KI-Schlüsselprofessur besetzt: Seth Flaxman kommt im Oktober an die RPTU

Die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) stärkt ihren Schwerpunkt in der KI-Forschung und adressiert dabei das gesamte Spektrum der Wechselwirkungen zwischen KI und Gesellschaft. Ausdruck davon ist die Initiative „AI, Computing and Society“ (AICS), die die RPTU mit dem Max-Planck-Institut für Softwaresysteme (MPI-SWS) ausgestaltet. Dieses Vorhaben wird nun durch eine profilbildende KI-Professur weiter Fahrt aufnehmen. Im Oktober wechselt Informatikprofessor Seth Flaxman von der Universität Oxford an die RPTU.

Seth Flaxman hat in seiner Forschung KI und Gesellschaft gleichermaßen im Blick. Er verbindet Fachkenntnisse in den Bereichen maschinelles Lernen und Statistik, wobei sein besonderes Augenmerk auf Anwendungen in den Bereichen Bevölkerung und globale Gesundheit liegt. Während der Covid-19-Pandemie hatten seine vielfach zitierten Studien zur computergestützten Epidemiologie erheblichen Einfluss auf politische Entscheidungen in Europa, den USA und weltweit. International anerkannt ist er zudem für seine Beiträge zum Social Computing, darunter seine frühen Arbeiten zu Filterblasen und Echokammern sowie zum Recht auf Erklärbarkeit. Er arbeitet eng mit der Weltgesundheitsorganisation, UNICEF und dem Welternährungsprogramm an datengestützten Modellen zu körperlicher Aktivität, klimatischen Bedrohungen für die Gesundheit von Kindern und Ernährungsunsicherheit zusammen.

Vertrauenswürdige KI im Blick

Angesiedelt wird die neue KI-Professur am Fachbereich Informatik der RPTU. „Seth Flaxman wird sich insbesondere in unseren Forschungsschwerpunkt mit dem Max-Planck-Institut für Softwaresysteme einbringen“, erklärt Professor Christoph Garth, Dekan des Fachbereichs. „Er wird über Disziplingrenzen hinweg als Impulsgeber und Vernetzer agieren und die international sichtbare Spitzenforschung am Standort vorantreiben, mit dem Ziel, KI-getriebene gesellschaftliche Veränderungen verantwortungsvoll zu gestalten. Damit stärkt er die Informatik an der RPTU, die Initiative AICS und Kaiserslautern in seiner Bedeutung als KI-Hub.“ Krishna Gummadi, wissenschaftlicher Direktor am Max-Planck-Institut für Softwaresysteme, der die Gründung der AICS-Initiative maßgeblich vorangetrieben hat, ergänzt: „Seine Berufung wird neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit zwischen der RPTU und dem Max-Planck-Institut für Softwaresysteme schaffen und dazu beitragen, die KI-Forschung voranzubringen, die der Gesellschaft tatsächlich zugutekommt.“

Ein zentrales Anliegen des AICS ist die interdisziplinäre Forschung, die neue Erkenntnisse in konkrete Lösungen für Gesellschaft und Wirtschaft überführt. „Wie jede Technologie kann KI sowohl zum Wohl der Gesellschaft beitragen als auch bestehende soziale Ungleichheiten verstärken“, sagt Seth Flaxman. „KI ist eine von Menschen entwickelte Technologie, und deshalb tragen wir auch die Verantwortung für ihre gesellschaftlichen Auswirkungen. Aufgrund der schnellen Fortschritte im Bereich der KI wird die AICS-Initiative ihre Forschung darauf ausrichten, sowohl die gesellschaftlichen Auswirkungen von KI zu verstehen als auch Grundlagenforschung im Bereich KI voranzutreiben, um robuste und verantwortungsvoll eingesetzte Systeme zu ermöglichen.“

AICS final ausgestalten

Seth Flaxmans Start an der RPTU gibt auch die Initialzündung für die Berufung von drei weiteren Professorinnen und Professoren, mit denen AICS zusätzlichen Schwung erhalten soll.

Möglich werden diese Berufungen mit Unterstützung des Landes: „Ich freue mich sehr, dass wir mit Seth Flaxman einen herausragenden internationalen Wissenschaftler für die RPTU und den Standort Kaiserslautern mit dem Max-Planck-Institut für Softwaresysteme gewinnen konnten. Mit seiner Expertise verzahnt er die Forschungsgebiete der Universität in hervorragender Weise mit der Max-Planck-Gesellschaft und hat Strahlkraft weit über Rheinland-Pfalz hinaus. Seine Forschung schlägt die Brücke zu den gesellschaftlichen Herausforderungen, die die Chancen der KI-Nutzung mit sich bringen“, so Staatssekretärin Dr. Tamara Müller. „Die Ausrichtung auf verantwortungsvolle, menschenzentrierte KI-Nutzung für Rheinland-Pfalz ist ein zentrales Thema. Deshalb unterstützen wir diese hochkarätige Berufung sehr gern mit zusätzlicher Ausstattung im Rahmen der Initiative ‚AI, Computing and Society‘ und unserer KI-Agenda.“

Förderung durch die Wübben Stiftung Wissenschaft

Ebenso hat die Wübben Stiftung Wissenschaft zum Gelingen der hochkarätigen Berufung beigetragen. Über das Appointment Accelerator-Programm stellt die Stiftung finanzielle Mittel für das Onboarding des Wissenschaftlers in Höhe von rund 390.000 Euro zur Verfügung.

Über Seth Flaxman

Seth Flaxman schloss 2008 sein Bachelorstudium in Informatik und Mathematik an der Harvard University ab. Von 2009 bis 2010 war er an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) tätig und studierte dort. Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf, Schweiz. Im Jahr 2015 schloss er seine Promotion im Bereich Maschinelles Lernen und Politikgestaltung an der Carnegie Mellon University in den Vereinigten Staaten ab. Er hatte akademische Positionen als Postdoktorand im Bereich Maschinelles Lernen und Computerstatistik an der University of Oxford sowie als Dozent und später als Senior Lecturer für Maschinelles Lernen am Fachbereich Mathematik des Imperial College London inne. Im Jahr 2021 wurde er zum außerordentlichen Professor für Informatik an der University of Oxford ernannt.

Seth Flaxman ist zudem Mitbegründer des Netzwerks „Machine Learning & Global Health“ (MLGH.net), eines internationalen Forschungskonsortiums, das Partner aus dem Vereinigten Königreich, Europa, Asien und Afrika zusammenbringt. Er hat verschiedene Auszeichnungen erhalten, darunter den „Samsung AI Researcher of the Year“-Preis im Jahr 2020 als einer von fünf weltweit anerkannten Nachwuchsforschern auf dem Gebiet der KI. Er hat seine Forschungsergebnisse unter anderem an der Harvard University, der University of California, Berkeley, dem Massachusetts Institute of Technology (MIT), der New York University (NYU), der Columbia University, der Yale University, dem University College London (UCL) und der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) vorgestellt.



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Quelle Text/Bild:
RPTU
Rheinland-Pfälzische Technische Universität
Kaiserslautern Landau
Hochschulkommunikation
Gottlieb-Daimler-Straße 47
67663 Kaiserslautern

www.rptu.de

Kaiserslautern, 19.08.2026

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