Nominales Bruttoinlandsprodukt steigt 2024 in den meisten kreisfreien Städten und Landkreisen

Das Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen erhöhte sich 2024 in 30 der 36 rheinland-pfälzischen Verwaltungsbezirke. Lediglich in den Städten Zweibrücken, Ludwigshafen und Kaiserslautern sowie in den Landkreisen Germersheim, Mainz-Bingen und Mayen-Koblenz stellte sich kein Wachstum ein. Während der Wert aller produzierten Waren und Dienstleistungen nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems in den Landkreisen nominal nur um 1,3 Prozent zulegte, fiel der Zuwachs in den kreisfreien Städten mit plus 3,5 Prozent höher aus. Im Landesdurchschnitt stieg das Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen um 2,2 Prozent. Zu beachten ist, dass auf Kreisebene keine Preisbereinigung möglich ist. Preisbereinigt verringerte sich die rheinland-pfälzische Wirtschaftsleistung 2024 insgesamt um 0,9 Prozent.

Wachstumsraten zwischen minus 7,3 und plus 9,7 Prozent

Regional verlief die Entwicklung der nominalen Wertschöpfung sehr unterschiedlich: Während die Veränderungsrate des Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem Vorjahr in den kreisfreien Städten von plus 9,7 Prozent in Worms bis zu minus 4,6 Prozent in Zweibrücken reichte, erstreckte sich die Spanne in den Landkreisen von plus 5,3 Prozent in Ahrweiler auf bis zu minus 7,3 Prozent in Germersheim. Die Entwicklung der Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe hatte in allen vier Verwaltungsbezirken den größten Einfluss auf das Gesamtergebnis. In Worms erholte sich die Industrie nach einem Einbruch im Jahr 2023. Zudem kamen dort – ebenso wie im Landkreis Ahrweiler – positive Impulse aus den Dienstleistungsbereichen. Nachdem Germersheim und Zweibrücken sowohl 2021 als auch 2022 noch äußerst kräftige Zuwächse im Verarbeitenden Gewerbe verzeichnet hatten, mussten sie 2024 Einbußen hinnehmen. Im Landkreis Germersheim war dies bereits 2023 der Fall. In Zweibrücken ging die Wertschöpfung 2024 darüber hinaus im Teilbereich „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleistungen, Grundstücks- und Wohnungswesen“ zurück.

Die Summe der in Rheinland-Pfalz produzierten Waren und Dienstleistungen belief sich 2024 auf 180,8 Milliarden Euro. Dabei wurden drei Fünftel der Wirtschaftsleistung in den 24 Landkreisen erbracht (61 Prozent). Die drei größten Städte des Landes – Mainz, Ludwigshafen und Koblenz – erwirtschafteten ein weiteres gutes Fünftel des Bruttoinlandsprodukts (22 Prozent). Allein auf die kreisfreie Stadt Mainz entfiel ein Anteil von 8,8 Prozent.

 Erwerbstätige in Mainz-Bingen erwirtschafteten am meisten

Das Bruttoinlandsprodukt je erwerbstätige Person, das die Arbeitsproduktivität misst, stieg 2024 gegenüber dem Vorjahr im Landesdurchschnitt um 2,2 Prozent auf 87.775 Euro. In den kreisfreien Städten lag der Pro-Kopf-Wert (89.748 Euro; plus 2,9 Prozent) über dem Wert in den Landkreisen (86.557 Euro; plus 1,8 Prozent).

Der Durchschnittswert der kreisfreien Städte wird maßgeblich von Ludwigshafen beeinflusst; dort fiel die Wirtschaftsleistung je erwerbstätige Person mit 106.166 Euro wesentlich höher aus als im Landesdurchschnitt. Den Spitzenplatz nahm 2024 jedoch der Landkreis Mainz-Bingen ein, in dem jede erwerbstätige Person durchschnittlich 118.431 Euro generierte. Im Vergleich der kreisfreien Städte wies Pirmasens (74.594 Euro) die niedrigste Arbeitsproduktivität auf und im Vergleich der Landkreise bildete Trier-Saarburg  (75.584 Euro) das Schlusslicht.

Landkreise wachsen gegenüber 2014 stärker als die kreisfreien Städte

Mittelfristig – d. h. im Vergleich zu 2014 – entwickelte sich das Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen in den Landkreisen (plus 41 Prozent) besser als in den kreisfreien Städten (plus 34 Prozent). Am stärksten legte die nominale Wirtschaftsleistung in den Landkreisen Ahrweiler (plus 55 Prozent) und Cochem-Zell (plus 54 Prozent) zu. Danach folgen der Landkreis Neuwied und die kreisfreie Stadt Landau (jeweils plus 52 Prozent). Die mit Abstand schwächste Entwicklung zeigt sich in Ludwigshafen (plus zwölf Prozent).

Ausführliche Daten in MATS

Das Datenangebot MATS liefert detaillierte Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für das Land insgesamt sowie für die Landkreise und kreisfreien Städte. www.statistik.rlp.de/themen/volkswirtschaft/daten

Wie wurden diese Ergebnisse ermittelt?

Turnusgemäß wurden mit der Berechnung des Bruttoinlandsprodukts 2024 auf Kreisebene die Ergebnisse der Jahre 2021 bis 2023 überarbeitet. Darüber hinaus erfolgte – abweichend vom üblichen Vorgehen – auch eine Revision für Berichtsjahre vor 2021. Die Ergebnisse sind abgestimmt auf den Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes vom August 2025.

Nähere methodische Erläuterungen und Ergebnisse für alle kreisfreien Städte und Landkreise in Deutschland enthält die Gemeinschaftsveröffentlichung Reihe 2 Band 1 des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“, die zum kostenfreien Download zur Verfügung steht (https://www.statistikportal.de/de/veroeffentlichungen/bruttoinlandsprodukt-bruttowertschoepfung-0).

Weitere Informationen finden Sie im Internetangebot des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ unter www.vgrdl.de.

Autorin: Dr. Annette Tennstedt (Referat VGR, ETR, Arbeitsmarkt)

Statistik Auszug:
https://www.statistik.rlp.de/nachrichten/nachrichtendetailseite/nominales-bruttoinlandsprodukt-steigt-2024-in-den-meisten-kreisfreien-staedten-und-landkreisen



Quelle Text/Bild:
Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Mainzer Straße 14-16
56130 Bad Ems

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Kaiserslautern, 28.08.2026