Ziel grüner Politik auch in Kaiserslautern ist bezahlbares Heizen für alle
Der derzeit viel diskutierte Entwurf zum Gebäudemodernisierungsgesetz würde den Einbau von Gas-und sogar Ölheizungen wieder erleichtern. Gleichzeitig soll das bisherige Austauschgebot nach 30 Jahren Betrieb entfallen. Gerade aktuell sehen wir jedoch erneut, wie verwundbar wir durch die Abhängigkeit von Öl und Gas sind. Steigende Preise treffen dabei vor allem Mieter*innen, da Vermieter*innen den Heizungstyp bestimmen und günstigere Investitionen wählen können, während die Mieter*innen die laufenden Brennstoffkosten über die Nebenkosten tragen müssen. Es ist daher zu erwarten, dass weiterhin in großem Umfang Öl- und Gasheizungen eingebaut werden. Damit geraten Heizungsmodernisierung, Transformation der Wärmeversorgung und Klimaschutz ins Hintertreffen.
Erneuerbare Brennstoffe bleiben knapp und teuer
Entsprechend der vorgestellten Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetzt sollen fossile Brennstoffe künftig teilweise durch sogenannte erneuerbare Brennstoffe ersetzt werden. Doch deren Potenzial ist begrenzt. Bereits heute werden rund 19 Prozent der deutschen Ackerfläche für Energiepflanzen genutzt. Eine Beimischung von zehn Prozent nachwachsender Rohstoffe in einer ersten Stufe würde zusätzliche Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche erfordern und damit bereits rund die Hälfte der gesamten Ackerflächen in Deutschland beanspruchen. Bei einer Beimischung von nur 32 Prozent wäre rechnerisch der Punkt erreicht, an dem die gesamte landwirtschaftliche Fläche für Energiepflanzen genutzt werden müsste.
Diese einfache Rechnung zeigt, dass nachwachsende Brennstoffe auch künftig ein knappes und entsprechend teures Gut bleiben werden. Gleichzeitig würden auch Lebensmittelpreise steigen, wenn landwirtschaftliche Flächen in großem Umfang für Energiepflanzen genutzt werden, und Böden und Grundwasser stärker belastet als beim Anbau von Nahrungsmitteln. Zudem stellt sich grundsätzlich die Frage, ob unsere landwirtschaftlichen Flächen vorrangig für die Energiegewinnung genutzt werden sollten.
Die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien zur Wärmeerzeugung ist wesentlich effizienter. Moderne Wärmepumpen können aus einer Kilowattstunde Strom und Umgebungswärme etwa vier Kilowattstunden Wärme gewinnen. Auch erzeugt Photovoltaik pro Fläche ein Vielfaches der Energie von Energiepflanzen. Wird Strom jedoch erst in Wasserstoff umgewandelt und anschließend verbrannt, bleibt aufgrund der Umwandlungsverluste nur ein Bruchteil der Energie übrig.
Konsequenzen für die kommunale Wärmeplanung – Planungssicherheit für Eigentümer*innen und Mieter*innen schaffen
Vor diesem Hintergrund stellt sich auch für Kaiserslautern die Frage, welche Konsequenzen sich für die kommunale Wärmeversorgung ergeben. Wenn weiterhin Gas- und Ölheizungen erlaubt werden, drohen langfristig:
– steigende Nebenkosten für Mieter*innen
– höhere Lebensmittelpreise durch verstärkten Energiepflanzenanbau
– zusätzliche Belastungen für Böden und Grundwasser
– mehr Ruß- und Feinstaubbelastung in der Luft
– eine Verschärfung globaler Ernährungskrisen
– das Verfehlen der selbstgesetzten Klimaschutzziele
– eine anhaltende geopolitische Abhängigkeit von Lieferanten fossiler Energieträger
– sowie ein Abfluss von Finanzkraft und Wirtschaftszweigen aus Deutschland.
Die Grünen im Stadtrat Kaiserslautern wollen ihrer Verantwortung für die Menschen in der Stadt gerecht werden und setzen sich für eine zukunftsfähige Energieversorgung ein. Deshalb erwarten wir von den lokalen Energieversorgern, dass sie ausarbeiten und transparent darlegen, wie sich das Gasnetz künftig entwickeln wird. Mit sinkender Zahl an angeschlossenen Haushalten verteilen sich die Fixkosten des Gasnetzes auf immer weniger Nutzende – und die Netzentgelte für die verbleibenden Haushalte steigen. Die Transformationsplanung für die Wärmenetze auf Basis der kommunalen Wärmeplanung muss neben dem Ausbau des Wärmenetzes ebenso klar aufzeigen, wann eine schrittweise Stilllegung des Gasnetzes erfolgen wird. Damit hätten bestehende Gasheizungen ausreichend Zeit, ihre reguläre Lebensdauer zu erreichen. Gleichzeitig hätten Hauseigentümer*innen eine klare Grundlage für ihre wirtschaftliche Entscheidung beim Einbau neuer Heizungen, wenn frühzeitig transparent ist, dass die Gasinfrastruktur in den meisten Wohnvierteln langfristig nicht mehr zur Verfügung stehen wird.
So könnten wir in Kaiserslautern Mieter*innen vor steigenden Nebenkosten schützen und gleichzeitig eine sichere, bezahlbare und zukunftsfähige Wärmeversorgung aufbauen.
Quelle Text/Bild:
Stadtratsfraktion Die Grünen
DIE GRÜNEN im Rathaus Kaiserslautern
Willy-Brandt-Platz 1
67657 Kaiserslautern
www.gruene-kl.de
Kaiserslautern, 13.03.2026












