Keine Bange vor der Zukunft Sparkassen-Stiftung zeichnet RPTU-Absolventen aus

Zehn Uni-Absolventinnen und Absolventen sind in diesem Jahr für ihre Leistungen von der Sparkassenstiftung – Technische Universität Kaiserslautern ausgezeichnet worden. Bei der 42. Preisverleihung im Deutschordensaal zollte Hartmut Rohden, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Kaiserslautern, den Preisträgern für deren herausragenden Leistungen bei Abschlussarbeiten an der Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) höchste Anerkennung.

Der mit der Auszeichnung verbundene Geldpreis sei „zwar sicherlich sehr schön – viel entscheidender ist aber die Anerkennung“, sagte Rohden an die Preisträger gewandt. Damit haben die jetzt Ausgezeichneten bewiesen, dass sie mit Ausdauer „hervorragende Leistungen erbringen können“. Der Preis der Sparkassenstiftung werde sich als ein Vorteil im künftigen beruflichen Werdegang niederschlagen, versprach Rohden, der auch daran erinnerte, dass die Sparkassenorganisation bundesweit rund 780 Stiftungen mit über drei Milliarden Euro Kapital unterhält und damit die größte im Land ist. Die Sparkasse Kaiserslautern besitzt fünf Stiftungen und drücke damit einerseits die Verbundenheit mit der Region aus, sehe dies zugleich auch als Erfüllung ihres öffentlichen Auftrags.

Die Verwaltungsratsvorsitzende der Sparkasse Kaiserslautern, Kaiserslauterns Oberbürgermeisterin Beate Kimmel, zeigte sich beeindruckt von den Überlegungen, Interessen und intellektuellen Herausforderungen, denen sich die Absolventen und Absolventinnen stellten und Antworten fanden. „Da braucht es niemandem bange werden“, sagte sie, man könne nur staunen und dürfe angesichts der Leistungsfähigkeit zuversichtlich und vertrauensvoll in die Zukunft blicken. Mit Bezug auf die von den Laudatoren hervorgehobenen persönlich-charakterlichen Eigenschaften der Absolventen sagte Kimmel, es sei ein Beweis für Bedeutung von Zusammenarbeit: „Gemeinsam an einer Sache arbeiten, miteinander sprechen, von Mensch zu Mensch – damit wir uns als Menschen finden.“

Professor Dr. Werner Thiel, Vizepräsident für Forschung der RPTU, sagte, die Preisverleihung durch die Kaiserslauterer Sparkassenstiftung sei eine große Auszeichnung für die wissenschaftliche Gemeinschaft in der Region und längst nicht selbstverständlich. „So viele unterschiedliche Arbeiten – und das alles an einer einzigen Uni“, zeigte sich Thiel begeistert über die vorgelegten Abschlussarbeiten. Er verwies besonders auf die von ihm als „Hidden Topics“ bezeichneten sowohl gesamtgesellschaftlich als regional bedeutende Themen wie Betonbau, Klimafolgen oder Weinbauzukunft.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung im Deutschordensaal von Sax Pur, einem Saxophon-Ensemble der Kreismusikschule Kaiserslautern mit Tim Mühlenbroc, Lea Reiss, Noah Wahl und Leiter Wilfried Bernath.

In diesem Jahr hat das Stiftungskuratorium zehn Bachelor- bzw. Masterarbeiten für preiswürdig gefunden und mit jeweils 400 Euro und je einer Urkunde bedacht. Die Stiftung wurde 1984 gegründet und verfügt über ein Kapital von 250.000 Euro, aus dem jährlich Innovationen in Wissenschaft und Forschung an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau gefördert werden. Besonderes Augenmerk haben dabei Forschungsprojekte, die der heimischen Industrie und Wirtschaft dienen. Bislang wurden insgesamt seit Bestehen der Stiftung 266.000 Euro an Preisgeld ausgereicht.

Die Preisträger im Jahr 2026 sind:

Sarah Wanke, M.Sc., Fachbereich Architektur, Betreuer Prof. Dirk Bayer, für ihr nachhaltiges, integriertes Wohn- und Lebenskonzept in Pirmasens-Gersbach, das einen Entwurf darstellt, wie beispielsweise eine brachliegende Schuhfabrik zu Wohnungen und zugleich zu einer Produktionshalle für Hausdämmmaterial aus dem regional im Überfluss vorhandenen Rohstoff Stroh umzuwidmen wäre.

