zugleich ein Zeichen gegen Angst, Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung, Intoleranz, Mutlosigkeit und Gleichgültigkeit setzen. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten oder Personengruppen, die sich in herausragender Weise für ein friedliches Miteinander sowie für Menschen einsetzen, die Unterstützung und gesellschaftliche Teilhabe benötigen. Der Preis wird alle drei Jahre verliehen.
2026 würdigt der Bezirksverband Pfalz daher für ihr gesellschaftliches Engagement die JugendKulturWerkstatt Pirmasens. Sie verbindet kulturelles Schaffen mit politischer Bildung und schafft mit kreativen Projekten Räume, in denen junge Menschen ihre eigene Stimme entdecken, sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen und erleben können, dass ihre Sichtweisen zählen. Kunst wird dabei zum Instrument für Dialog, Reflexion und demokratische Teilhabe. Junge Menschen werden ermutigt, Verantwortung zu übernehmen und ihr gesellschaftliches Umfeld aktiv mitzugestalten.
Vier weitere Auszeichnungen machen deutlich, wie unterschiedlich Zivilcourage und gesellschaftliches Engagement aussehen können. Das Bündnis für Demokratie und Toleranz Schifferstadt wurde für seinen konsequenten Einsatz gegen rechtsextreme Ideologien sowie für Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität gewürdigt. Mit Kundgebungen, Vorträgen, Workshops und Mahnwachen tritt es für Vielfalt, ein diskriminierungsfreies Leben und die Achtung der Menschenwürde ein. Patrizia und Stefan Bertram erhielten eine Auszeichnung für ihren mutigen persönlichen Einsatz: Als im August 2023 eine Frau auf dem Jakobsplatz in Frankenthal angegriffen wurde, eilten sie ihr zu Hilfe, stellten sich den Angreifern entgegen und handelten ohne Rücksicht auf ihre eigene Sicherheit. Otmar Weber wurde für sein langjähriges Engagement zur Erforschung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in der Pfalz, insbesondere im Dahner Raum, ausgezeichnet. Mit seiner Arbeit hält er Erinnerung lebendig und setzt sich nachhaltig für Toleranz und Verständigung ein. Das Frauenforum Südwestpfalz wiederum wurde für zwei Jahrzehnte ehrenamtlichen Einsatz für Frauen im Landkreis Südwestpfalz gewürdigt. Im Mittelpunkt stehen die Sichtbarkeit unterschiedlicher Lebenswirklichkeiten, mehr Gleichberechtigung und der Abbau von Benachteiligungen.
Im Pfalztheater Kaiserslautern standen an diesem Nachmittag nicht die Trophäen, sondern die Menschen und ihr Engagement im Mittelpunkt. Bevor die Ausgezeichneten auf die Bühne traten, hatte das Preisgericht bereits eine anspruchsvolle Auswahl getroffen: 20 Vorschläge lagen für den Ludwig-Wagner-Preis 2026 vor. In seiner Sitzung im Historischen Museum der Pfalz in Speyer entschied die Jury, welche fünf Beispiele für gelebte Toleranz und Zivilcourage in diesem Jahr besonders sichtbar gemacht werden sollen. Bei der Preisverleihung führte Tanja Hermann durch den Nachmittag, musikalisch begleitet von Konstanze Licht an der Harfe und Marc Kienle an der Trompete.
„Sehen wir diese Veranstaltung als zuversichtliches Zeichen für eine menschliche Gesellschaft!“, so Ihlenfeld abschließend.
BU: Die Preisträgerinnen und Preisträger des Ludwig-Wagner-Preis 2026 Foto: Reiner Voß / view
——————————-
Quelle Text/Bild:
Bezirksverband Pfalz
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Bismarckstraße 17
67655 Kaiserslautern
www.bv-pfalz.de
Kaiserslautern, 01.09.202631.08.2026
#kaiserslautern #kaiserslauterngermany #Lautern #nachrichtenkl #Kulturkl #fruchthallekl #bezirksverband_Pfalz














