Lesetipps von der Buchhandlung „blaue Blume“ 10.09.

Roman
Shida Bazyar – Die Lücken
„Die Lücken“ erzählt von jüdischen Familien, von NS-Profiteuren sowie von kurdischen und iranischen Menschen, die in Deutschland Schutz und Zuflucht suchen. Über einen Zeitraum von rund hundert Jahren verändert sich die Sprache zwischen den Zeitebenen und verleiht jeder ihren eigenen Ton. „In Heimesbach, einem kleinen fiktiven Ort im Hunsrück, schauen wir hinter die Scheinidylle der Provinz und kommen den Figuren ganz nah“, gegründet die Jury ihre Nominierung.

Roman
Franziska Gänsler – Orca
Franziska Gänsler beschreibt in ihrem Roman „Orca“ viel mehr als die Freundschaft zweier junger Frauen. Sie hat eine ganze Generation im Blick, die, ausgehend von den Corona-Einschränkungen, immer weniger fähig ist, ihr Verhältnis zueinander in einem direkten Miteinander auszuloten. Stattdessen kommunizieren sie via Messenger und Social Media. Klassenunterschiede verschwinden dadurch nicht. Während im Privaten YouTube-Tutorials bei der Definition des Selbst helfen sollen, eskalieren die Konflikte in der Öffentlichkeit.

Roman
Valeria Gordeev – Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle
Valeria Gordeevs erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven, mit unterschiedlichen Stimmen und mit mehreren Handlungssträngen, die sich zu einem großen Ganzen fügen. Der Roman spielt in Deutschland, in der Ukraine und in Russland: Ein Geschwisterpaar versucht sich im Zeichen des Krieges in Europa zurechtzufinden. Konstantin in Moskau, Lada in Berlin. Gordeev knüpft mit ihrem Roman an die Tradition der Moderne an, die dem Unrecht und der Unterdrückung mit den Mitteln der Groteske und des Witzes, des Absurden und des Surrealen begegnen.

Roman
Elias Hirschl – Schleifen
„Elias Hirschl legt mit „Schleifen“ einen wunderbar überdrehten Roman vor, der durch seine intellektuellen Spielereien, erzählerischen Tricks und seinen schier unerschöpflichen Ideenreichtum brilliert. Wer sich auf diesen irren Ritt durch Sprachwissenschaft, Mathematik, Philosophie, Soziologie und Medizin einlässt, wird sich dem Sog des Romans kaum entziehen können und immer weiter ins Absurde abtauchen wollen. Ein Roman, der einen auf die bestmögliche Art verwirrt, herausfordert und vor allem schallend laut zum Lachen bringt.“ – so die Jury des Preises in ihrer Begründung.

Roman
Peggy Mädler – Selbstregulierung des Herzens
‚Selbstregulierung des Herzens‘ entfaltet ein vielfältiges Panorama des Lebens in der DDR und im frisch wieder vereinigten Deutschland. Im Zentrum stehen Georg, der anfangs noch hofft, seinen Staat mithilfe von ersten Computern und Kybernetik vorwärtszubringen, und die Künstlerin Mona. Um sie herum ein reiches Ensemble an Figuren. Alle treffen sich in einem Dorf in der Nähe von Wandlitz, wo bald seltsame geheime Bautätigkeiten beginnen. Mit stiller Wucht schreibt Peggy Mädler über das Flirren zwischen Halt und Auflösung – über Nähe und Entfremdung, Anpassung und Resilienz.

Roman
Dana Vowinckel – Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren an derselben Universität. Anton entstammt einer Akademikerfamilie, Alma ist bei ihrer Mutter und ihrem lieblosen Stiefvater am östlichen Stadtrand aufgewachsen. Anton ist Jude. Alma nicht. Die beiden verlieben sich, ziehen zusammen, streiten und versöhnen sich wieder. Als Anton nach New York geht, um dort seine Masterarbeit zu schreiben sucht Alma Halt in Antons Gemeinde. Erst die Ereignisse des 7. Oktober 2023 und des Gaza-Kriegs, die polarisierte Stimmung sowohl auf dem Campus als auch in seiner eigenen Familie lassen Anton wieder bei Alma Trost und Zuflucht finden.

——————–
Quelle Text/Bild:
buchhandlung blaue blume
Richard-Wagner-Str. 46
67655 Kaiserslautern

www.buchhandlung-blaue-blume.de

Kaiserslautern, 10.09.2026