Mehr als 3 Millionen Menschen – davon 156.000 Menschen in Rheinland-Pfalz – waren im Jahr 2024 bundesweit von einer Herzinsuffizienz betroffen. Das zeigt der aktuelle „Gesundheitsatlas Deutschland“, den das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) im Vorfeld des Weltherztages am 29. September veröffentlicht. Der Bericht macht deutlich, dass soziale und materielle Benachteiligung mit einer deutlich höheren Belastung durch Herzinsuffizienz einhergeht. Menschen in den sozioökonomisch am stärksten benachteiligten Regionen Deutschlands sind deutlich häufiger von einer Herzinsuffizienz betroffen als Menschen in Regionen mit günstigen sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
In Rheinland-Pfalz reicht die Spanne von 3,2 Prozent von Herzinsuffizienz Betroffenen in Mainz bis 9,2 Prozent in Zweibrücken. Abhängig ist dies insbesondere von der sozialen und materiellen Absicherung in einer Region. Auch nach Berücksichtigung von Alters- und Geschlechtsunterschieden bleibt dieser Zusammenhang weitgehend bestehen. Die Ergebnisse unterstreichen den erheblichen Einfluss sozialer Faktoren auf die Herzgesundheit und die Bedeutung zielgerichteter Präventionsmaßnahmen. Die Herzinsuffizienz, umgangssprachlich auch als Herzschwäche bezeichnet, ist eines der häufigsten Gesundheitsprobleme des Herz-Kreislauf-Systems. Sie tritt als Folge anderer Krankheiten auf, zu denen insbesondere die Koronare Herzkrankheit und der Bluthochdruck zählen.
Es lebten im Jahr 2024 156.000 Menschen in Rheinland-Pfalz mit einer Herzinsuffizienz. Das entspricht einer Prävalenz von 5,4 Prozent in der Bevölkerung ab 30 Jahren. Diese liegt leicht über dem Bundesschnitt von 5,3 Prozent. Neben sozialen Faktoren zeigen die Analysen des Gesundheitsatlas auch deutliche Zusammenhänge zwischen der Häufigkeit von Herzinsuffizienz und vermeidbaren Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes. Dies verdeutlicht, wie wichtig gesundheitliche Prävention und gesundheitsförderliche Lebensbedingungen zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind.
„Die Ergebnisse belegen, dass sich soziale Ungleichheit auch in der Herzgesundheit widerspiegelt. Erkennbar ist, dass Einkommen, Bildung und Beschäftigung die Verteilung wichtiger Risikofaktoren und damit auch die Krankheitslast in den Regionen bestärken“, erläutert Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse. Daher sollten Präventionsangebote gerade dort gestärkt werden, wo die gesundheitlichen Belastungen besonders hoch sind.
Mit dem Alter steigt die Krankheitshäufigkeit, Männer sind etwas häufiger betroffen
Während eine Herzinsuffizienz in jungen Lebensjahren selten vorkommt, steigt die Häufigkeit mit dem Alter stark an. In der Altersgruppe ab 90 Jahren liegt der Anteil der erkrankten Männer bei 34 Prozent und der erkrankten Frauen bei 28 Prozent. Der Geschlechtsunterschied ist erwartbar, weil Männer häufiger von einer Vorerkrankung wie Koronare Herzkrankheit oder Herzinfarkt, die das Risiko für die Entstehung einer Herzinsuffizienz erhöhen, betroffen sind. Auch das Rauchen stellt einen wichtigen Risikofaktor für kardiovaskuläre Krankheiten dar, und in den vergangenen Jahrzehnten war der Raucheranteil bei Männern stets deutlich höher als bei Frauen.
Auch Bluthochdruck steht mit der Häufigkeit von Herzinsuffizienz in Zusammenhang
Verschiedene Einzelfaktoren des metabolischen Syndroms – nämlich Bluthochdruck (Hypertonie), Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämie), starkes Übergewicht (Adipositas) und Blutzuckererkrankungen (Diabetes mellitus) – sind jeweils Risikofaktoren für die Entstehung kardiovaskulärer Erkrankungen und in deren Folge einer Herzinsuffizienz. Für den vorliegenden Gesundheitsatlas Herzinsuffizienz wurde der Zusammenhang mit Bluthochdruck sowie Typ-2-Diabetes auf regionaler Ebene untersucht. Auch diese Ergebnisse stehen im Einklang zu den aus der wissenschaftlichen Literatur bekannten Zusammenhängen: In Regionen mit wenigen Hypertoniepatientinnen und -patienten ist der Herzinsuffizienz-Patientenanteil geringer, in Regionen mit besonders vielen Hypertoniepatienten höher. Der Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes ist ähnlich ausgeprägt. „Dies verdeutlicht das Präventionspotential. Mit gesunder Ernährung und ausreichend körperlicher Aktivität sowie einer guten Behandlung von Bluthochdruck kann das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen deutlich gesenkt werden und die Zahl der zukünftigen Herzinsuffizienzfälle reduzieren helfen. Grundsätzlich ist der AOK wichtig, möglichst vielen Menschen einen unkomplizierten Zugang zu gesundheitsfördernden Angeboten zu bieten. Dies bedeutet den Menschen an Orten zu begegnen, an denen sie einen großen Teil ihres Tages verbringen. Die Gesundheitskasse ist nicht nur im Krankheitsfall für ihre Kundinnen und Kunden da, sondern trägt durch vielfältige Präventionsangebote dazu bei, dass vermeidbare Gesundheitsbelastungen erst gar nicht entstehen“, so Niemeyer.
