Lesetipps von der Buchhandlung „blaue Blume“ 12.03.

Roman
Daniel Mellem – Einstein im Bade
In Bad Nauheim führt Direktor Kleeberger sein Hotel ‚Rastender Kranich‘ seit Jahrzehnten als Ruhepunkt in hektischer Zeit. Diese droht gestört zu werden, als im Jahr 1920 die Versammlung Deutscher Naturforscher ansteht. Die neue Relativitätstheorie hat die wissenschaftliche Gemeinde gespalten, und die beiden ärgsten Kontrahenten Albert Einstein und Philipp Lenard sind ausgerechnet im Rastenden Kranich einquartiert. Kleeberger wittert eine Chance: Wäre es nicht die beste Werbung für sein veraltetes Hotel, wenn er den Streit dort schlichten würde? Mit Humor und erzählerischer Leichtigkeit lässt Daniel Mellem Stammgäste und bedeutende Wissenschaftler aufeinanderprallen, der Hoteldirektor immer mittendrin und von den Turbulenzen gebeutelt.

Lebensbeschreibung
Pascale Hugues – So voller Leben
Yvette wird im elsässischen Colmar geboren, 1929, im Jahr der Großen Depression. Ihre Eltern wünschen sich einen Jungen und bekommen ein Mädchen. Sie ist Linkshänderin und wird gezwungen, mit rechts zu schreiben. Mal Französin, mal Deutsche, wechselt sie im kriegsgeschüttelten Elsass drei Mal die Nationalität, die Sprache und sogar den Vornamen. Später, als erwachsene Frau, schwankt sie zwischen dem Charme der Bourgeoisie und der Verlockung des Aufruhrs, zwischen Patriarchat und Feminismus. Und immer verschwand Pascale Hugues‘ Mutter wochenlang. Die Erwachsenen sagten ihr nicht, dass sie in der Klinik war. In ihrem Buch zeichnet Hugues das Bild einer Zeit, in der psychische Krankheiten ein Tabu sind, das man hinter schützenden Lügen verbirgt.

Roman
Eva Paula Pick – Krampenschießen
Hanna hofft, in der Abgeschiedenheit der Vulkaneifel ihre Übersetzung afrikanischer Autoren zu Ende zu bringen. Mirijam, ihre Tochter, untersucht im Burgund die Spuren mittelalterlicher Kreuzzüge und hält nebenbei mit frecher Feder so manche Beobachtung fest. Und August Linn, Hannas verstorbener Vater, mit dem sie als Kind jeden Abend Papierkrampen ins Licht der Welt schoss, hat ein Kriegstagebuch hinterlassen. Seine Aufzeichnungen liefern Antworten, werfen für Hanna und Mirijam aber auch mehr Fragen auf als ihre etwas holprigen Liebesbeziehungen. Drei Generationen einer Familie, verbunden im Drang, Außen und Innen in Worte zu fassen.



Essay
Berhard Schlink – Finanzen ganz einfach
Alle wollen Gerechtigkeit – immer für sich, manchmal auch für andere, selten für alle. Aber was ist Gerechtigkeit, und wie ist sie zu haben? Bernhard Schlink bietet weder ein ideales Konzept noch eine einfache Formel. Sein Anliegen ist bescheidener. Er zeigt auf, wie wir immer wieder neu nach gerechten Lösungen suchen müssen und sie finden können. Das ist Arbeit, der wir uns stellen müssen.

Jugendroman
William Gutcliffe – Grüner wird’s nicht
Luke (13) will einfach nur entspannte Sommerferien verbringen – doch dann wirbelt ein Klima-Protestcamp die spießige Nachbarschaft samt seiner Familie gründlich durcheinander. Luke findet die Klimarebellen aber eigentlich ganz in Ordnung. Und ehe er sich versieht, sitzt er mit Sky im Baumhaus hoch über dem Camp. Unter ihnen versammeln sich alle Nachrichtensender des Landes … Welche Botschaft vermittelt man, wenn man aus Versehen zur Stimme einer ganzen Generation wird? (ab 12)

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Quelle Text/Bild:
buchhandlung blaue blume
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Kaiserslautern, 13.03.2026