Norbert Scheuer – Holunderholz
Nach dem Tod seiner Mutter versucht Johann, ein altes Tonbandgerät seines Großvaters zu reparieren. Was als technische Herausforderung beginnt, wird zu einer Suche, die ihn immer tiefer in die rätselhaften Aufnahmen hineinzieht. Als Programmierer ist es Johann gewohnt, Fehler in Systemen zu finden – nun folgt er den Spuren einer Geschichte, die sich nur bruchstückhaft erschließt. Zwischen Andeutungen und verstörenden Entdeckungen erkennt Johann Verbindungen zur verheerenden Explosion von Prüm im Sommer 1949. Während er in seiner Gegenwart zwischen beruflicher Entfremdung und einer heimlichen Affäre mit der verheirateten Maria taumelt, erschließt sich ihm allmählich die ganze Tragweite.
Sasa Hanten – Talent zum Glück
Charlotte Maybach und Eby Tusch kennen sich seit der Kindheit. Gemeinsam sind sie im Internat am Bodensee aufgewachsen – eine Freundschaft, die auch Jahre der Distanz überdauert hat. Mit Anfang dreißig lebt Charlotte als Notarin ein funktionierendes, angesehenes Leben, das sie nicht satt macht. Eby, der letzte Spross einer Kölner-Wiener Schaustellerfamilie, hat den Vater durch die Demenz begleitet, das Familienunternehmen übernommen und eine große Liebe verloren. Beide stehen an einem Punkt, an dem nichts mehr selbstverständlich scheint. Als sie sich wieder begegnen, geht es nicht um verpasste Chancen, sondern um offene Fragen.
Norbert Hummelt – 1922
1922 ist ein Wunderjahr der modernen Literatur. Eine Fülle literarischer Werke erscheint, die den Gang der Weltliteratur verändern. In Paris wartet James Joyce voller Ungeduld auf die ersten Exemplare seines »Ulysses«. Virginia Woolf ist in London dabei, sich ihren eigenen Raum zu erschreiben. Rainer Maria Rilke vollendet, was er einst auf Schloss Duino begonnen hat. Katherine Mansfield steckt ihre ganze Kraft in ihre Short Stories. Und im englischen Seebad Margate findet T.S. Eliot radikale Töne für das widersprüchliche Lebensgefühl des noch jungen 20. Jahrhunderts. Quer durch Europa begleitet Norbert Hummelt diese Autoren und Autorinnen durch ein aufregendes Schaffensjahr und fängt dabei die spannungsgeladene politische Stimmung der Zeit ein.
Sophy Roberts – Schule der Elefanten
1879 startete König Leopold II. von Belgien einen sonderbaren Plan, um Afrikas Ressourcen zu plündern: Elefanten sollten als Arbeitstiere dienen. Dazu beauftragte er den irischen Abenteurer Frederick Carter, vier gezähmte Asiatische Elefanten von Indien an die ostafrikanische Küste zu verschiffen, von wo sie ins Landesinnere Richtung Kongo marschieren sollten. Ziel war nicht weniger als die Gründung einer Ausbildungsstätte für Afrikanische Elefanten. Auf den Spuren dieser Expedition erzählt Sophy Roberts von Ausbeutung, von kolonialer Gier, Unfähigkeit, Heuchelei und Torheit.
Johann Chapoutot – Die Verantwortungslosen
Das Ende der ersten deutschen Demokratie war, so zeigt der französische Historkier Johann Chapoutot, kein Zusammenbruch durch äußere Zwänge, sondern ein bewusster ‚Pakt mit dem Teufel‘, geschlossen von einer kleinen Gruppe von Verantwortungslosen, die meinten, mit Hitler ihre Interessen durchsetzen und ihn dabei kontrollieren zu können. Gestützt auf neuere wie klassische Forschung, darunter auch Hermann Brochs Analyse ‚Die Schuldlosen‘, bietet das Buch eine historische Nachhilfestunde mit erschreckender Aktualität: Denn auch heute erleben wir, wie autoritäre Versuchungen, Populismus und die Aushöhlung demokratischer Institutionen wieder salonfähig werden – in Frankreich, Deutschland, Europa und in den USA.
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Quelle Text/Bild:
buchhandlung blaue blume
Richard-Wagner-Str. 46
67655 Kaiserslautern
www.buchhandlung-blaue-blume.de
Kaiserslautern, 04.09.2026