Für Menschen mit Herzinsuffizienz ist ein AOK-Angebot besonders interessant: „AOK – Herz im Blick“ ist ein Gesundheitsprogramm der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, das nachweislich die Jahre in guter Lebensqualität verlängern kann. Es ist gemeinsam mit Fachärztinnen und -ärzten für Kardiologie entwickelt und für AOK-Versicherte kostenfrei. Zum Programm: www.aok-herz-im-blick.de
Der 30-seitige „Gesundheitsatlas Deutschland“ zum Thema Herzinsuffizienz ist im Vorfeld des „Weltherztag“ am 29. September veröffentlicht worden und steht zum kostenfreien Download auf der Gesundheitsatlas-Website des WIdO bereit: Gesundheitsatlas Deutschland zu Herzinsuffizienz in Rheinland-Pfalz
Zum Hintergrund – Herzinsuffizienz: Was ist das?
Eine Herzinsuffizienz, umgangssprachlich auch als Herzschwäche bezeichnet, ist genaugenommen keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptomkomplex, der infolge anderer Krankheiten auftritt. Diese betreffen in aller Regel das Herz und das Herz-Kreislauf-System. Durch eine Schädigung des Herzens ist dieses nicht mehr in der Lage, den Körper mit ausreichend Blut und Sauerstoff zu versorgen. Patientinnen und Patienten merken dies an Symptomen wie Atemnot, geringe körperliche Belastbarkeit, schnelle Erschöpfung, Müdigkeit und Einlagerung von Flüssigkeit aufgrund der verringerten Pumpleistung des Herzens. Die Symptome beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen deutlich.
Hohe Sterblichkeit und hohe Kosten
Die Herzinsuffizienz geht mit einer hohen Sterblichkeit einher und war im Jahr 2024 bei fast 4 Prozent aller Todesfälle in Deutschland dokumentiert. Zudem ist laut Krankheitskostenstatistik des Statistischen Bundesamtes die Herzinsuffizienz mit Krankheitskosten von 9,2 Milliarden Euro für knapp 2 Prozent der Gesundheitsausgaben in Deutschland verantwortlich. Die Kosten entstehen vor allem durch Krankenhausaufenthalte und steigenden mit dem Schweregrad an.
Prävention muss sich auf Rauchen, körperliche Aktivität und Bluthochdruck fokussieren
Es gibt eine Vielzahl von Risikofaktoren, die die Entwicklung kardiovaskulärer Krankheiten und in deren Folge eine Herzinsuffizienz begünstigen. Dazu zählen Rauchen, Bluthochdruck (Hypertonie), Blutzuckerkrankheit (Diabetes mellitus), starkes Übergewicht (Adipositas), Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämien) und Lebensstilfaktoren (Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung). Die Prävention des Tabakrauchens kann daher zur Vermeidung zukünftiger Erkrankungen beitragen. Außerdem kann mit einer gesunden Ernährung und ausreichend körperlicher Aktivität sowie einer guten Behandlung von Bluthochdruck das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen deutlich gesenkt werden.
Innovatives Verfahren ermöglicht Aussagen auf lokaler Ebene
Für den Gesundheitsatlas ist ein Hochrechnungsverfahren zum Einsatz gekommen, welches für diesen Zweck vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) in Zusammenarbeit mit der Universität Trier entwickelt worden ist. Es erlaubt durch Abrechnungsdaten der AOK-Versicherten zuverlässige Aussagen zu Krankheitshäufigkeiten in der gesamten Wohnbevölkerung Deutschlands bis auf die lokale Ebene. Unterschiede zwischen den AOK-Versicherten und der Gesamtbevölkerung in Bezug auf Alter, Geschlecht und Krankheitshäufigkeit werden dabei durch ein innovatives statistisches Verfahren herausgerechnet. Ziel der Analysen des Gesundheitsatlas ist es, den Akteuren vor Ort fundierte Informationen über das Krankheitsgeschehen in ihrer Region bereitzustellen.
Zum Gesundheitsatlas:
Die Webseite des Gesundheitsatlas bietet einen systematischen Blick auf 24 Krankheiten. Mehr Informationen zu Rückenschmerzen aber auch kardiovaskuläre Erkrankungen, psychische Erkrankungen, Krebserkrankungen, Diabetes Typ 2, Demenz oder Atemwegserkrankungen und Depressionen stehen unter https://www.gesundheitsatlas-deutschland.de zur Verfügung.
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Quelle Text/Bild:
AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse
Virchowstraße 30
67304 Eisenberg
www.aok.de
www.facebook.de/aokrps
Eisenberg, 22.09.2026












