Herdenschutz zum Anschauen und Ausprobieren

Demonstrationsanlage auf dem Hofgut Neumühle vorgeführt

Welcher Zaun hält einen Wolf tatsächlich fern? Wie hoch muss er sein, wie wird er elektrifiziert – und was lässt sich tun, wenn auf einer Weide bereits ein Zaun vorhanden ist? Antworten auf solche ganz praktischen Fragen gibt die neue Demonstrationsanlage Herdenschutz auf dem Hofgut Neumühle des Bezirksverbands Pfalz in Münchweiler an der Alsenz. Am Mittwoch wurde sie Fachleuten aus verschiedenen Verbänden und Institutionen vorgestellt.
Gemeinsam mit dem Koordinationszentrum Luchs und Wolf (KLUWO) zeigt das Hofgut auf rund 3.000 Quadratmetern unterschiedliche Möglichkeiten, Weidetiere wirksam vor Wolfsübergriffen zu schützen. Entlang von etwa 350 Metern Zaun stehen verschiedene Systeme direkt nebeneinander: feste und mobile Elektrozäune, Weidenetze sowie Lösungen, mit denen vorhandene Drahtgeflechtzäune und Weidetore nachgerüstet und elektrifiziert werden können. Bei der Vorstellung erläuterten insbesondere die Fachleute des KLUWO, worauf es beim Herdenschutz ankommt, welche Anforderungen ein wolfsabweisender Zaun erfüllen muss und welche Lösungen sich für unterschiedliche Haltungsformen und Flächen eignen. Denn spätestens seit der Wolf wieder dauerhaft in Rheinland-Pfalz vorkommt, beschäftigt die Frage nach einem wirksamen Herdenschutz viele Tierhalterinnen und Tierhalter.
Genau hier setzt die Demonstrationsanlage an: Statt Zaunvarianten nur auf Bildern oder in Unterlagen zu erklären, können sie auf der Neumühle direkt angesehen, miteinander verglichen und in ihrer praktischen Umsetzung nachvollzogen werden. Dabei werden ausschließlich Zaunvarianten gezeigt, die im Rahmen der geltenden Herdenschutzförderung berücksichtigt werden können. „Als Lehr- und Versuchsanstalt wollen wir Wissen dort vermitteln, wo es in der Praxis gebraucht wird. Auf der Neumühle kommen Menschen aus Ausbildung, Landwirtschaft und Beratung zusammen. Deshalb ist es für uns genau der richtige Ort, um verschiedene Möglichkeiten des Herdenschutzes sichtbar zu machen, gemeinsam darüber zu sprechen und das Wissen anschließend direkt in die Aus- und Fortbildung zu tragen“, erklärt Dr. Johanna Ahmann, stellvertretende Leiterin des Hofguts Neumühle.
Die Anlage wird künftig in die Seminare und Bildungsangebote des Hofguts eingebunden. Auszubildende ebenso wie Teilnehmende an Fortbildungen können so unmittelbar erleben, wie Herdenschutz umgesetzt werden kann und welche Unterschiede zwischen den einzelnen Zaunsystemen bestehen. Gleichzeitig soll die Anlage auch über die Bildungsangebote der Neumühle hinaus genutzt werden. Externe Gruppen, landwirtschaftliche Betriebe und weitere Interessierte können sie nach vorheriger Anmeldung besichtigen. Auch fachliche Führungen sowie eine Einbindung in Betriebsführungen sind möglich. Bei speziellen Fragen zum Herdenschutz kann zudem das KLUWO einbezogen werden.
Fertig ist die Anlage damit bewusst noch nicht. Wenn sich Anforderungen verändern, neue Lösungen hinzukommen oder sich aus der Praxis weiterer Bedarf ergibt, kann sie ergänzt und weiterentwickelt werden. Ziel ist es, möglichst viele typische Situationen aus der Tierhaltung abzubilden und einen Ort zu schaffen, an dem Herdenschutz nicht nur erklärt, sondern konkret gezeigt werden kann.

Besichtigungen und fachliche Führungen können vorab über das Hofgut Neumühle vereinbart werden.

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Quelle Text/Bild:
Bezirksverband Pfalz
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Bismarckstraße 17
67655 Kaiserslautern

www.bv-pfalz.de

Kaiserslautern, 14.09.2026

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