Mit der Saison 2026/27 geht die Deutsche Radio Philharmonie (DRP) in die zweite Spielzeit mit ihrem Chefdirigenten und Künstlerischen Leiter Josep Pons. Der Spanier setzt seine programmatische Klammer „Visions of Europe“ fort und etabliert weitere Programmlinien. Im Zentrum der neuen Spielzeit steht die Programmlinie „Die Säulen Europas“. Damit richtet Josep Pons mit der DRP den Blick auf die kulturellen Wurzeln Europas. Die Programme beinhalten christlich-religiöse Themen sowie nordische Mythen oder heidnische Bräuche.
„Zweifellos die ambitionierteste Programmlinie dieser Spielzeit ist ‚Visions of Europe`. Sie lädt uns durch Musik dazu ein, über verschiedene Aspekte Europas nachzudenken und zu diskutieren. Wir begeben uns auf eine Reise zu den ‚Säulen Europas`, zu ihren Mythologien, Ursprüngen und Wurzeln“, erklärte Josep Pons, Chefdirigent und Künstlerischer Leiter der DRP.
In diesen Programmen wird die kulturelle Geschichte Europas beleuchtet, wie die griechisch-römische Sagenwelt bei der Saisoneröffnung „Olymp!“ am Sonntag, 6. September. Einzelne Konzertprogramme basieren auf durch Goethe, Shakespeare und Dante inspirierten Kompositionen sowie auf Legenden aus dem alten Russland. Dabei sind Solistinnen und Solisten wie der Pianist Javier Perianes oder Bariton Nicholas Brownlee sowie Gastdirigenten wie Patrick Hahn zu erleben.
„Europa und die Deutsche Radio Philharmonie – eine perfekte Kombination. Die DRP trägt Europa im Herzen und zeigt in der neuen Spielzeit einmal mehr, wie Musik kulturelle und spirituelle Brücken baut und Menschen verbindet – vereint in unseren europäischen Ursprüngen und in gemeinsamen Werten“, sagte Kai Gniffke, Intendant des SWR.
„Wir freuen uns sehr, mit Josep Pons in die zweite Spielzeit zu gehen. Mit ´Die Säulen Europas` richtet die Deutsche Radio Philharmonie den Blick auf die kulturellen und geistigen Fundamente unseres Kontinents und macht sie hörbar. Europa ist aus gemeinsamen Traditionen, aus Austausch und Vielfalt, aus Musik, Literatur und Philosophie erwachsen. Dies kann uns dabei helfen, die vielen Probleme der Gegenwart gemeinsam mit Hilfe der Kultur zu lösen.“, sagte SR-Intendant Martin Grasmück.
Weitere Programmlinien von „Visions of Europe“
In der zweiten Spielzeit von Josep Pons werden die Programmlinien „Universum Hildegard“ und „Laments & Passion“ weitergeführt. Das Konzert „Orient trifft Okzident“ mit Tenor Klaus Florian Vogt verbindet Natur und Spiritualität mit Debussys „La mer“ und Mahlers „Das Lied von der Erde“, ganz im Sinne Hildegards von Bingen. Mit Haydns „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ mit Martina Gedeck als Sprecherin reiht sich das Konzert nahtlos in die Passionszeit ein.
Seit 2025 bekleidet Michael Schønwandt die Position des Ersten Gastdirigenten. Mit ihm erkundet die DRP in dieser Spielzeit vor allem die nordische Klangwelt im Rahmen der Programmlinie „Neue Mythen“. Im Mittelpunkt stehen dabei Mythologien und Figuren aller Religionen und Kulturen, darunter auch das berühmteste Liebespaar, Romeo und Julia, beim Silvesterkonzert in Kaiserslautern.
Mit George Benjamin rückt eine der bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten in den Fokus. Die von ihm geleitete konzertante Aufführung seiner Oper „Written on Skin“ zählt zu den Höhepunkten dieser Spielzeit. Außerdem werden seine Werke zusammen mit Werken von Mozart von Pierre-Laurent Aimard am Klavier unter der Leitung von Christian Karlsen aufgeführt. Des Weiteren steht Komponist, Klarinettist und Dirigent Jörg Widmann im Profil. Seine Werke werden sowohl in kammermusikalischer Form als auch mit sinfonischem Orchester zu hören sein.
