Der Pfälzer Sport trauert um Hans Broschey, der am 12. Februar in Pirmasens gestorben ist. Broschey wurde 92 Jahre und hat als einziger Pfälzer Biathlet auf internationalem Niveau mit einer Teilnahme an der Weltmeisterschaft 1965 in Norwegen Sportgeschichte geschrieben.
Hans Broschey aus Höheinöd kämpfte, wie es sich im Wettkampfsport gehört, bis zum Schluss – doch dieses Mal ohne Erfolg. Eine verschleppte Verletzung warf den alltags umtriebigen und leidenschaftlichen Hobbygärtner aus der Bahn. Von dieser Verletzung erholte er sich nicht mehr. Kurz vor seinem 93. Geburtstag im März verstarb er jetzt am 12. Februar im Krankenhaus in Pirmasens. Hans Broschey hinterlässt eine bewegte und bewegende Geschichte des pfälzischen Sports.
1965 nahm Hans Broschey im norwegischen Elverum als erster und bis heute einzige Pfälzer an einer Biathlon-Weltmeisterschaft teil. Broschey kam bereits 1958 als Soldat zu den Gebirgsjägern ins bayerische Traunstein, wo er nach einem Jahr als Skilangläufer zum ersten Wettkampfteam gehörte. Von 1960 bis 1970 nahm er an zwölf internationalen und nationalen Militärwettkämpfen, sowohl im Langlauf als auch dann bei Biathlonwettbewerben teil. 1965, mit 32 Jahren, erlebte er sein sportlich erfolgreichstes Jahr. Broschey wurde Deutscher Heeresmeister im Biathlon und belegte vordere Plätze bei bayerischen und deutschen Meisterschaften. Er nahm an den Holmenkollenspielen in Oslo teil und an mehreren Ländervergleichskämpfen des Deutschen Skiverbands. Höhepunkt war die Biathlon-Weltmeisterschaft in Elverum/Norwegen, wo er mit der Mannschaft startete. Biathlon steckte damals noch in den Kinderschuhen und entwickelte sich aus dem Militärsport.
Doch den Höheinöder nur auf seine Erfolge im Skisport zu reduzieren, wäre zu kurzgefasst. Das Sportler-Leben von Hans Broschey vereinte nahezu alle Facetten des Breiten- und Leistungssports. Broscheys Heimatverein war der TV Höheinöd, wo er ursprünglich Leichtathletik betrieb. 1950 startete er zum ersten Mal mit 17 Jahren bei einem Waldlauf. Über ein Jahrzehnt war er dann als Mittel- und Langstreckenläufer pfalzweit vorne dabei. Er nahm an vielen Wettbewerben des Leichtathletikverbandes teil und erzielte zahlreiche Erfolge. Im Winter wechselte das Konditionswunder auf die Skier.
Nach seiner aktiven Laufbahn blieb Broschey dem Skisport treu. 1967 wurde er Trainer der Wettkampfmannschaft des Skiverbandes Pfalz und organisierte hier den Wettkampfsport neu. Er erwarb die Trainer A-Lizenz und wurde Landesausbilder im Skilanglauf. 1975 führte er die Übungsleiter-Ausbildung „Skilanglauf“ im Verband ein und übernahm 1979 das Referat »Skisport an Schulen«. 1980 begann er mit der Ausbildung von Lehrern bei der damaligen Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz. 1986 bildete er Lehrer an Gymnasien für Ski Nordisch aus und es fand auf seine Initiative hin die erste Schulveranstaltung »Jugend trainiert für Olympia« mit 300 Teilnehmern statt.
Talente zu finden und zu fördern, das lag Broschey am Herzen und dies gelang ihm eindrucksvoll, denn 1986 führte er Jens Hinkel vom Ski Club Pirmasens zum Deutschen Jugendmeistertitel im Langlauf. Dies war damals eine Sensation, denn mit Hinkel kam ein Nachwuchstalent erstmals nicht aus Bayern, sondern aus der Pfalz. 2005 schließlich wurde Broschey vom Deutschen Skiverband in das Referat Behindertenskisport für zehn Jahre berufen.
Zuvor schon, 1998, übernahm Broschey für einige Jahre den Vorsitz seines Vereins TV Höheinöd. In dieser Zeit realisierte er unter anderem den Neubau der Turnhalle, die später vom Verein den Namen »Hans-Broschey-Halle« erhielt.
2023 hat der Verein „Pfälzische Sportgeschichte“ sein Gründungsmitglied Hans Broschey mit der Christian-Löffler-Urkunde ausgezeichnet. Es ist die höchste Auszeichnung des Vereins und wird für besondere Verdienste um die Pfälzische Sportgeschichte verliehen. Hans Broschey hat über viele Jahre hinweg dem Pfälzischen Sportmuseum in Hauenstein wichtige und interessante Exponate aus seinem Sportlerleben übergeben und viele Sportgeschichten vermittelt. Jetzt ist es die Aufgabe des Vereins, das Andenken an Hans Broschey zu bewahren.
Quelle Text/Bild:
Sportbund Pfalz e. V.
Paul-Ehrlich-Straße 28 a
67663 Kaiserslautern
www.sportbund-pfalz.de
Kaiserslautern, 24.02.2026












