In der Tarifrunde für die ortsansässig Beschäftigten bei den Stationierungsstreitkräften hat die Tarifkommission dem vorgelegten Angebot zähneknirschend zugestimmt. Vorausgegangen war kein fairer Kompromiss, sondern ein inakzeptables Vorgehen der Arbeitgeberseite. Nach einer zunächst konstruktiven dritten Verhandlungsrunde brach sie die Gespräche überraschend ab, verließ den Verhandlungstisch und setzte der Gewerkschaft ein Ultimatum bis zum 30. April. Andernfalls hätte den Beschäftigten eine Nullrunde gedroht.
Die Einigung sieht ab dem 1. Februar 2026 eine Erhöhung aller Entgelte um 2 Prozent vor, mindestens jedoch um 65 Euro. Auszubildende erhalten 2,5 Prozent mehr Ausbildungsvergütung. Feuerwehrleute erhalten ab dem 1. Februar 2026 eine Schichtzulage von 5 Euro pro Schicht. Die Laufzeit beträgt 12 Monate.
Der Entscheidung war eine zweiwöchige Mitgliederbefragung vorausgegangen. Dabei sprachen sich 66 Prozent für eine Ablehnung des Angebots aus. In der Pfalz fiel die Ablehnung noch deutlicher aus. Dort arbeitet ein großer Teil der rund 10.000 ortsansässig Beschäftigten bei den Amerikanern, Briten, Franzosen und der NATO. Für eine Ausweitung der Streiks wäre ein Quorum von 75 Prozent erforderlich gewesen.
„Nicht nur die geringe Höhe des Angebots angesichts rasant steigender Lebenshaltungskosten ist eine Frechheit. Noch gravierender ist die Arroganz, mit der der Arbeitgeber die Arbeit der Beschäftigten missachtet. Viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten seit Jahren unter hoher Belastung für die amerikanischen Streitkräfte. Ihnen dann mit Ultimaten und Reallohnverlust zu begegnen, ist respektlos“, sagte Susanne Schäfer, zuständige Gewerkschaftssekretärin.
„Unsere Beschäftigten zahlen doppelt für den Krieg im Nahen Osten. Sie tragen ein erhöhtes Arbeitsaufkommen und sollen nun auch noch Reallohnverluste hinnehmen. Das ist nicht akzeptabel“, so Schäfer.
Für ver.di ist klar, dass diese Tarifrunde nicht ohne Folgen bleibt bei den Stationierungsstreitkräften. Tarifabschlüsse, die Reallohnverluste nicht verhindern, verschärfen die Probleme bei Personalgewinnung und Personalbindung weiter. Gerade in der Pfalz kann sich das auch auf Kaufkraft und Konsum auswirken. Die Gewerkschaft wird deshalb bereits jetzt die Strategiediskussion für die Tarifrunde ab Februar 2027 aufnehmen.
Für ver.di steht fest, wer Beschäftigte mit Druck und Ultimaten zu einem Abschluss drängt, muss in der nächsten Tarifrunde mit deutlich mehr Widerstand rechnen.
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Quelle Text/Bild:
ver.di Rheinland-Pfalz-Saarland
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Mainz, 30.04.2026