Daniel Jochum, M.Sc., Fachbereich Bauingenieurwesen, Betreuer: Prof. Christian Glock, Laudator Prof. Karsten Körkemeyer, für seine Arbeit zu nachhaltigem Bauen. Er untersuchte, wie Betondecken dimensioniert werden müssten, damit sie ressourcenschonend und wiederverwendbar sind und in der Folge die Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zur herkömmlichen Herstellungsweise um die Hälfte reduzieren.

Vanessa Utz, M.Sc., Fachbereich Biologie, Betreuer: Prof. Michael Schroda, für ihre Analysemethode anhand von Buchenblättern Vorhersagen über mögliche Veränderungen von Bäumen im Pfälzerwald anstellen zu können. Aufgrund des Klimawandels sind Bäume zunehmend höheren Temperaturen ausgesetzt – was dadurch in den Bäumen passiert, wolle man mittels betrachtetem Proteom erfahren, wie Forschungsleiterin Dr. Katherine A. Muñoz Sepúlveda erläuterte. Die Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) in Trippstadt.

Annika Müller, M.Sc., Fachbereich Chemie, Betreuer: Prof. Sabine Becker; sie hat ein organisches Molekül als Sensor eingesetzt, mit dem man innerhalb einer Zelle das chemische Element Zink adressieren kann. Zink ist für die Gesundheit der Menschen von Bedeutung.

Gianna Lisa Nicolai, M.Sc., Fachbereich Informatik, Betreuer: Prof. Sebastian Michel, für ihre Arbeit zu Datenbanken. Sie hat eine Methode erarbeitet, wie Datenbankabfragen umformuliert werden können, damit schneller korrekte Antworten ausgegeben werden, was immer dann zum Einsatz komme, wenn direkte Daten aus verschiedenen Gründen nicht zur Verfügung stehen.

Dipl.-Ing. Maximilian Koch, Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Betreuer: Prof. Roland Ulber, betrieb einen Bioreaktor mit keramischen Filterscheiben, um die Wirkung von Weinhefen zu optimieren. Bedeutsam werde dies, da zu erwarten sei, dass sich das Nährstoffangebot für Hefen aufgrund des Klimawandels verändern wird.

Emma Herbst, M.Sc., Fachbereich Physik, Betreuer: Prof. Elke Neu-Ruffing, sie hat in ihrer Arbeit nachgewiesen, dass in Diamanten auf atomarer Ebene magnetische Phänomene auftreten und zwar in der Nähe von einzelnen Verbindungen, die Licht absorbieren und wieder emittieren können. Die Erkenntnis dürfte für biologisch-medizinische Anwendung von Bedeutung werden, sagte Laudator Prof. Rolf Düller und hob die Arbeit als gelungenes Beispiel für die gegenseitige Befruchtung von Biologie, Chemie und Physik hervor.

Andre Benedikt Bold, M.Sc., Fachbereich Raum- und Umweltplanung, Betreuer: Prof. Boas Kümper, für seine Beschreibung von sowohl planerischen als auch juristischen Steuerungsinstrumenten, um den Flächenverbrauch zu begrenzen, wobei die verschiedenen Interessen und Inanspruchnahmen der Landesplanung berücksichtigt wurden.

Justin Jordan Paulitsch, B.Sc., Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Prof. Florian Sahling, hat auf Grundlage der sogenannten Weltformel der Logistik, einer mathematischen Formel, untersucht, wie schwankende Energiepreise die Produktionsplanung von Unternehmen beeinflussen.

Jan-Luca Werner, M.Sc., Fachbereich Mathematik, Betreuer Prof. Karl-Heinz Küfer, waren verhindert und konnten nicht an der Preisverleihung teilnehmen.

Foto v.li.: Hartmut Rohden (stellv. Vorstandsvorsitzender Sparkasse Kaiserslautern), Beate Kimmel (Oberbürgermeisterin Kaiserslautern), Professor Dr. Werner Thiel (Vizepräsident für Forschung der RPTU), Andre Benedikt Bold, Gianna Lisa Nicolai, Maximilian Koch, Emma Herbst, Daniel Jochum, Vanessa Utz, Sarah Wanke, Justin Jordan Paulitsch, Annika Müller



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Kaiserslautern, 24.07.2026