Smart Glasses sehen heute fast aus wie normale Sonnen- oder Korrekturbrillen – enthalten aber Kamera, Mikrofon und meist eine WLAN- oder Bluetooth-Schnittstelle im Gestell. So lässt sich per Fingertipp oder Sprachbefehl filmen, Musik hören oder telefonieren. Allein im Jahr 2025 wurden weltweit über sieben Millionen dieser Geräte verkauft, die Aufnahmen aus der Ich-Perspektive ermöglichen. Genau darin liegt aber auch die Gefahr: Gespräche, private Momente oder sensible Zugangscodes können unbemerkt mitgeschnitten werden – oft ohne dass Betroffene es merken oder ihr Einverständnis geben.
Die meist männlichen Täter nutzen die Videofunktion von Smart Glasses vermehrt, wenn sie vorwiegend Frauen an belebten Orten wie dem Strand, im Fitnessstudio oder in Bars gezielt ansprechen. Dabei verbergen sie, dass die Begegnung gefilmt wird, indem sie das blinkende Kontrolllämpchen an der Brille zuvor manipulieren oder abkleben. Die heimlich entstandenen Aufnahmen werden später ohne Zustimmung als „Content“ auf Video- und Social-Media-Plattformen hochgeladen, wo die Betroffenen ohne deren Kenntnis öffentlich bloßgestellt oder abgewertet werden oder um ein sexistisches bzw. frauenfeindliches Weltbild zu fördern.
Zudem gibt es Bedenken bezüglich der Cybersicherheit. Sensible Nutzerdaten, die an Künstliche Intelligenzen übertragen werden, könnten für unbefugte Dritte zugänglich werden.
Hier finden Sie Tipps zum Umgang mit Smart Glasses und zu Digitaler Gewalt allgemein.
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/digitale-gewalt/#c30084
Quelle Text/Bild:
Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK)
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Stuttgart, 02.08.2026
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