Sicherung Naturschutzgebiet Mehlinger Heide

Offener Brief an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) der BUND Kreisgruppe Kaiserslautern

Mit großer Sorge haben wir von Seiten der BUND Kreisgruppe die Berichterstattung über eine mögliche Rückführung des Naturschutzgebietes „Mehlinger Heide“ zur militärischen Nutzung zur Kenntnis genommen. Gemäß unserem Informationsstand ist diese Nutzung derzeit Teil einer eingehenden Prüfung. Aus Umwelt-und Naturschutzsicht sehen wir nicht, wie diese Planung mit den auf der Fläche seit der Freigabe 1992 inzwischen entstandenen Lebensräumen und auch rechtlichen Bindungen in Einklang zu bringen ist. Die Mehlinger Heide stellt ein in der Region einmaliges Habitat für seltene Tier- und Pflanzenarten dar. Sie ist für die Artenvielfalt ein sehr wichtiges Refugium und seit 2001 offiziell als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Heidelerche, Ziegenmelker, Wendehals und Kreuzkröte haben hier unter anderem ihren Lebensraum.
Für den Erhalt dieses einzigartigen Landschaftsbestandteils ist es äußerst wichtig, dass die bisherigen Pflegemaßnahmen vollumfänglich fortgesetzt werden. Hier sind die regelmäßige Entbuschung, die Beweidung sowie das turnusgemäße Schoppern und Plakken der Fläche zu nennen. Auf einem Ortstermin Anfang des Jahres stellten wir fest, dass die Entbuschung im zurückliegenden Winter unserem Eindruck nach nicht bzw. nicht ausreichend erfolgte: Auf Flächen von erheblicher Größe wachsen junge Kiefern, Birken und Ginster. Unsere Frage an Sie: Wer ist derzeit, während das Naturschutzgebiet als mögliche künftige Liegenschaft der Bundeswehr geprüft wird, für diese Pflege zuständig? Es wäre wichtig, dass die anstehenden Pflegemaßnahmen in der kommenden Vegetationspause nachgeholt werden.
Die Mehlinger Heide ist darüber hinaus ein besonders wichtiger Ort für die Umweltbildung, der in der Region seinesgleichen sucht. Neben zahlreichen naturkundlich interessierten Besucherinnen und Besuchern nutzen viele Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Schulunterrichts die Fläche, insbesondere auch für Arbeitseinsätze. Ebenso wird die Fläche für zahlreiche Fortbildungen und Exkursionen der Erwachsenenbildung genutzt. Bei einer militärischen Nutzung wäre dieses Angebot nicht mehr möglich. Gibt es Pläne seitens der BImA hier einen angemessenen Ersatz zu schaffen?



Ein weiteres großes Problem sehen wir aber nicht nur im möglichen Verlust dieser einzigartigen Landschaft. In den letzten gut zwanzig Jahren wurden auf der Fläche der Mehlinger Heide andernorts erfolgte Eingriffe in Natur und Landschaft „ausgeglichen“. Über 80 Nutzungen wurden so gemäß Bundesnaturschutzgesetz kompensiert. Von den 95 ha Heidefläche sind so bereits 60 ha als Ersatzfläche belegt. Hinzu kommen Kompensationsflächen des FCK für den Umbau des Fröhnerhofs zum Trainingsgelände. Auch für diesen Ausbau wurde die Mehlinger Heide als Kompensationsfläche genutzt. In Ihrer hauseigenen Festschrift zum zehnjährigen Bestehen der Stiftung „Mehlinger Heide“ haben Sie selbst das Ganze als ein
„Erfolgsmodell“ gefeiert.
Aus Naturschutzsicht ist das Mittel der Ausweisung von Ausgleichsflächen zur Wiedergutmachung umfangreicher Eingriffe in Naturräume vor dem Hintergrund des zunehmenden Verschwindens dieser Räume ein sowieso schon kritisch zu bewertendes Instrument. Wenn allerdings selbst diese vorgeschriebenen Ausgleiche dann im Nachhinein entfallen, wird es absurd. Wir vom BUND Kaiserslautern werden uns deswegen für den Erhalt dieser Ausgleiche stark engagieren. Sollte dies nicht erfolgreich sein, werden wir auf einen „Ausgleich des Ausgleichs“ bestehen. Durch die vorhandene Größenordnung ist nicht zu ersehen, auf welcher Fläche in der Region dieser zu schaffen sein könnte.
Vor diesem Hintergrund fordern wir Sie seitens des BUND auf, von einer neuerlichen militärischen Nutzung der Mehlinger Heide abzusehen.

Quelle Text/Bild:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
BUND-Kreisgruppe Kaiserslautern
Blücherstraße 12
67655 Kaiserslautern

kaiserslautern.bund.net

Kaiserslautern, 24.03.2026

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