Hob-Preis: 250.000 Euro für bessere Bildungsgerechtigkeit – Grundschule „Auf dem Betzenberg“ gewinnt 10.000 Euro

Stiftung Kinderförderung von Playmobil kürt Grundschule Erlangen-Tennenlohe und Janusz-Korczak-Schule Chemnitz als Gewinner

Die gemeinnützige Stiftung Kinderförderung von Playmobil hat die Hauptpreisträger des Hob-Preises 2025/2026 bekannt gegeben. Die Grundschule Erlangen-Tennenlohe (Bayern) sowie die Janusz-Korczak-Schule Chemnitz (Sachsen) werden für ihre Konzepte zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit ausgezeichnet. Beide Schulen erhalten jeweils einen der mit 25.000 Euro dotierten Hauptpreise, weitere 20 Schulen erhalten einen Anerkennungspreis in Höhe von jeweils 10.000 Euro. Insgesamt vergibt die Stiftung ein Preisgeld in Höhe von 250.000 Euro.
Im Mittelpunkt des Wettbewerbs steht die Frage, wie Schulen individuelle Lernwege gestalten und faire Bildungschancen für alle Kinder ermöglichen können. Die ausgezeichneten Einrichtungen überzeugten die Jury mit strukturell verankerten Ansätzen, die auf unterschiedliche Lernvoraussetzungen reagieren und nachhaltige Förderung im Schulalltag sichern.

Individuelle Förderung im Ganztag: Grundschule Erlangen-Tennenlohe
Die Grundschule Erlangen-Tennenlohe setzt auf ein ganzheitliches Konzept, das Lernen, Ganztag und individuelle Förderung systematisch verbindet. In jahrgangsgemischten Klassen und flexiblen Lernzeiten werden die 226 Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Voraussetzungen begleitet und profitieren von dem Konzept. In den Klassen begegnen sich Kinder aus sehr unterschiedlichen Lebenssituationen: aus Schichtarbeiterfamilien, Akademikerhaushalten und dem ortsansässigen Wohnheim für Geflüchtete. Die zunehmende Heterogenität der Schülerschaft macht deutlich, wie stark Bildungsungleichheit weiterhin wirkt und stellt zugleich den Ausgangspunkt für die pädagogische Arbeit dar. Einen zentralen Schwerpunkt bildet die Sprachförderung aller Kinder: Über das Schulradio „AnTennenlohe“ planen und produzieren Kinder beispielsweise eigene Beiträge und stärken so ihre Sprachkompetenz und ihr Selbstbewusstsein. Ergänzt wird der Ansatz durch Lehrwerkstätten, systematische Diagnostik sowie ein enges Netzwerk zwischen Lehrkräften, Eltern, Ehrenamtlichen und externen Partnern. Die schulischen Maßnahmen verfolgen das Ziel, allen Kindern faire und wirksame Bildungschancen zu eröffnen – unabhängig von Herkunft, Sprache oder individuellen Voraussetzungen.

Struktur und Beziehung als Grundlage: Janusz-Korczak-Schule
Einen konsequent individualisierten Ansatz verfolgt die Janusz-Korczak-Schule in Chemnitz. Rund 100 Schülerinnen und Schüler lernen an der Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung unter klar strukturierten, verlässlichen Rahmenbedingungen. Das prämierte Unterstufenkonzept ersetzt starre Stundenpläne durch individuelle Lernpläne und bietet gemeinsame Lerninhalte auf unterschiedlichen Aneignungsstufen an. Elemente wie tägliche Rituale, Gesundheitsangebote, differenzierte Materialien sowie multiprofessionelle Zusammenarbeit ermöglichen ein Lernen, das sich an den tatsächlichen Lebens- und Lernbedingungen der Kinder orientiert und Teilhabe fördert. Bildungsgerechtigkeit wird hier nicht als Gleichbehandlung verstanden, sondern als konsequente Ausrichtung schulischer Strukturen, Lernangebote und Haltungen an individuellen Lern- und Lebensbedingungen der Kinder. Der pädagogische Ansatz setzt bewusst bei Sicherheit, Beziehung und Verlässlichkeit an.
„Die ausgezeichneten Schulen zeigen eindrucksvoll, wie Bildungsgerechtigkeit im Schulalltag konkret umgesetzt werden kann. Sie entwickeln Strukturen, die sich konsequent an den Bedürfnissen der Kinder orientieren und damit nachhaltige Lernprozesse ermöglichen“, betont Andrea Möhringer, Vorständin der Stiftung Kinderförderung von Playmobil. Und Vorstand Florian Löffler ergänzt: „Wir danken allen Einrichtungen für ihre Teilnahme sowie die vielfältigen Einreichungen und freuen uns, dieses Engagement mit dem Hob-Preis auszeichnen und finanziell unterstützen zu können.“



Neben den beiden Hauptpreisen vergibt die Stiftung weitere Anerkennungspreise an Schulen im gesamten Bundesgebiet

Ein Preis mit nachhaltiger Wirkung
Der Hob-Preis wurde im Schuljahr 2025/2026 bereits zum dritten Mal vergeben. Mit einem Gesamtpreisgeld von 250.000 Euro gehört er zu den größten Schulwettbewerben in Deutschland. Die Ausschreibung richtete sich dieses Mal an Förder- und Regelschulen der Klassenstufen 1 bis 4 in Deutschland und rief dazu auf, Projekte mit kreativen und nachhaltigen Ansätzen für Bildungsgerechtigkeit einzureichen. „Unser Ziel ist es, diese wegweisenden Projekte zu würdigen und sichtbar zu machen, so dass auch andere davon lernen und eine positive Dynamik in den Schulalltag bringen können“, erklärt Andrea Möhringer, Vorständin der Stiftung Kinderförderung von Playmobil. „Die große positive Resonanz und das Engagement der Schulen zeigen, wie wichtig unsere Unterstützung ist.

Die prämierten Schulen im Überblick

Hauptpreisträger mit je 25.000 Euro:
Grundschule Erlangen-Tennenlohe
Janusz-Korczak-Schule Chemnitz

Anerkennungspreise mit je 10.000 Euro:
Wittekindschule, Lünen
Grundschule auf dem Süsteresch, Schüttorf
OGGS Gressenich, Stolberg
Schule an der Burgweide, Hamburg
Familiengrundschulzentrum Sonnenstraße, Düsseldorf
Kreativitäts- und Ganztagsgrundschule Nauen
Brüder-Grimm-Schule, Brakel
Grundschule Bodensee-Schule St. Martin, Friedrichshafen
Gartenstadtschule Neumünster
Grundschule Rosche an der Wipperau, Rosche
Freie Schule für lebendiges Lernen, Altenriet
Seeäckerschule Calw SBBZ
Erich Kästner Schule, Dresden
Elbschule BZHK, Hamburg
Georg-Meistermann-Grundschule Wittlich
Rheingoldschule, Brey
Grundschule an der Guldsteinstraße, München
Grundschule „Auf dem Betzenberg“, Kaiserslautern
3 Regionenschule/Johannisgrundschule Osnabrück
Schule am Ellerbach, Bad Kreuznach

Quelle Text:
Stiftung Kinderförderung von Playmobil
Brandstätterstr. 2-10
D – 90513 Zirndorf
http://www.kinderstiftung-playmobil.de/

27.05.2026

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