Eschborn, 28. April 2026 – Kleine Geräte, die an einem Katzenhalsband befestigt stetig über den Standort des Tieres informieren: Immer mehr Katzenhalter:innen setzen auf die zusätzliche Sicherheit, die sogenannte GPS-Tracker für ihre Vierbeiner versprechen. Doch halten diese ihr Versprechen und können sie ein wirksames Hilfsmittel sein, um das spurlose Verschwinden von Katzen zu verhindern? Die Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes kostenloses Heimtierregister betreibt, hat das Thema rundum beleuchtet.
Katzen entlaufen dreimal häufiger als Hunde und fast ein Viertel von ihnen bleibt spurlos verschwunden. Gerade mit Blick auf diese große Rückvermittlungslücke stellte TASSO die Frage: Können GPS-Tracker Katzen besser vor einem endgültigen Verschwinden schützen?
Die Basis für eine sichere Rückkehr eines entlaufenen Tieres bleibt ein Chip (Transponder) unter der Haut des Tieres, dessen Nummer gemeinsam mit den Daten der Tierhalter:innen in einem zentralen Register hinterlegt wird. Denn dieser ist ein Tierleben lang sicher auslesbar, gewährleistet eine eindeutige Identifizierung des Tieres und gemeinsam mit der Registrierung besteht die Möglichkeit, eine Fundkatze auch nach Jahren sicher nach Hause zurückzubringen.
Da der Chip jedoch – entgegen vereinzelter gegenteiliger Annahmen – nicht geortet werden kann, ist der zusätzliche Einsatz von GPS-Trackern vielversprechend. Mit vollem Akku und verfügbarem mobilem Netz können die Tracker am Halsband eines Tieres mit Hilfe einer dazugehörigen App geortet werden. Auf dem Markt sind verschiedene Geräte und Abo-Modelle erhältlich.
Schnelle Hilfe für eingesperrte Katzen
Die Möglichkeit, ein Tier zu orten, kann nicht nur im akuten Fall helfen, wenn eine Katze vermisst wird, weil sie beispielsweise eingesperrt wurde, sondern auch vorbeugend. Durch das Tracken lernen Halter:innen das Revier ihrer Katze kennen und erfahren, welche Gefahren dort lauern. Der Einsatz von GPS-Trackern kann somit sinnvoll sein und mehr Sicherheit bringen.
Um ein GPS-Gerät an einer Katze zu befestigen, braucht es jedoch ein Halsband. Halsbänder für Katzen waren in der Vergangenheit sehr umstritten, da die Sorge bestand, die Tiere könnten beim Klettern hängenbleiben und sich verletzen. Um die Hintergründe und die tatsächliche Gefahr dieser Sorge greifbar zu machen, hatte TASSO eine Studie bei der veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni Vienna) in Auftrag gegeben. Für diese Studie hat die Vetmeduni Vienna 2021 unter anderem eine Online-Befragung zur Verwendung von Katzenhalsbändern und zum Freigang von Katzen durchgeführt und die Antworten der mehr als 5.000 Teilnehmenden analysiert.
Dabei fanden die Autorinnen heraus, dass das Risiko, an einem Vorfall in Zusammenhang mit dem Halsband zu sterben, deutlich geringer ist als andere Risiken, denen Katzen beim Freigang ausgesetzt sind. Demnach gab es 137 Vorfälle, die eine Verletzung zur Folge hatten (2,7 Prozent) und 19 Vorfälle, bei denen die Katze starb (0,4 Prozent). Die Todesfälle lagen zum Zeitpunkt der Befragung mindestens vier, mehrheitlich sogar mehr als zehn Jahre zurück. Es können an dieser Stelle keine Rückschlüsse gezogen werden, ob die Halsbänder in diesen Fällen einen Notöffnungsmechanismus hatten oder nicht. Dem gegenüber berichteten 23 Prozent der Teilnehmenden von Katzen, die nie wieder nach Hause gekommen sind. 27 Prozent der befragten Personen gaben an, dass ihre Katzen in Verkehrsunfälle verwickelt waren.
Halsbänder scheinen demnach kein statistisch relevanter zusätzlicher Risikofaktor für Katzen mit Freigang zu sein. Doch um mögliche Verletzungen im Einzelfall dennoch auszuschließen, sollte immer ein gut sitzendes Halsband mit einem speziellen Sicherheitsverschluss (Notöffnungsmechanismus) genutzt werden. Dieser Verschluss sollte bei Krafteinwirkung in alle Richtungen gleichermaßen öffnen und auf Größe und Gewicht der Katze angepasst werden können. Vor jedem Freigang sollte zudem geprüft werden, dass das Halsband korrekt sitzt.
Fazit: Der Einsatz von GPS-Trackern für Katzen kann ein wichtiges Hilfsmittel sein, um die Chancen zu erhöhen, dass entlaufene Katzen wieder nach Hause zurückkehren. Besonders in akuten Notfällen, in denen ein schnelles Auffinden für Katzen entscheidend sein kann, können GPS-Tracker eine wertvolle Ergänzung zur Kennzeichnung und Registrierung sein. Katzenhalter:innen sollten den Einsatz für sich, ihre Situation und ihr Tier abwägen und wenn sie sich für den Einsatz eines GPS-Gerätes entscheiden, auf ein zuverlässiges Halsband mit Sicherheitsverschluss setzen.
Quelle Text/Bild:
TASSO-Haustierzentralregister für die Bundesrepublik Deutschland e.V.
Otto-Volger-Str. 15
65843 Sulzbach/Ts.
Deutschland
www.tasso.net
Sulzbach/Ts., 28.04.2026
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