Gastspiele führen die DRP in die beiden Sendegebiete und ins Ausland, nach Frankreich, in die Schweiz sowie nach Spanien, in die Heimat von Josep Pons. Auftritte bei renommierten Festivals, wie dem Mainzer Musiksommer, den Ludwigsburger Schlossfestspielen oder dem RheinVokal in Koblenz unter der Leitung von Pietari Inkinen vervollständigen die künstlerische Arbeit.
Ulla Fiebig, Landessenderdirektorin Rheinland-Pfalz, sagte: „Die Deutsche Radio Philharmonie macht klassische Musik sichtbar und erlebbar in den Regionen: vom großen Silvesterkonzert bis À la carte oder Familienkonzert – die DRP ist präsent im Land und setzt kulturelle Glanzpunkte für die Menschen.“
Der Orchestervorstand der DRP ergänzte: „Wir Musikerinnen und Musiker der DRP freuen uns ebenso auf die zweite, inspirierende Saison mit Maestro Pons wie auf unsere zahlreichen Gäste und die bereichernden Begegnungen mit unserem Publikum. Im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Europa zu Hause blicken wir zuversichtlich in die Saison 2026/27, in der wir das 20-jährige Bestehen unseres 2007 durch eine Fusion entstandenen Orchesters feiern.“
Wechsel im Management
Nach sieben erfolgreichen Jahren bei der DRP verabschiedet sich Orchestermanagerin Maria Grätzel. Sie begann im Mai 2019 und musste sich direkt enormen Herausforderungen wie der Corona-Pandemie stellen. Nach vielen erfolgreichen, teilweise neuen Projekten, internationalen Gastspielen, herausragenden Künstlerengagements sowie der Verpflichtung von Josep Pons zum neuen Chefdirigenten und Künstlerischen Leiter verlässt sie nun die DRP. Zugleich begrüßt die DRP ihren Nachfolger Adrian Kiedrowski, der ab August die Position übernimmt.
Die scheidende Orchestermanagerin Maria Grätzel erklärt: „Nach 37 Jahren im Orchestermanagement und Opernbetrieb ziehe ich mich mit Ende der Spielzeit 2025/26 aus dem aktiven Berufsleben zurück und wünsche nichts mehr, als dass die wunderbare DRP eine konsistente Säule im Musikleben bleibt. Mein Dank gilt den beiden Rundfunkanstalten SR und SWR, die während meiner Tätigkeit verlässliche Partner waren.“
„Die Deutsche Radio Philharmonie steht für musikalische Exzellenz, kulturelle Offenheit und verbindet Menschen über Generationen hinweg. Ich freue mich sehr darauf, Verantwortung für diesen lebendigen und starken Klangkörper zu übernehmen, der als ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens die Großregion seit vielen Jahren prägt und weit darüber hinaus wirkt. Gemeinsam mit SR und SWR, den Intendanzen, dem Chefdirigenten, Management und Orchestervorstand sowie den Musiker:innen, dem Publikum und unseren Partner:innen möchte ich die Zukunft der DRP engagiert und mit großer Zuversicht gestalten.“, so der künftige Orchestermanager Adrian Kiedrowski.
Nach dem Erfolg von „Klassik macht Schule“ in der vergangenen Saison wird das Projekt weitergeführt. Wieder werden Ensembles der DRP in Schulen klassische Musik altersgerecht und interaktiv vermitteln. Außerdem wird Erster Gastdirigent Michael Schønwandt das Konzept des „Im-Orchester-Sitzens“ erneut in Ingelheim durchführen.
Erstmals Konzerte für Demenzkranke
Hervorzuheben sind die erstmals stattfindenden Konzerte für Demenzkranke und ihre Angehörigen. Das Programm enthält bekannte Orchestermelodien, die Erinnerungen wecken, dort, wo Worte längst fehlen. Unter anderem laden Volkslieder zum Mitsingen ein und bieten Menschen die Möglichkeit, wieder am Kulturleben teilzuhaben.
Die etablierten Reihen „Musik für junge Ohren“, Schul- sowie Familienkonzerte werden ebenfalls weitergeführt. Diese niedrigschwelligen Angebote ermöglichen es einer jungen Zielgruppe, sich für sinfonische Musik begeistern zu lassen. Neben den Ensemblekonzerten werden auch weiterhin moments musicaux und Kneipenkonzerte angeboten, die einen zwanglosen Zugang außerhalb des Konzertsaals ermöglichen.
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Quelle Text/Bild:
Veranstaltungsorganisation
SWR Studio Kaiserslautern
Emmerich-Smola-Platz 1
67657 Kaiserslautern
www.swr.de
Kaiserslautern, 28.05.2026












