Der jüngste Stadtteilspaziergang und die anschließende Berichterstattung haben die Anliegen der Menschen auf dem Betzenberg stärker in den öffentlichen Blick gerückt. Frank Pfaff, ehrenamtlicher Leiter des Stadtteilbüros „Die Betzestubb“, begrüßt diese Aufmerksamkeit und verbindet sie mit einer klaren Erwartung: Die angesprochenen Probleme müssen gemeinsam angegangen werden.
„Die vielen Rückmeldungen zeigen, wie wichtig es den Menschen ist, mit ihren Erfahrungen gehört zu werden. Jetzt kommt es darauf an, diese Anliegen aufzugreifen und daraus konkrete nächste Schritte zu entwickeln“, erklärt Pfaff.
Hoch über der Barbarossastadt, die in diesem Jahr 750 Jahre Stadtrechte feiert, thront das Fritz-Walter-Stadion wie eine Bastion. Die Roten Teufel und der Name Betzenberg stehen für eine Fußballtradition, die weit über Deutschland hinaus bekannt ist. Auch als Austragungsort der Weltmeisterschaft 2006 rückte der Betzenberg international ins Blickfeld. Für Pfaff verbindet sich mit dieser Strahlkraft eine besondere Verantwortung für den Stadtteil und seine Menschen.
„Der Betzenberg ist eine weithin sichtbare Visitenkarte Kaiserslauterns. Hier erleben wir, wie viel Leidenschaft und Zusammenhalt möglich sind. Diesen Zusammenhalt brauchen wir auch im Alltag des Stadtteils. Es muss uns gelingen, den Betzenberg als lebenswertes Quartier weiterzuentwickeln – mit guter Versorgung, verlässlicher Unterstützung und Orten, an denen Menschen zusammenkommen.“
Fehlende Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe, der Verlust vertrauter Treffpunkte und Sorgen rund um die Wohnsituation belasten den Alltag vieler Bewohnerinnen und Bewohner. Gerade für ältere Menschen oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität können längere Wege eine erhebliche Hürde sein. Pfaff sieht deshalb besonderen Handlungsbedarf bei der Nahversorgung und bei gut erreichbaren Beratungs- und Begegnungsangeboten.
Zugleich wirbt er für einen differenzierten Blick auf den Stadtteil: „Wer über den Betzenberg spricht, muss auch seine Stärken sehen: engagierte Nachbarn, gelebte Hilfsbereitschaft und Menschen, die hier gerne wohnen. Pauschale Zuschreibungen werden dieser Vielfalt nicht gerecht. Auch Menschen in schwierigen Lebenslagen verdienen es, mit ihren Fähigkeiten und ihrem Engagement wahrgenommen zu werden.“
Wie viel vor Ort bereits möglich ist, zeigt die Zusammenarbeit der Betzestubb mit der Diakonie Pfalz, der protestantischen Kirchengemeinde und zahlreichen Ehrenamtlichen. Gemeinsame Brunches, Bewegungskurse, Singangebote, Beratungen und der Kaffeeklatsch schaffen Gelegenheiten, Kontakte zu knüpfen und Unterstützung zu finden.
„Wenn Menschen wieder regelmäßig zusammenkommen, entstehen Vertrauen und Nachbarschaft. Dabei erfahren wir auch, wo Hilfe gebraucht wird. Diese Arbeit hat einen konkreten Wert für den Stadtteil“, betont Pfaff. Er dankt ausdrücklich allen Beteiligten, die ihre Zeit, ihre Räume und ihre Erfahrung dafür einbringen.
Einen besonderen Dank richtet Pfaff an Andreas Philipp Breier vom Projektbüro der Diakonie Pfalz auf dem Betzenberg. Gemeinsam arbeiten sie daran, bestehende Angebote auszubauen und neue Perspektiven für die Stadtteilarbeit zu entwickeln.
„Ohne Andreas Philipp Breiers unermüdlichen Einsatz und sein entschlossenes Mitgestalten wäre vieles von dem, was wir heute anbieten und für die Zukunft entwickeln, überhaupt nicht möglich. Er öffnet buchstäblich Räume, entwickelt mit uns Ideen und bleibt auch bei schwierigen Fragen dran. Er kämpft gemeinsam mit uns für die Menschen auf dem Betzenberg und gestaltet die nächsten Schritte aktiv mit. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.“
Für die weitere Entwicklung braucht es aus Pfaffs Sicht geeignete Räumlichkeiten und eine dauerhaft gesicherte personelle Unterstützung. Die gemeinsame Nutzung der bisherigen Räume mit dem Jugendtreff begrenzt die Möglichkeiten der Betzestubb. Die Zusammenarbeit am Gemeindezentrum der Stephanuskirche eröffnet bereits zusätzliche Angebote und bietet eine Perspektive, die weiterentwickelt werden sollte.
„Wir brauchen eine verlässlich erreichbare Anlaufstelle mit kurzen Wegen, klaren Zuständigkeiten und einer tragfähigen Finanzierung. Dafür wünsche ich mir, dass Stadtverwaltung, Politik und die Partner vor Ort gemeinsam die räumlichen und personellen Möglichkeiten prüfen. Das Ehrenamt bringt viel auf den Weg. Eine hauptamtliche Unterstützung würde helfen, diese Arbeit dauerhaft zu sichern.“
Auch die geplante Entwicklung des neuen Wohnquartiers müsse gemeinsam mit den Menschen im bestehenden Stadtteil betrachtet werden. Pfaff wirbt dafür, Fragen der Versorgung, der Begegnung und der sozialen Infrastruktur frühzeitig zusammenzudenken und die Bevölkerung einzubeziehen. Die Einladung der Bürgerinitiative Betzenberg zum Austausch begrüßt er als Gelegenheit, Anliegen zu bündeln und gemeinsame Schritte zu besprechen.
„Auf dem Betzenberg gibt es Menschen, Ideen und den Willen, etwas zu bewegen. Darauf können wir aufbauen. Gerade im Jubiläumsjahr sollten wir gemeinsam zeigen, wie wir uns die Zukunft unserer Stadt vorstellen: mit starken Nachbarschaften, erreichbaren Angeboten und guten Lebensbedingungen. Dazu gehört ein Betzenberg, dessen Menschen ihre Zukunft aktiv mitgestalten können.“

Bild1: Frank Pfaff bei einem der zahlreichen von ihm mit organisierten Bürgerfesten auf dem Betzenberg

Bild 2: Frank Pfaff mit Bürgermeister Manfred Schulz, Andreas Philipp Breier und Tim Siebecker mit Bürgerinnen und deren Anliegen an die Stadt
Quelle Text:
Stadtteilbüro Betzenberg „Die Betzestubb“
Frank Pfaff, Leitung Stadtteilbüro „Die Betzestubb“
frank.pfaff@stadtteilbuero-betzenberg.de
67663 Kaiserslautern
www.stadtteilbuero-betzenberg.de
11.10.2026
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