„L’enfant et les sortilèges / L’heure espagnol“, Opern von Maurice Ravel
Langeweile kann alle treffen – ein entnervtes Schulkind ebenso wie eine frustrierte Ehefrau. Dass das Leben bisweilen aber schneller an Fahrt gewinnt als gedacht, beweist Maurice Ravel in seinen beiden Opern auf höchst amüsante Weise: Unlustig sitzt das Kind der Märchenoper an seinen Aufgaben, die Mutter schimpft und eine unbändige Wut steigt in ihm auf, bis es alles kurz und klein schlägt. Endlich fühlt es sich frei! Doch plötzlich geschehen merkwürdige Dinge, alles erwacht zum Leben: Die Teekanne fordert das Kind zu einem Boxkampf heraus, das Feuer steigt aus dem Kamin und verfolgt es, die Geister der Mathematik tanzen gespenstisch durch den Raum und am Ende wird das Kind im nächtlichen Garten sogar von einer Horde geheimnisvoller Tiere bedrängt …
Über so viel Abwechslung hätte Concepción vermutlich gejubelt, langweilt sie sich doch gerade zu Tode, denn ihr Ehemann, Uhrmacher Torquemada, schenkt seinen Uhren weitaus größeres Interesse als ihr.
Dass sie gleich von zwei Männern umschwärmt wird, macht die Sache nicht besser, denn der eine kommt über schwülstige Gedichte nicht hinaus und der andere ist gar so unbeholfen, dass er in einem Uhrenkasten steckenbleibt, in dem er sich in Erwartung eines Schäferstündchens versteckt hat. Eines Tages jedoch taucht ein Unbekannter auf, der Concepción doch noch auf eine „Spanische Stunde“ hoffen lässt …
Voll Farbenreichtum und musikalischem Humor erweckt Ravel Colettes zauberhaftes Märchen ebenso zum Leben, wie er Franc-Nohains Boulevardstück in eine hinreißende musikalische Komödie verwandelt. Ein Vergnügen für Groß und Klein! –
Die Musikalische Leitung hat Massimiliano Iezzi. Regie führt Anja Kühnhold.
Die Ausstattung besorgt Anna Sophia Blersch, für die Videokunst ist Johannes Kulz verantwortlich.
Es spielt die Pfalzphilharmonie Kaiserslautern. Chor und Kinderchor des Pfalztheaters studiert John Robert Lidfors ein.
In „L‘ enfant et les sortilèges“ singen: Bethany Yeaman (Das Kind), Manon Jürgens/Slavica Bozic (Mutter/Chinesische Tasse/Libelle), Valerie Gels (Die Bergère/Die Eule), Sinja Maschke (Die Katze), Evgenia Selina (Das Eichhörnchen), Johannes Fritsche (Die Standuhr/Der Kater), Arkadiusz Jakus (Der Sessel/Der Baum), Elia Cohen-Weißert (Das Feuer/Die Prinzessin/Die Nachtigall), Johannes Hubmer (Das alte Männchen/Der Laubfrosch), Neung Mi Lee (Die Fledermaus), Myungjin Lee (Eine Schäferin), Elena Glusk (Ein Schäfer), Daniel Kim (Die Wedgwood-Teekanne) sowie Valerie Gels, Manon Jürgens/Slavica Bozic, Johannes Hubmer und Arkadiusz Jakus (Vier Tiere).
In „L’heure espagnole“ singen: Bethany Yeaman (Concepción), Daniel Kim (Gonzalvo), Johannes Hubmer (Torquemada), Hyunkyum Kim (Ramiro) und Arkadiusz Jakus (Don Inigo Gomez).
Premiere des Operndoppelabends ist am Ostermontag, 6. April 2026, im Großen Haus.
„Herr Puntila und sein Knecht Matti“, Komödie von Bertolt Brecht
mit Musik von Paul Dessau
Nüchtern betrachtet ist der finnische Gutsbesitzer Puntila ein eiskalter Kapitalist. Ohne Rücksicht auf Verluste beutet er seine Angestellten aus. Selbst die Verlobung seiner Tochter Eva mit dem Aristokraten Eino arrangiert er mit Kalkül:
Sie kostet ihn zwar seinen geliebten Wald, verschafft ihm aber Zugang zu höheren gesellschaftlichen Kreisen. Doch mit steigendem Alkoholpegel wandelt sich der Tyrann zum Wohltäter, wird Schluck für Schluck „fast zum Menschen“.
