Warnstreik am 18. Februar bei US-Stationierungsstreitkräften

ver.di fordert 2 Euro mehr pro Stunde

Am Aschermittwoch, 18. Februar 2026, ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) bundesweit alle ortsansässigen Beschäftigten bei den Stationierungsstreitkräften zu einem ganztägigen Warnstreik auf. In Rheinland-Pfalz kommen Kolleginnen und Kollegen in der Sporthalle Mehlingen zum Streiken zusammen. Auch in Baumholder und Germersheim sind Warnstreikveranstaltungen geplant.

Hintergrund ist die erste Verhandlungsrunde am 5. Februar 2026 in Berlin, die die Arbeitgeber ohne Angebot beendet haben. Als Begründung wird auf unsichere Haushaltslagen verwiesen. Zudem wurde argumentiert, die ortsansässigen Beschäftigten seien während des Shutdowns im Herbst 2025 weiter bezahlt worden und stünden damit „im Vorteil“. ver.di weist diese Darstellung ausdrücklich zurück. Wie bereits in der Pressemitteilung von ver.di im Oktober berichtet wurde, erfolgte die Auszahlung nicht aus „Großzügigkeit“, sondern weil der Bund die Entgeltzahlung in dieser Phase aus eigenen Mitteln finanzierte. ver.di hält dagegen: Wer Tag für Tag dafür sorgt, dass Liegenschaften funktionieren, Verpflegung bereitsteht, Technik läuft und Einsatzbereitschaft abgesichert wird, braucht faire, verlässliche und existenzsichernde Löhne. Die Gewerkschaft fordert 2 Euro mehr pro Stunde für alle Beschäftigten und Auszubildenden bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Gerade in der Region Kaiserslautern zählen die US-Stationierungsstreitkräfte zu den größten Arbeitgebern und tragen damit eine besondere Verantwortung. Umso problematischer ist, dass sich Beschäftigte in Lohngruppen wiederfinden, die nur knapp über dem Mindestlohn liegen oder ihn in Einzelfällen sogar unterschreiten. Das ist nicht hinnehmbar. Es braucht angemessene Entlohnung, die Leistung anerkennt und vor allem ein Leben ohne ständige finanzielle Unsicherheit ermöglicht.

„Wir haben uns zu dieser ungewöhnlichen Forderung entschlossen, weil wir damit unsere Einzelforderungen nach deutlich höherem Lohn, einer sozialen Komponente und einer überproportionalen Entgelterhöhung für Kolleginnen und Kollegen der Feuerwehr gebündelt auf den Punkt bringen können. Wer mit einer Monatsarbeitszeit von 256 Stunden arbeitet, darf nicht am Mindestlohn kratzen“, sagt Thomas Wisniewski, Mitglied der Tarifkommission und Beschäftigter im Headquarter in Kaiserslautern.

Der Warnstreik wird vor allem im Hotel- und Küchenbetrieb, im Kühlhaus und auf den Feuerwachen spürbare Auswirkungen haben, weil sich Beschäftigte dort bereits seit Montag im Ausstand befinden. Auch die Produktion der amerikanischen Großbäckerei in Grünstadt, der Flugbetrieb in Ramstein und Spangdahlem sowie das Depot in Germersheim werden voraussichtlich deutlich unterbesetzt sein.

„Bereits in der vergangenen Woche haben wir mit unserer Teilnahme am Großstreiktag in Mainz klar gemacht, wie unverzichtbar die Arbeit der ortsansässigen Beschäftigten ist. Nach den mageren 1,7 Prozent im letzten Jahr brauchen wir jetzt eine deutliche Lohnsteigerung, damit wir nicht weiter von der allgemeinen Lohnentwicklung abgekoppelt werden“, erklärt Susanne Schäfer, zuständige Gewerkschaftssekretärin.

ver.di betont zudem, dass im Kontext der Verantwortung, die die Stationierungsstreitkräfte für die Sicherheit in Europa haben, eine Verpflichtung gegenüber den Menschen besteht, die diese Strukturen täglich arbeitsfähig halten, von der Truppenlogistik bis zur Truppenverpflegung. Sicherheitspolitik darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten organisiert werden. Wer Verlässlichkeit erwartet, muss sie auch bei den Arbeitsbedingungen liefern.

Zum Hintergrund:

Dass unter US-Präsident Donald Trump Haushaltskonflikte und Shutdown-Drohungen wiederholt als politisches Druckmittel eingesetzt werden, verschärft die Unsicherheit. Gerade deshalb braucht es klare Regeln und gerechte Bezahlung für die Beschäftigten hier vor Ort. Haushaltspolitisches Taktieren in Washington darf nicht zur Ausrede werden, Tarifverhandlungen auf die lange Bank zu schieben oder Reallohnverluste zu zementieren.

In Deutschland arbeiten derzeit rund 12.500 ortsansässige Beschäftigte bei den Stationierungsstreitkräften der Amerikaner, Briten, Franzosen und Kanadier sowie bei der NATO, davon etwa 11.200 bei den US-Streitkräften. In Rheinland-Pfalz sind es aktuell etwas über 6.500 Beschäftigte auf US-Liegenschaften, unter anderem in Spangdahlem, Baumholder, Miesau, Ramstein, Landstuhl, Kaiserslautern, Sembach, Grünstadt und Germersheim.



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Quelle Text/Bild:
ver.di Rheinland-Pfalz-Saarland
Münsterplatz 2-6
55116 Mainz

www.verdi.de

Mainz, 17.02.2026