Gute Arbeit am Puls der Zeit

10 Jahre zertifiziertes Endoprothetikzentrum Kirchheimbolanden

Kirchheimbolanden. Moderne Techniken, hohe Qualitätsstandards, motivierte Mitarbeitende und zufriedene Patientinnen und Patienten – das ist das Erfolgsrezept des Endoprothetikzentrums am Westpfalz-Klinikum Kirchheimbolanden. Das zertifizierte Zentrum feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. „Die 10 Jahre vergingen wie im Flug“, sagt Zentrumsleiter Dr. med. Stephan Wilk und blickt zurück.
Die Grundlagen für das Endoprothetikzentrum wurden bereits gelegt, bevor 2016 die Zertifizierung erfolgte. Als eine der ersten Kliniken im Südwesten etablierte die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie in Kirchheimbolanden 2009 in der Hüftendoprothetik besonders gewebeschonende OP-Techniken. In der Knieendoprothetik griffen die Orthopäden am Westpfalz-Klinikum schon früh auf Computernavigation zurück. Und auch die digitale OP-Planung am Röntgenbild sowie die Zusammenarbeit mit dem Endoprothetik-Register Deutschland (EPRD) waren bereits Jahre vor der Zertifizierung etabliert.
„Anlässlich der Zertifizierung haben wir unsere internen Prozesse dann nochmals auf den Prüfstand gestellt und neu strukturiert“, erinnert sich Dr. Wilk. „Besonders in der Knieendoprothetik kommt es darauf an, die individuelle Anatomie des Patienten in die OP-Planung und -Ausführung miteinzubeziehen, um zuverlässig gute Ergebnisse zu erreichen.“ Und auch die Einführung der Robotik im OP-Saal und die Weiterentwicklung der Navigation hätten dazu beigetragen, den Gelenkersatz noch besser auf den Patienten abzustimmen.

Steigende Erwartungen an die Ergebnisqualität
Immer mehr Patienten, die mit einem Kunstgelenk versorgt werden, befinden sich noch in einer aktiven Lebensphase. „Dadurch steigen auch der Anspruch und die Erwartungen. Die Ergebnisqualität muss stimmen und eine möglichst kurzes Rehabilitationszeit ist das Ziel“, sagt der Zentrumsleiter.
In der Trauma-Endoprothetik haben es die Ärzte hingegen immer häufiger mit hochbetagten und multimorbiden Patienten mit Knochenbrüchen zu tun, die spezielle Versorgungskonzepte und eine noch enger verzahnte interdisziplinäre Zusammenarbeit erfordern. „Die Arbeit hat sich für alle Berufsgruppen erheblich verdichtet: War vor 10 Jahren ein Endoprothesen-Patient noch 10 Tage stationär, so verlässt er heute in der Regel schon nach 5 Tagen das Krankenhaus – mit dem Anspruch, genauso gut für das ambulante Umfeld vorbereitet zu sein wie damals“, berichtet Dr. Wilk.
Neben technischen Errungenschaften wie Navigation und Robotik wurden auch neue Implantat-Systeme entwickelt, die aktuelle biomechanische Erkenntnisse berücksichtigen. Neue Werkstoffe mit besserer Verträglichkeit und Haltbarkeit haben sich etabliert und wecken Hoffnung auf bessere Ergebnisse und längere Zeiten, in denen das Implantat im Körper seine Funktion erfüllt, bis es ausgetauscht werden muss. Eine gewebeschonende Implantation sorgt für weniger Blutverlust, eine schnellere Rehabilitation und nachweislich besserer Ergebnisse in den ersten Monaten nach dem Eingriff.
Auch der breitere Einsatz von regionalen Schmerztherapiekonzepten verbessert den Patientenkomfort und die Möglichkeiten der Mobilisation in den frühen Tagen nach der Operation. „Wir trauen unseren Patienten heute mehr zu, indem wir ihm weniger Restriktionen auferlegen und mehr Fokus auf seine aktive Mitarbeit legen – ein Konzept, das aufgeht“, so der Experte.

Hohes Maß an Sicherheit und Qualität
Die Zertifizierung als Endoprothetikzentrum ist für Patienten ein wichtiges Qualitätsmerkmal. „Das Zertifikat zeigt, dass wir keine Scheu haben, uns jedes Jahr neu von externen Gutachtern in die Karten schauen zu lassen“, sagt Dr. med. Uni/PV. Frank Müller-Bongartz, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie in Kirchheimbolanden. „Wir legen an mehreren Stellen Rechenschaft über unsere Ergebnisqualität ab und müssen uns mit anderen Einrichtungen messen. Die vielen geforderten Qualitätsstandards bereiten zwar einen deutlichen Aufwand für uns, sorgen jedoch für ein hohes Maß an Sicherheit und Qualität für unsere Patienten.“
Neben der Patientenzufriedenheit spielt aus Sicht der Zentrumsleitung auch die Zufriedenheit der Mitarbeitenden im Team eine große Rolle. Ziel sei es, Erfahrung an die jüngeren Kollegen weiterzugeben und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem man trotz hoher Anforderungen mit Freude arbeiten kann, so Dr. Wilk. Denn: „Eine gute Qualität kann nur mit motivierten Mitarbeitenden erreicht werden.“

Für die Zukunft hat sich das Team des Endoprothetikzentrums zum Ziel gesetzt, weiterhin gute Arbeit am Puls der Zeit zu machen und die Chancen zu nutzen, die sich aus den Veränderungen in der Krankenhausstruktur, dem Zusammenwachsen der Standorte Kirchheimbolanden und Rockenhausen oder der Implementierung neuer Fachbereiche wie der Multimodalen Schmerztherapie ergeben. „Die nächsten Jahre werden auf jeden Fall sehr spannend!“, so der Zentrumsleiter.



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Quelle Text/Bild:
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Kaiserslautern, 22.07.2026

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