Als großzügiger Lebemann stößt er mit seinen Untergebenen an, schenkt Fremden Arbeit und angelt sich gleich vier Verlobte in einer Nacht. Mit gelockerter Zunge gesteht er seinem Chauffeur Matti, dass ihm der Attaché als Schwiegersohn zuwider ist. Stattdessen soll er der Auserwählte sein. Sonst in der Lage, mit den Launen seines Herrn zurechtzukommen, befindet sich Matti plötzlich selbst inmitten feuchtfröhlicher Verstrickungen.
Während sich Eva sofort ein buntes Leben als Proletarier-Gattin ausmalt, hat er die Kluft zwischen den sozialen Klassen stets vor Augen und glaubt nicht an deren Überwindung.
Brechts pralles Volksstück zählt neben „Die Dreigroschenoper“ bis heute zu seinen meistgespielten und beliebtesten Stücken.
Für das Pfalztheater inszeniert Martin Kindervater im Bühnenbild von Thomas Dörfler.
Die Kostüme kreiert Anne Manss.
Es spielen: Henning Kohne (Puntila, Gutsbesitzer), Paula Vogel (Eva Puntila, seine Tochter), Hans Ehlers (Matti, sein Chauffeur), Stefan Migge (Der Ober/Der Viehdoktor/Der Probst/Der Rothaarige), Aglaja Stadelmann (Der Richter/Die Telefonistin/Ein dicker Mann), Martin Schultz-Coulon (Der Attaché/Surkkala), Hannelore Bähr (Die Schmuggleremma/Der Kümmerliche/Die Pröbstin), Josephine Raschke (Laina, die Köchin) und Marisa Lacatena (Das Kuhmädchen/Fina, das Stubenmädchen).
Premiere ist am Samstag, 25. April 2026, im Großen Haus.
„Malte & Oßkar und das Glück, Pech zu haben“ (UA),
Kinderstück nach dem Bilderbuch von Amia von Arenberg und Malte Zierden
(ab 4 Jahren)
Malte lebt in einer ganz gewöhnlichen Wohnung in einer ganz gewöhnlichen Stadt. Wenn er lacht, blitzt eine ganz gewöhnliche Zahnlücke hervor und eine ganz gewöhnliche Kringellocke kringelt sich auf seiner Stirn.
Doch manchmal bekommt auch der ganz gewöhnliche Malte ein ganz außergewöhnliches Gefühl. Dann breitet sich die Angst vor der Welt außerhalb seiner Wohnung in seinem Bauch aus, dann möchte er lieber allein sein und sich in seiner Badewanne verkriechen. Und dann ist da noch Phia, das Mädchen aus dem Haus gegenüber, das jeden Abend ihren Pflanzen „Gute Nacht“ sagt und für Malte so unerreichbar scheint wie ein anderes Ufer hinter einem großen Meer.
Eines Tages plumpst ein klitzekleines Ei durch Maltes Badezimmerfenster. Aus ihm schlüpft schon bald Oßkar, die kleine Taube mit dem großen Herzen. Malte und Oßkar finden einander – und damit den Mut, sich ihren Ängsten zu stellen. Gemeinsam wagen sie sich hinaus in eine Welt voller Wunderbeeren, fliegender Schubladen und nebeliger Nebel. Doch was wächst eigentlich schneller – die Angst oder der Mut?
„Malte & Oßkar und das Glück, Pech zu haben“ erzählt auf poetische Weise von der Kraft der Freundschaft, der Magie des Über-sich-Hinauswachsens und dem Glück, manchmal auch Pech zu haben.
Es inszeniert Julia Redder in der Ausstattung von Tabea Harms. Maren Kaun ist die Puppenbauerin.
Es spielen: Maren Kaun (Malte/Oßkar/Erzählerin), Maria Schubert (Malte/Oßkar/Erzählerin) und Franziska Geyer (Phia/Schattenmonster/Wilhelmine/Timeo/Erzählerin).
Premiere ist am Freitag, 24. April 2026, auf der Werkstattbühne.
3. Pfalztheaterkonzert „Aus Düsternis zum Licht“
Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 5 cis-Moll
Dirigent: GMD Daniele Squeo
Pfalzphilharmonie Kaiserslautern
Sonntag, 19. April 2026, Großes Haus
… und nebenan:
„Sonntags um 5“: Bella Italia
Werke von Tosti, Verdi, Puccini u.a.
Dirigent: Massimiliano Iezzi
Solist:innen des Pfalztheaters
Pfalzphilharmonie Kaiserslautern
Sonntag, 26. April 2026, Fruchthalle Kaiserslautern
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Quelle Text/Bild:
Pfalztheater Kaiserslautern
Willy-Brandt-Platz 4 + 5
67657 Kaiserslautern
www.pfalztheater.de
Kaiserslautern, 04.03.2026
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