Vier Schülerinnen und Schüler qualifizieren sich beim Landesfinale in Rheinland-Pfalz erfolgreich für das Bundesfinale „Jugend debattiert“
Beim Landesfinale des Schulwettbewerbs „Jugend debattiert“ im Haus der Jugend in Mainz haben sich am 21. April 2026 vier Schülerinnen und Schüler für das Bundesfinale des Wettbewerbs am 12. Juni 2026 in Berlin qualifiziert. Im Landesfinale traten in zwei Altersgruppen (Jahrgangsstufen 8 bis 10 und 11 bis 13) jeweils vier Debattierende gegeneinander an. Eine Jury kürte anschließend die Siegerinnen und Sieger und bewertete dabei Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.
Bei den Schul- und Regionalwettbewerben des laufenden Schuljahres haben sich bei der Unterrichtsreihe „Jugend debattiert“ in Rheinland-Pfalz rund 10.000 Schülerinnen und Schüler von 91 Schulen beteiligt. Pro Debatte nahmen vier Schülerinnen und Schüler teil, die 24 Minuten über eine Streitfrage debattierten. Inhalte und Argumente zum Thema müssen fundiert und überzeugend sein. Wer Pro oder Contra vertritt, wird erst kurz vor dem Wettbewerb ausgelost.
In diesem Jahr ging es in der rheinland-pfälzischen Finaldebatte der Jahrgangsstufen 8 bis 10 um das Thema „Soll ein verpflichtendes Politikpraktikum für Schülerinnen und Schüler eingeführt werden?“. Die Finaldebatte der Jahrgangsstufen 11 bis 13 beschäftigte sich mit der Frage „Soll für Mandatszeiten der Abgeordneten des rheinland-pfälzischen Landtags eine Höchstgrenze gelten?“.
Gewonnen haben: Die 16-jährige Finja Witthaus von dem Gymnasium am Rittersberg in Kaiserslautern überzeugte die Jury durch ihre Ausdrucksfähigkeit. Sie argumentierte wirkungsvoll gegen ein verpflichtendes Politikpraktikum. Kenny Bertleff, 18 Jahre alt, vom Johann-Wolfgang-Goethe-Gymnasium in Germersheim konnte bei der Frage „Soll für Mandatszeiten der Abgeordneten des rheinland-pfälzischen Landtags eine Höchstgrenze gelten?“ den Landeswettbewerb der Jahrgangsstufen 11 bis 13 für sich entscheiden. Kenny Bertleff trat überzeugend gegen eine Höchstgrenze für Mandate ein. Als Auszeichnung für diesen Erfolg erhalten sie, gemeinsam mit den Siegerinnen und Siegern der anderen Bundesländer, ein professionelles fünftägiges Intensiv-Rhetorik-Training, das sie auf das Bundesfinale vorbereitet.
„Der Ukraine-Krieg und die Situation in Russland sind eine ständige Erinnerung daran, dass eine liberale Demokratie etwas Kostbares ist. Damit sie lebendig und widerstandsfähig bleibt, muss gutes, faires Streiten und debattieren vermittelt und geübt werden. Je mehr Schülerinnen und Schüler so erreicht werden, desto besser“, sagte Elisabeth Niejahr, die als Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung den Bereich „Demokratie stärken“ verantwortet.
Auch Kenny Bertleff betonte den Charakter von Jugend debattiert: „Im Unterricht für „Jugend debattiert“ wie auch bei den Debatten habe ich gelernt, meine Gesprächsfähigkeit zu verbessern“.
Landtagsvizepräsidentin Kathrin Anklam-Trapp betonte: „Das Landesfinale kann zwar in diesem Jahr aufgrund der Umbauarbeiten für die neue Wahlperiode leider nicht am gewohnten Ort, dem Plenarsaal, stattfinden. Aber auch das „Haus der Jugend“ bietet einen passenden Rahmen, da es ein zentraler Begegnungsort für junge Menschen ist. Der Wettbewerb „Jugend debattiert“ steht dabei für das, was unsere parlamentarische Demokratie im Kern ausmacht: den fairen, sachlichen und respektvollen Austausch von Argumenten, der natürlich auch leidenschaftlich sein darf. Der Wettbewerb und auch die Politik leben davon, dass junge Menschen ihre Stimme erheben und diese auch gehört wird. Mit Sorge lese ich Studien, die zeigen, dass antidemokratische Einstellungen unter Jugendlichen und das Misstrauen gegenüber demokratischen Institutionen zunehmen. Auch angesichts dessen ist es heute wichtiger denn je, dass wir wieder lernen, einander zuzuhören, respektvoll zu streiten und den Wert des Kompromisses zu schätzen. Ohne Hass, Hetze und Menschenfeindlichkeit. „Jugend debattiert“ bildet dafür eine tolle Möglichkeit.“
Bildungsminister Sven Teuber unterstrich die Wichtigkeit des Programms: „In einer Zeit, in der populistische Meinungsmache und Fake News leider an der Tagesordnung sind, ist es umso wichtiger, dass junge Menschen lernen, sich respektvoll auszutauschen, statt sich mit Worten zu verletzen. Sie sollten immer wieder üben, eigene Argumente zu entwickeln, die Argumente anderer anzuhören und Debatten fair zu führen. Wenn wir diese Fähigkeiten fördern, stärken wir auch das Demokratiebewusstsein junger Menschen. ,Jugend debattiert‘ leistet dafür einen wichtigen Beitrag. Die Gewinnerinnen und Gewinner, denen ich sehr herzlich gratuliere, werden so zu Botschafterinnen und Botschaftern für eine freie Meinungskultur und ein demokratisches Miteinander, allen voran an ihren Schulen.“
Mit „Jugend debattiert“ wollen die beteiligten Stiftungen Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen jeder Art ermutigen, durch das Debattieren ihre sprachliche, politische und persönliche Bildung zu verbessern. „Jugend debattiert“ ist eine Initiative des Bundespräsidenten und steht unter seiner Schirmherrschaft. Partner sind die Hertie-Stiftung, die Heinz Nixdorf Stiftung sowie die Kultusministerkonferenz, die Kultusministerien und die Parlamente der Länder. Das Programm wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
Die Finalisten im Landeswettbewerb Jugend debattiert in Rheinland-Pfalz 2026:
Debatte Altersgruppe 1 (Klassen 8 bis 10):
1. Platz: Finja Witthaus, 16, Gymnasium am Rittersberg, Kaiserslautern
2. Platz: Amin Dhaou, 16, Geschwister-Scholl-Gymnasium, Ludwigshafen
3. Platz: Mia Malolepszy, 15, Europa-Gymnasium, Wörth
4. Platz: Jonathan Esch, 16, Peter-Wust-Gymnasium, Wittlich
Debatte Altersgruppe 2 (Jahrgangsstufen 11 bis 13):
1. Platz: Kenny Bertleff, 18, Johann-Wolfgang-Goethe-Gymnasium, Germersheim
2. Platz: Kari Preuschoff, 17, Konrad-Adenauer-Gymnasium, Westerburg
3. Platz: Julia Bochmann, 16, Peter-Wust-Gymnasium, Wittlich
4. Platz: Lina Martin, 17, Herzog-Johann-Gymnasium, Simmern
Quelle Text/Bild:
Ministerium für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz vertreten durch die Ministerin
Mittlere Bleiche 61
55116 Mainz
www.bm.rlp.de
Mainz, 22.04.2026













